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Aktuell
Ersatzwahlen in den Gemeinderat
Gedanken zur Gemeinderat Ersatzwahl
aus Sicht der FDP - Signau/Schüpbach
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Schüpbach, 17. März 2004
Offener Brief
an die SVP Signau
Aus der Presse haben wir vom Rücktritt unseres Gemeindepräsidenten
und der daraus resultierenden Vakanz im Gemeinderat erfahren.
Diese News haben in unserem Kreise natürlich einige Diskussionen
ausgelöst: Ganz besonders die Nachfolgeregelung des Gemeinderates
widerspricht ganz entschieden unserem Demokratieverständnis:
Die SVP hat auf ihrer Liste keine Ersatzleute. Es fehlten
also seinerzeit Kandidaten, die das ganze Wahlprozedere mitgemacht
hätten, sich den Wählern gestellt hätten und ihre Resultate
hätten verdauen müssen, und nun sollen irgendwelche acht Leute,
irgendjemanden bestimmen, und der ist dann Gemeinderat!
Wir sind uns zwar bewusst, dass dieses Szenario den herrschenden
Spielregeln entspricht, aber gegenüber den Nichtgewählten
aller Parteien ist dieses Vorgehen absolut unfair. Jeder,
der schon auf Kandidatensuche ging weiss, dass viele ausgezeichnete
Leute, eine Kandidatur ausschlagen, weil sie die Blamage einer
Nichtwahl nicht riskieren wollen. Soll nun den letzten Unerschrockenen
der Mut abgewürgt werden, indem man ihnen demonstriert, wie
man mit einem ganz einfachen "Schlungg" auch in den Gemeinderat
kommen kann? Auch dem Wähler gegenüber, dem immer und immer
wieder unsere direkte Demokratie als die schönste aller Polittugenden
gepriesen wird, ist ein solches Vorgehen ein Schlag ins Gesicht,
denn allen Proporzwahlsystemen zum Trotz wählen wir Schweizer
in erster Linie Persönlichkeiten und nicht wie die Deutschen,
eine Partei, deren Exponent Regierungsschef wird und sein
Kabinett nach eigenem Gutdünken bildet.
Bei dieser Gelegenheit muss auch das geltende Proporzsystem,
das sogenannte Bernermodell zur Sprache kommen: Dieses lässt
zu, dass im Falle von Signau
- die SVP mit ca. 46 % Wähleranteil 57 % Sitzanteile im Gemeinderat
hat,
- und die übrigen drei Parteien mit ca. 54 % Wähleranteil
aber nur 43 % Sitzanteile! Angesichts dieser Verhältnisse
erinnern wir sehr gerne an die Herren Blocher und Maurer,
beide SVP! die im Vorfeld der Bundesratswahlen mit aller Vehemenz
auf die Einhaltung des Wählerwillens und damit auf eine gerechte
Sitzverteilung insistierten. Bekanntlich haben sie dann auch
mit Hilfe der FDP Recht bekommen!
Insbesondere grosse Parteien, die den Demokratiegedanken hochhalten,
müssen unausgegorene Spielregeln immer wieder hinterfragen,
denn nicht Machterhalt um jeden Preis sondern eine offene,
demokratische Politkultur muss unsere Maxime sein. Aus diesem
Grund appellieren wir an die SVP - Signau, sie möge auf das
Szenario nach Art.43 des Wahlreglementes ( Hineinschleusen
durch eine Nachnomination) verzichten, damit an der Gemeindeversammlung
ein öffentlicher Wahlgang nach Art. 30 durchgeführt werden
kann. Eine solche Haltung würde echtem schweizerischem Demokratieverständnis
entsprechen.
Wir erwarten gerne Ihre Stellungnahme und grüssen freundlich
FDP - Signau / Schüpbach
Alex Fabel, Präsident
Kopie als offener Brief an die Bevölkerung von Signau und
Schüpbach
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halten Sie von dieser "Schlungg"-Aktion der SVP
Signau?
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