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Ein
"Luxus" oder einfach notwendig?
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BZ 22.11.2005
Signaus Stimmvolk entscheidet am
27. November, ob die Farneggstrasse saniert werden soll. Nur
die SP ist dagegen.
Die Signauerinnen und Signauer werden nächstes Wochenende
auch für ein Geschäft an die Urne gerufen, das ihre Gemeinde
betrifft. Es geht um die Frage, ob die Güterstrasse zwischen
Gassen und der Farneggalp sowie dem Stockboden saniert werden
soll. 270 000 Franken beträgt der Kredit. So viel kostet es,
die Oberfläche der fast 3,3 Kilometer langen Strasse zu erneuern.
Die 1985 fertig gestellte Güterstrasse weist Spurrinnen und
Risse auf. Zudem gilt es einen Hangrutsch oberhalb der unteren
Farnegg zu sanieren.
Für die SP zu luxuriös
An die Sanierungskosten haben Bund und Kanton Beiträge in
der Höhe von 130 000 Franken zugesichert. Deshalb werde die
Sanierung «nicht zu einer Neuverschuldung führen», steht in
der Botschaft des Gemeinderates. Trotzdem will die SP diese
Woche in Signau und Schüpbach Flugblätter verteilen und so
zu einem Nein aufrufen. Es handle sich bei der geplanten Sanierung
um eine «Luxusvariante», die nur noch mehr Verkehr anziehe,
erklärt Toni Feller die Haltung der von ihm präsidierten Partei.
Die SP befürchte, dass die Strasse nach dem Ausbau von schweren
Fahrzeugen befahren und gleich wieder beschädigt würde.
Die FDP mit Vorbehalt
Die SVP stimmt dem Geschäft «selbstverständlich» und die EVP
«ganz klar» zu. Für ein Ja wirbt auch die FDP in ihrer Zeitung.
Dass die Sanierung notwendig sei, stellt sie so wenig in Frage
wie SVP und EVP. Aber für die FDP ist auch klar, dass ein
Teil der zu reparierenden Schäden auf schwere Transporte zurückzuführen
ist. Sie fordert den Gemeinderat deshalb auf, nach der Sanierung
«alle möglichen Schutzmassnahmen zu prüfen». Der Gemeinderat
müsse sich von Fachleuten sagen lassen, welche Gewichte die
Strasse ertrage, ohne dass sie gleich wieder Schaden nehme,
sagt FDP-Präsident Alex Fabel und schliesst eine generelle
Gewichtslimite nicht aus. Das aber ginge dem für das Wegwesen
zuständigen Gemeinderat Hans Röthlisberger (EVP) zu weit.
Zumindest während der Auftauperiode werde der Gemeinderat
diesen Winter auf Güterstrassen erstmals Gewichtsbeschränkungen
einführen.
Susanne Graf
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Ganz
früher gab es keine Namen
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BZ 14.11.2005
Der Lokalhistoriker Hans Minder sprach
am FDP-Frühschoppen in Signau über typische Emmentaler Familiennamen.
Hinter Familiennamen verbergen sich Geschichten über Herkunft,
Beruf oder besondere Eigenschaften und Eigenarten unserer
Ahnen. Darum stiess der Vortrag des Lauperswiler Lokalhistorikers
Hans Minder in Signau auf grosses Interesse.
Minder arbeitet seit 10 Jahren an einem Buch über die Herkunft
aller 2700 Bürger von Lauperswil. Zudem ist er Mitglied der
Geniologischen Gesellschaft der Schweiz, und somit bewandert
in Herkunft und Bedeutung von Familiennamen. «Unsere alemannischen
Vorfahren hatten überhaupt keine Familiennamen, einfache Vornamen
waren auf dem Land, wo es wenig Leute gab, genug» weiss er.
Familiennamen waren ein Attribut vornehmer Römer und Griechen.
Später, als die Ortschaften grösser wurden und somit mehrere
Leute mit demselben Vornamen darin wohnten, brauchte es auch
im Emmental eine genauere Bezeichnung. Die bezog sich meist
auf Eigenschaften, Wohnort oder Berufsausübung, manchmal war
es auch ein «Schlämperlig». 1528 hatten zwei Drittel der Täuflinge
in Lauperswil schon einen Familiennamen, der Hänsli vom Geissbühl
wurde zum Hänsli Geissbühler. Hans Minder unterscheidet verschiedene
Kategorien von Familiennamen: «Vom Vornamen abgeleitet wären
Namen mit angehängtem i am Ende, wie Bieri (von Pierre), Josi,
Friedli», sagt er. «Von der Region oder vom Wohnsitz her kommend
sind Bachmann, Tanner, Moosimann, oder Zürcher und Berner.».
Weniger häufig höre man Tiernamen, zum Beispiel Hirschi, Haas
oder Beer (Bär). Geläufig seien dagegen Berufsbezeichnungen,
so: Maurer, Gerber, Beck, Schuhmacher, Küfer, Schneider, Schmied
oder Pfister (Pistor aus dem Lateinischen für Bäcker).
Sag mir, wie du heisst...
Um Amtsinhaber handle es sich bei den Meiers, und zwar stammten
die alle aus der Nordostschweiz. Dort sei es üblich gewesen,
dass immer dieselbe Familie als «Major Domus» das Kirchengut
verwaltete. Im Kanton Bern dagegen habe das jedes Jahr ein
anderer Amtsinhaber gemacht, der deswegen nicht Meier genannt
wurde. Die Hodel oder Hodler dagegen hätten als Qualitätskontrolleure
auf dem Markt das Tuch, die Hudle, begutachtet. Um Eigenschaftsnamen
handle es sich natürlich bei Weiss, Rot, Schwarz, Klein und
Lang; oder ein Grädel sei ein hoch aufgeschossener Mensch.
Um manche Namen zu verstehen, müsste man sich in Althochdeutsch
auskennen, sagte Minder. Interessant sei das Messergebnis,
dass 30 Prozent von Kandidaten namens Schneider gegenüber
den Schmieds tatsächlich klein und leichtgewichtig gewesen
seien. Den eigenen Namen analysierte Minder so: Es hätten
zwei Nachbarn auf einer Egg gehaust, der eine habe mehr Steuern
bezahlt (Meer oder Mehr), der andere eben minder. Natürlich
wollten nun einige Anwesende etwas über ihren eigenen Namen
wissen. Zum Beispiel Fankhauser komme von Fang-Haus, was auf
Jagdaufseher hindeute. Ob Moor dunkelhäutige Ahnen hatte,
oder einen Heiligen namens Maurizius, sei nicht gewiss, sagte
der Experte.
Literatur: Hans Rudolf Christen: Emmentaler Geschlechter-
und Wappenbuch (ISBN 3-85681-405-1); Hans Bahlow: Namen-lexikon
(ISBN-3-81)
· www.ghgb.ch
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EMMENTAL:
Familiennamen – was Tanner, Bieri oder Minder bedeutet
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WZ 17.11.2005
Woher die Namen stammen
Familiennamen verraten einiges über Herkunft und Eigenschaften
der Vorfahren ihrer Träger. Einen Einblick gab der Lokalhistoriker
Hans Minder am Sonntag am Frühschoppen der FDP Sektion Signau-Schüpbach.
Adrian Flückiger
Das Stichwort «Wirtschaftsflüchtlinge» lieferte Sektionspräsident
Alex Fabel schon bei der Begrüssung. Die wenigen Menschen
namens Fabel in der Schweiz stammen nämlich von einem Maurer
aus Mainz ab. Vermutlich um beim Bau der Kirche mitzuhelfen,
kam er um 1770 nach Entlebuch, heiratete eine Einheimische
und blieb.
Entwicklungshelfer im Emmental
Auch in Lauperswil, der Gemeinde von Hans Minder, gibt es
solche Fälle. Manchmal handelte es sich bei den Fremden allerdings
eher um «Entwicklungshelfer». So brachten die Vorfahren der
Familie Bieri im 16. Jahrhundert das Wissen um die Herstellung
von Vollfettkäse aus dem Greyerzerland ins Napfgebiet. Der
Name kommt vom Vornamen Pierre, der hierzulande in der Kurzform
«Pierr-i» ausgesprochen wurde. Selbst häufige und alteingesessene
Geschlechter sind also zuweilen auswärtigen Ursprungs. Die
Endung -i weist gewöhnlich auf die Herleitung von einem Vornamen
hin, den man wie heute noch Hans zu «Hausi» abkürzte. Der
Familienname Lüthi als weiteres Beispiel kommt nicht vom Glockenläuten,
sondern vom Vornamen Leuthold.
Verwirrende Schreibweisen
Die Germanen kannten noch keine Familiennamen. Sie waren nicht
darauf angewiesen, um die Personen in ihrem Umfeld unterscheiden
zu können. Von den Römern und Griechen breitete sich die Verwendung
von Familiennamen über die Städte von Süden nach Norden aus.
In den ländlichen Gegenden der Schweiz hatten etwa seit 1600
alle Personen einen Familiennamen, der unverändert an die
Nachkommen weitergegeben wurde. In Skandinavien war es erst
um 1850 so weit. Bis heute nur Vornamen kennen die Isländer.
Der mit -sen oder -son angehängte Name des Vaters ist in jeder
Generation ein anderer. In der Schweiz erst seit 1876 festgelegt
sind die Schreibweisen. Vorher schrieb man die Namen nach
dem Gehör auf, in den Taufregistern tragen oft selbst Geschwister
unterschiedlich geschriebene Familiennamen wie Küpfer und
Kipfer. Eigenschaften der Person oder ihres Wohnsitzes konnten
ebenfalls die Namensgebung inspirieren. Familien mit auffällig
oft schwarz-, weiss- oder grauhaarigen Mitgliedern hiessen
Schwarz, Wyss oder Grau. Auch Grädel bezieht sich auf das
Aussehen: «Grädel» bezeichnete im Mittelhochdeutschen einen
langen, mageren Menschen. Bachmanns wohnten neben einem Bach,
Tanners oder Buchers neben einem Baum.
Der Spezialfall «Minder»
Etwas komplizierter ist die Herkunft des Namens Minder zu
deuten. In der Nähe von Huttwil gab es zwei Bauern Mehr und
Minder, von denen der eine mehr und der andere «minder» Abgaben
zahlte. Mehr gibt es heute aber wesentlich weniger als Minder.
Daneben verwendete man Berufsbezeichnungen, Ämter oder die
Herkunft zur Namensgebung. Pfister und Sutter kommen vom lateinischen
Wort für Bäcker und Schneider, Hodler vom Tuchkontrolleur
an Märkten («Hudel»). Die Emmentaler Geschlechter vermehrten
sich vergleichsweise stark, weshalb Emmentaler Gemeinden heute
weitaus mehr Heimatberechtigte als Einwohner zählen. Besonders
Amerikaner befinden sich gegenwärtig oft auf der Suche nach
ihren Ursprüngen. Minder empfiehlt den Gemeinden, sie an die
Genealogisch-Heraldische Gesellschaft Bern weiterzuleiten
(www.ghgb.ch).
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SIGNAU: Carl Schenk, Mann des Fortschritts
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WZ 09.06.2005
Gedenkstein erstrahlt in neuem Glanz
Im Rahmen der in Signau stattfindenden Musiktage fand am Samstag
die Einweihung des Gedenksteins von Carl Schenk statt. Der
in die Jahre gekommene Stein wurde von der FDP Signau/Schüpbach
restauriert und präsentiert sich in neuem Kleid.
Lisa Blaser
Ein wenig heruntergekommen stand er über der Dorfstrasse in
Signau. Gesehen hat ihn jeder schon mal, den Gedenkstein von
Carl Schenk. Über die Geschichte dieses engagierten Mannes
wussten aber wohl die wenigsten etwas. Die FDP Signau/Schüpbach
hat den Stein jetzt restauriert und dabei gleich in Archiven
gekramt, um über das Leben dieses Mannes zu berichten. Auch
Carl Schenk war Mitglied der Radikalen Partei, der heutigen
FDP. Er wird als Mann des Fortschritts gelobt und war Signauer
Bürger. Carl Emmanuel Schenk wurde am 1. Dezember 1823 als
Sohn des berühmten Mechanikus Christian Schenk geboren. Bereits
mit 11 Jahren war er Vollwaise und verbrachte seine Jugend
im Internat in Württemberg und später in Kornthal. Er genoss
eine gründliche humanistische Ausbildung, gleichzeitig erwachte
seine Lust am Wandern. Lange konnte er sich nicht entscheiden,
ob er wie sein Vater, Mechanikus werden wollte oder Pfarrer.
Seine Wanderungen brachten ihn unterdessen bis nach Venedig,
wo sein Bruder als Giesser arbeitete. Schliesslich kehrte
er nach Bern zurück. Nach dem Gymnasium ging er an die Uni
und studierte Theologie. Bereits mit 22 Jahren hatte er sein
Studium beendet und 1845 begann er seine Vikariatszeit in
Schüpfen. Wie aus seinem Lebenslauf hervorgeht, war Schenk
kein Dozent im eigentlichen Sinne, sondern er versuchte, seiner
Gemeinde praktische Arbeit zu leisten durch Vereinsgründungen
und Weiterbildung. 1848 heiratete Carl Schenk Elise Kähr,
die Schwester seines Freundes Kähr, eines Radikalen. Schliesslich
wurde er auch Pfarrer in Schüpfen.
Bekennung zum Radikalismus
Schon während seiner Studentenzeit hatte er sich mit Radikalen
angefreundet und in Schüpfen schliesslich zum Radikalismus
bekannt. Schenk fing an, sich für politische Probleme zu engagieren,
vor allem Armen- und Schulfragen waren ihm ein grosses Anliegen.
1863 wurde er schliesslich in den Bundesrat gewählt, wo er
ganze 32 Jahre als aktiver Bundes- rat und sechs Mal als Bundes-
präsident amtete. Besonders hervorgetan hatte er sich mit
einer radikalen Reform der inhumanen Armenfürsorge. Eine kleine
Anekdote zu seinen Wanderungen existiert auch noch: Als er
mit seinen Söhnen vom Genfersee bis nach Marseille wanderte,
wurde der Bundesrat tatsächlich wegen Landstreicherei verhaftet.
Dank Diplomatenausweis war die Sache aber bald geklärt, wobei
sich der Präfekt vor lauter Bückligen fast nicht zu entschuldigen
wusste. Wenn man jetzt also den frisch restaurierten Gedenkstein
in Signau besichtigen geht, kann man sogar ein wenig mitreden,
wenn es um die Geschichte des Doktor Carl Schenk geht.
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Die
Signauer FDP ist stolz auf «ihren» Bundesrat"
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BZ 07.06.2005
Jetzt ist wieder lesbar, an wen der
Gedenkstein beim Schulhaus Signau erinnert: an Bundesrat Carl
Schenk.
Die FDP Signau hat die Feststimmung des vergangenen Wochenendes
ausgenutzt – und die Erinnerung an «ihren» Bundesrat neu aufleben
lassen. Von 1863 bis 1895 war Signau nämlich mit Dr. Johann
Carl Emmanuel Schenk im Bundesrat vertreten. Er war als Sohn
des berühmten Mechanikers Christian Schenk im Schwimmbach
auf die Welt gekommen. Lange wusste er nicht, ob er Mechaniker
oder Pfarrer werden sollte, entschied sich dann aber für das
Theologiestudium.
Die Gotthardbahn
Als 40-Jähriger wurde Carl Schenk also in den Bundesrat gewählt.
Dort übernahm er das Departement des Innern. Zu seiner wichtigsten
Aufgabe gehörte der Bau der Gotthardbahn, die er 1882 eröffnen
konnte. Weniger Erfolg hatte der FDP-Bundesrat jedoch mit
dem Schulgesetz: Carl Schenk wollte das Schulwesen der Kantone
vereinheitlichen, kam damit aber nicht durch. «Damit sind
wir heute noch nicht viel weiter», sagte Signaus FDP-Gemeinderat
Daniel Brechbühl am Samstag. Eine kleine Festgemeinde hatte
sich eingefunden, um die Instandstellung des Gedenksteines
zu feiern. Damit die Erinnerung an ihren Bundesrat nicht verblasst,
hat die Ortssektion die mit den Jahren unleserlich gewordene
Schrift am Gedenkstein auf dem Schulhausplatz erneuert.
Geschichte aufgearbeitet
Der Lauperswiler Hans Minder hat im Auftrag der Signauer FDP
auch die Geschichte des Bundesrates Carl Schenk neu aufgearbeitet.
Die 11-seitige Gedenkschrift kann im Internet unter www.fdp-be.ch/signau
heruntergeladen werden. sgs
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SIGNAU: "Argumente, nicht Schlagworte"
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WZ 26.05.2005
Die FDP Signau-Schüpbach hatte an
ihrem Frühschoppen prominente Gäste geladen. Nationalrätin
Christa Markwalder und Nationalrat Simon Schenk debattierten
unter der Moderation von Alex Fabel (FDP) über die Volksabstimmung
Schengen/Dublin.
Lisa Blaser
Morgens um zehn im Gasthof Bären in Signau. Hände werden geschüttelt,
Bekannte begrüsst. An der Wand hängt ein Plakat der FDP auf
dem gross "Freiheit und Verantwortung" steht. Vor dem Plakat
an einem langen Tisch sitzen drei Leute. Einer davon ist Alex
Fabel, der die Moderation des diesjährigen Frühschoppens der
FDP übernimmt. Links von ihm sitzt die Nationalrätin Christa
Markwalder (FDP), die entspannt aber konzentriert auf den
Anfang des Gesprächs wartet. Rechts des Moderators sehen wir
Simon Schenk, Nationalrat der SVP. Langsam kehrt Stille ein.
***
Alex Fabel ergreift das Wort. "Erst einmal, einen grossen
Dank an unsere Gäste, die beide sofort für dieses Podiumsgespräch
zugesagt haben", beginnt Fabel und grinst verschmitzt als
er fortfährt: "Und noch dazu ohne Gage, nicht wie Bill Clinton,
der für jeden Zuschauer fast 1500 Franken wollte." Ein Schmunzeln
geht durch die Runde. Das Eis ist gebrochen, die Stimmung
wird offen und erwartungsvoll. "Argumente - nicht Schlagworte"
heisst es auf der Einladung der FDP zu diesem Frühschoppen.
Man ist gespannt, ob die Nationalräte dieses Motto einhalten
können. Schliesslich geht es um ein brisantes Thema: Die Abstimmung
über Schengen/Dublin.
***
Heute soll Klarheit in die Bedingungen und Auswirkungen der
Volksabstimmung gebracht werden. Der Moderator beginnt mit
einem Auszug aus dem Schengen- Dublin-Abkommen. Dann richtet
er sein Wort an Nationalrat Schenk. "Herr Simon Schenk, Schengen
ist ein kleines, hübsches Land in Luxemburg..., von dort können
doch nur gute Dinge kommen...", nimmt ihn Fabel ein wenig
hoch. Allgemeines Lachen breitet sich im Saal aus. Auch Simon
Schenk zeigt sich erheitert. Der Moderator hat ein Händchen
dafür, die politische Debatte humorvoll anzugehen.
***
Für Simon Schenk wäre ein Ja zu Schengen/Dublin ein klarer
Schritt Richtung EU. Ein Punkt, den er durch die ganze Debatte
zieht. Zeitweise hat man sogar ein wenig das Gefühl, hier
würde gerade über den EU-Beitritt abgestimmt. Was natürlich
nicht der Fall ist, aber für Simon Schenk ist dies eines der
Hauptargumente. Im Weiteren kritisiert er die Bestimmung,
dass Binnengrenzen an jeder Stelle ohne Personenkontrolle
überschritten werden. Für den Nationalrat würden solche Regelungen
die Schweiz zu einem "Löcherbecki" machen. Als Schenk seine
Position dargelegt hat, geht das Wort an Christa Markwalder.
***
Ihre Argumentation wirkt sehr überlegt. Sie spricht überzeugt
von den Vorteilen des SIS, des Schengener Informationssystems,
eine Datenbank in der polizeilich gesuchte Personen erfasst
werden können. Sie erklärt das System Eurodac, mit dem Ausländer,
welche in mehreren Ländern Asylgesuche stellen, wieder an
das Land verwiesen werden, wo sie zuerst um Asyl baten. Simon
Schenk spricht leidenschaftlich gegen Markwalders Argumentationen,
doch die Nationalrätin der FDP lässt sich nicht beirren. Die
Lockerheit bleibt dem Gespräch treu. Am Ende des Gesprächs
liegen noch viele Argumente in der Luft. Die Besucher werden
sich Zuhause bestimmt noch eigene Gedanken darüber machen.
Und somit hat das Podiumsgespräch sein Ziel nicht verfehlt.
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Die Einbrüche der letzten Zeit werden zum Thema
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BZ 22.05.2004
Die Anzahl Einbrüche in der Gemeinde
Signau sei «Besorgnis erregend», findet die FDP Signau-Schüpbach.
Die Sicherheit im Hausbereich - sprich die Gefahr von Einbrüchen:
Das ist das Thema des öffentlichen Frühschoppens, zu dem die
FDP Signau-Schüpbach morgen Sonntag einlädt. «Die Anzahl der
Hauseinbrüche in unserer Gemeinde ist Besorgnis erregend»,
hält die Partei in einem Informationsschreiben fest. Was bedeutet
diese Aussage in Zahlen? «In diesem Jahr wurden uns bis jetzt
zwei Einbrüche gemeldet», sagt Heinz Pfeuti, Pressesprecher
bei der Kantonspolizei Bern. Die Gemeinde Signau habe im Vergleich
mit anderen Gemeinden wenig Einbrüche, fügt er hinzu.
Macht die örtliche FDP also auf Panik? «Nein - überhaupt nicht»,
antwortet Simon Hofstetter, Verfasser des Informationsblattes,
und betont: «Es ist eine Tatsache, dass in den letzten Jahren
die Zahl der Einbrüche zugenommen hat. » Hofstetter nennt
die Einbrüche im Coop und bei Holzbau Wälti. Diese Delikte
liegen allerdings ein paar Monate zurück. «Wir wollen mit
unserer Aussage nur sensibilisieren», stellt Hofstetter klar.
Und schliesslich stehe es der Bevölkerung frei, am Frühschoppen
teilzunehmen und sich über mögliche Präventionsmassnahmen
zu informieren. jgr
Signauer Frühschoppen: Morgen Sonntag ab 10 Uhr im «Bären».
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SIGNAU: Mit Unterschriften Druck ausüben
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WZ 01.04.2004
Die FDP wehrt sich gegen die Nachnomination eines SVP-Kandidaten.
An der Hauptversammlung der FDP Signau
wurde ausführlich über die Ersatzwahl für den Gemeinderat
diskutiert. Mit einer Unterschriftensammlung wollen die Freisinnigen
jetzt noch mehr Druck auf die SVP ausüben.
Adrian Schmid
«In Signau handelt die SVP nach dem Motto ‹alle Macht für
uns›. Es herrscht eine SVP-Demokratur», polterte FDP-Präsident
Alex Fabel. Den Stein ins Rollen gebracht hat der angekündigte
Rücktritt von Gemeindepräsident Hans Hirschi (SVP). Gemäss
Reglement ist es nun möglich, dass acht Stimmberechtigte bestimmen
können, wer für Hirschi in die Signauer Exekutive nachrutschen
wird. Dies weil die SVP an den letzten Wahlen als einzige
Partei keine Ersatzleute aufgestellt hatte. In einem offenen
Brief kritisierte die FDP das Vorgehen der SVP, da dieses
nicht dem Demokratieverständnis entspreche (die «WZ» berichtete).
Die Freisinnigen fordern eine richtige Ersatzwahl. Dieses
Szenario ist aber nur dann möglich, wenn die SVP freiwillig
darauf verzichtet, einen Nachfolger innert nützlicher Frist
vorzuschlagen. Die SVP hat aber bereits signalisiert, dass
man diesem Wunsch nicht nachkommen wolle.
Kommt durch die Hintertür
«Wenn die SVP will, dann ist ihr Kandidat gewählt», stellte
FDP-Gemeinderat Daniel Brechbühl darum richtig fest. Alex
Fabel betonte zwar, dass man das bestehende Reglement akzeptiere,
zumal man ja auch bei der Ausarbeitung beteiligt war. Dies
heisst aber noch lange nicht, dass sich die FDP mit dieser
Situation abfindet. Mit einer Unterschriftensammlung wollen
die Freisinnigen den moralischen Druck auf die SVP jetzt nochmals
erhöhen. «So möchte ich nicht Gemeinderat werden», meinte
FDP-Vizepräsident Armin Latscha. Er hätte Mühe damit, wenn
er als neuer SVP-Gemeinderat trotz einer Opposition von 250
Unterschriften durch die Hintertür in den Gemeinderat gewählt
würde, so Latscha weiter.
Präsidium ebenfalls im Visier
Bei der FDP setzt man auf eine nachhaltige Wirkung der ganzen
Aktion. «Wir können dadurch die Bevölkerung für spätere Wahlen
sensibilisieren», war Alex Fabel überzeugt. Und schliesslich
müssen ja auch der Posten des Gemeindepräsidenten und des
Vize neu bestellt werden. Bei diesen echten Wahlen wollen
die Freisinnigen das Feld erneut nicht einfach der SVP überlassen.
Dabei hoffen die Freisinnigen auf die Unterstützung der beiden
anderen Ortsparteien SP und EVP. Im Weiteren soll künftig
eine FDP-Zeitung an die Bevölkerung abgegeben werden. Zur
Zeit zählt die FDP Signau-Schüpbach 25 Mitglieder und 23 Sympathisanten.
Markwalder unterstützt ihre Parteikollegen
Als Gast war auch Nationalrätin Christa Markwalder, Burgdorf,
bei der Hauptversammlung der FDP Signau-Schüpbach anwesend.
In einem Referat berichtete sie von ihren ersten Erfahrungen
im Bundeshaus. Markwalder liess sich jedoch auch zu einem
kurzen Kommentar zur Signauer Gemeindepolitik bewegen. «Ich
finde es genial, wenn so ein Kampfgeist da ist. Die Freisinnigen
sollen sich wehren», unterstützte Markwalder die Absichten
der FDP Signau-Schüpbach. |
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Die FDP erhöht ihren Druck
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BZ 27.03.2004
In ihrem Kampf für eine offene Ersatzwahl startet die FDP
Signau nun sogar eine Unterschriftensammlung. EVP und SP jedoch
schicken sich in das geltende Reglement und lassen die SVP
gewähren.
Susanne Graf
Das will die FDP Signau nun einfach nicht hinnehmen: Dass
die SVP alleine bestimmen kann, wer für den demissionierenden
Hans Hirschi in den Gemeinderat nachrutscht (wir berichteten).
Letzte Woche versuchte sie, mit einem offenen Brief «moralischen
Druck» auf die SVP auszuüben und sie dazu zu bewegen, freiwillig
auf ihr Recht zu verzichten und offene Ersatzwahlen zu ermöglichen,
an denen sich alle Parteien beteiligen könnten. Doch diese
Forderung lässt die SVP kalt, wie die FDP der Presse entnehmen
musste.
Jetzt mit Unterschriften
Jetzt erhöht sie den Druck. An ihrer Hauptversammlung beschloss
die FDP, Unterschriften zu sammeln. Es sei ihm wohl bewusst,
dass sich die SVP mit ihrem Verhalten nach dem gültigen Reglement
richte, sagte Parteipräsident Alex Fabel. An diesem Reglement
wolle er auch nicht rütteln. «Wir fordern die SVP lediglich
auf, eine demokratische Wahl zu ermöglichen», - also jenes
Szenario vorzuziehen, das gemäss Reglement zum Zug käme, falls
die SVP nicht innert nützlicher Frist einen Kandidaten fände.
Die Tatsache, dass Unterschriften gesammelt werden, soll,
so hofft die FDP, potenzielle SVP-Kandidaten davon abhalten,
in den Gemeinderat nachzurutschen, ohne sich einer Wahl gestellt
zu haben. «Doch wenn die SVP will, ist ihr Kandidat als Ersatz
gewählt; da dürfen wir uns keine Illusionen machen», sagte
der FDP-Gemeinderat Daniel Brechbühl an der Hauptversammlung.
SP und EVP helfen kaum
Bei der SP und der EVP, die wie die Freisinnigen ebenfalls
je einen Gemeinderatssitz inne haben, hofft die FDP wohl vergebens
auf Unterstützung. Zwar wurde die FDP-Aktion in den Parteivorständen
bisher nicht diskutiert. SP-Präsident Anton Feller aber sagt:
«Ich persönlich würde diese Unterschriftensammlung nicht unterstützen.
» Ähnlich tönt es bei der EVP: Dazu seien Reglemente da, dass
sie ausserordentliche Situationen regelten, sagt ihr Gemeinderat
Hans Röthlisberger.
Noch nicht offiziell
Hans Hirschi hat seinen Rücktritt angekündigt, aber noch nicht
offiziell eingereicht. Damit konnte Gemeindeschreiber Max
Sterchi auch noch nicht aktiv werden. An ihm wird es sein,
die SVP aufzufordern, innert einer zehntätigen Frist den Nachfolger
oder die Nachfolgerin zu bestimmen. Spätestens bis Ende Juni
sollte es soweit sein. Auf diesen Zeitpunkt hat Hirschi seinen
Rücktritt angekündigt. Besser wäre es gemäss Sterchi jedoch,
wenn die Nachfolge bis am 24. Mai geregelt wäre. Dann nämlich
bestimmt die Gemeindeversammlung das neue Gemeindepräsidium.
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SIGNAU: FDP-Forderung lässt SVP kalt
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WZ 25.03.2004
In einem offenen Brief äussert sich die FDP Signau zur Ersatzwahl
in den Gemeinderat. Sie fordert die SVP auf, einen öffentlichen
Wahlgang zu ermöglichen. Diese will nichts davon wissen und
hält daran fest, selber einen Kandidaten zu bestimmen.
sbw. Begonnen hat alles mit dem angekündigten Rücktritt von
Gemeindepräsident Hans Hirschi (SVP) per Ende Juni 2004. Weil
Hirschi auch als Gemeinderat demissionieren wird und die SVP
über keine Ersatzleute verfügt, muss die Partei gemäss Reglement
einen Nachfolger suchen. Der Gemeinderatssitz steht ihr zu.
Genau dieser Umstand veranlasste die FDP Signau nun, einen
offenen Brief zu formulieren. «Der SVP fehlten seinerzeit
Kandidaten, die das ganze Wahlprozedere mitgemacht hätten»,
schreibt FDP-Präsident Alex Fabel. Dass nun «irgendwelche
acht Leute irgendjemanden bestimmen» könnten, entspreche zwar
den Spielregeln. Aber gegenüber den Nichtgewählten aller Parteien
und gegnüber den Wählern sei dieses Vorgehen unfair. «Die
SVP mit zirka 46 Prozent Wähleranteil hat 57 Prozent Sitzanteile
im Gemeinderat, und die übrigen drei Parteien mit zirka 54
Prozent Wähleranteil nur 43 Prozent Sitzanteile», prangert
der Parteipräsident weiter an. Unausgegorene Spielregeln müssten
immer wieder hinterfragt werden. Mit ihrem Brief wollten sie
moralischen Druck auf die SVP ausüben, erklärt Alex Fabel
auf Anfrage.
Das macht auf SVP-Präsident Marcel Sallin wenig Eindruck.
Ihr Handeln entspreche dem Reglement, das mit viel Aufwand
und unter Mitarbeit auch der FDP erstellt worden sei. «Ich
kann nicht begreifen, warum man dieses Reglement nun auseinandernehmen
muss, gerade so, wie es einem passt», äussert sich Marcel
Sallin. Die SVP werde deshalb der Forderung der FDP nicht
nachkommen und nach einem Ersatzkandidaten suchen. |
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FDP würde gerne mit den Spielregeln
brechen
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BZ 19.03.2004
Die FDP würde gerne mit den Spielregeln
brechen Die SVP kann ohne Wahlprozedere einen Nachfolger von
Hans Hirschi in den Gemeinderat hieven. Das passt der FDP
nicht. Sie versucht nun, auf die SVP moralischen Druck auszuüben.
Susanne Graf
Auf Mitte Jahr tritt Signaus Gemeinderatspräsident Hans Hirschi
(SVP) zurück. Diese Neuigkeit habe bei der FDP «natürlich
einige Diskussionen ausgelöst», wie sie in einem offenen Brief
an die SVP Signau schreibt. Vor allem die Nachfolgeregelung
gibt bei der FDP zu reden. Weil bei den vergangenen Wahlen
alle von der SVP aufgestellten Kandidatinnen und Kandidaten
in den Gemeinderat gewählt wurden, gibt es jetzt keine Ersatzleute,
die für Hirschi nachrutschen könnten. Acht von den zehn Personen,
die seinerzeit die Wahlvorschläge unterschrieben haben, können
nun eine Nachnomination vornehmen. Die von ihnen vorgeschlagene
Person gilt als gewählt. So will es das Gemeindereglement
von Signau.
«Absolut unfair»
«Wir sind uns zwar bewusst, dass dieses Szenario den herrschenden
Spielregeln entspricht», schreibt die FDP, «aber gegenüber
den Nichtgewählten aller Parteien ist dieses Vorgehen absolut
unfair. » Hier werde demonstriert, wie man mit einem «einfachen
Schlungg» in den Gemeinderat kommen könne, ohne vorher die
Blamage einer Nichtwahl riskiert zu haben, kritisieren die
Freisinnigen. «Auf Grund etlicher Reaktionen aus der Bevölkerung
versuchen wir nun, moralischen Druck auf die SVP auszuüben»,
sagt FDP-Präsident Alex Fabel. Die FDP appelliert an die SVP,
sie möge auf das «Hineinschleusen durch eine Nachnomination»
verzichten und an der Gemeindeversammlung vom 24. Mai einen
öffentlichen Wahlgang ermöglichen. Einen Wahlgang, bei dem
auch sie Kandidaten aufstellen könnte.
Kein freiwilliger Verzicht
Doch darauf wird die SVP kaum eintreten, wie die Reaktion
ihres Präsidenten Marcel Sallin zeigt: «Das wäre einerseits
kostentreibend, und wir müssten uns andererseits fragen, wofür
wir denn dieses Reglement aufgebaut hätten. » Nur wenn es
die SVP nicht schaffen würde, jemanden zu nominieren, käme
- wieder gemäss Reglement - ein offener Wahlgang in Frage.
Er verstehe ja, sagt Sallin, dass die FDP diese Idee in die
Runde werfe. «Uns ist sie ein Ansporn, effektiv einen guten
Nachfolger zu nominieren», verspricht er.
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SIGNAU: Fusioniert Signau bald mit
Bowil?
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WZ 30.10.2003
FDP diskutierte über eine Gemeindefusion
Der Frühschoppen der FDP Signau-Schüpbach
behandelte am letzten Sonntag das Thema Gemeindefusion. Nebst
dem Standpunkt des Kantons wurde auch ein Beispiel aus der
Praxis vorgestellt. Am Ende kürte man Bowil zum Wunschpartner.
Die Einladung zum Frühschoppen der FDP Signau-Schüpbach las
sich wie eine Zeitungsanzeige: «Potente Berner Gemeinde zwecks
Übernahme der Gemeinde Signau gesucht. Geboten wird eine nebelfreie,
intakte Landschaft und nebenbei auch noch ein paar Millionen
Franken Schulden.» Damit wollte die örtliche FDP natürlich
provozieren und die Leute anlocken. Doch obwohl die Offerte
auch nach Röthenbach, Eggiwil. Langnau, Lauperswil und Bowil
ging, blieben die zwei Dutzend Signauer und Schüpbacher an
diesem Sonntagmorgen unter ihresgleichen.
Signau hat optimale Grösse
Das Thema Gemeindefusion steht in den FDP-Legislaturzielen
und daher wurde diese Frage auch angerissen. Christoph Miesch,
Vorsteher des Amtes für Gemeinden und Raumordnung, erläuterte
in seinem Referat die Sichtweise des Kantons. «Bei 2500 bis
4000 Einwohnern macht eine Fusion Sinn», erklärte Miesch.
Signau hätte also die optimale Grösse. Obwohl der Kanton Bern
am meisten Gemeinden hat, wollen die Behörden keine Fusionen
erzwingen. Man unterstütze zwar entsprechende Bestrebungen,
doch diese müssten von den Gemeinden initiiert werden, erläuterte
Miesch die Strategie. Er gab aber noch einen Tipp: «Aus Erfahrung
wissen wir, dass alle Gemeinderäte dahinter stehen müssen.
Ansonsten ist das Vorhaben zum Scheitern verurteilt.»
Beispiel Wichtrach
Dies konnte René Altmann, Gemeinderat der Fusionsgemeinde
Wichtrach, anhand seiner Erfahrungen aus der Praxis bestätigen.
Ab 2004 werden Ober- und Niederwichtrach nämlich gemeinsame
Wege gehen. Bevor man im Aaretal jedoch so weit war, mussten
verschiedene Hürden übersprungen werden. Rund vier Jahre dauerten
die Vorbereitungsarbeiten. «Es wurden Unwahrheiten verbreitet.
Darum mussten wir auch mit den Kritikern rasch das Gespräch
suchen», meinte René Altmann. Die ganze Fusion soll am Ende
beide Gemeinden zirka 200’000 Franken kosten. «Wenn man bescheiden
bleibt, werden die Kosten in ein bis zwei Jahren wieder amortisiert
sein.»
Engere Zusammenarbeit
Ob auch Signau einen Fusionspartner finden wird, ist zurzeit
noch ungewiss. Es muss ja nicht unbedingt ein totaler Zusammenschluss
sein. Einige Votanten unterstrichen darum, dass es zwischen
Alleingang und Fusion noch Zwischenschritte gebe. Signau arbeitet
bereits heute in verschiedenen Bereichen eng mit anderen Gemeinden
zusammen. Dies könne noch ausgebaut werden, war von einigen
Frühschoppen-Besuchern zu hören.
Bowil als Wunschkandidat
Am Schluss liess FDP-Vizepräsident Armin Latscha die Katze
aber doch noch aus dem Sack. Er kürte kurzerhand Bowil zum
Wunschkandidaten einer allfälligen Fusion. Auch bei der anschliessenden
Abstimmung unter den Anwesenden fand sich eine Mehrheit für
diese Idee. Gegenstimmen gab es auf jeden Fall keine. Vielleicht
wird sich Bowil ja schon bald auf das Inserat der Signauer
FDP melden.
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Die FDP flirtet mit Gemeinden
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BZ 27.10.2003
Frühlingsgefühle im Herbst. Die Signauer
FDP sichtet die heiratswilligen Gemeinden in ihrer Umgebung.
Bis 2008 möchte sie die Gemeinde Signau fusioniert haben.
Attraktiv ist die Nachbarin Bowil.
Dominik Balmer
Läuten in Signau bald schon die Hochzeitsglocken? Die örtliche
FDP jedenfalls geht für ihre Gemeinde auf Brautschau. Und
sie stellt Ansprüche: Genug Eigenkapital soll die Partnerin
aufweisen, und der Steuerfuss muss klein sein. «Bis 2008 werden
wir jemanden gefunden haben», verkündete FDP-Vizepräsident
Armin Latscha im Gasthof Bären in Signau vor 20 Personen.
Im Gegenzug bietet die Gemeinde Signau gemäss FDP eine nebelfreie
und intakte Landschaft, hat aber auch acht Millionen Franken
Schulden.
Als realistisch bezeichnete Latscha die Fusion mit Bowil,
Eggiwil oder Röthenbach. Weniger in Frage käme für die FDP
ein Zusammenschluss mit Langnau. Auch Lauperswil und Rüderswil
gehören nicht zu den Wunschkandidaten. Die Zusammenarbeit
dieser Gemeinden untereinander sei zu intensiv, sagte Latscha.
Und er betonte, dass man die Vertreter der umliegenden Gemeinden
eingeladen habe, diese aber «leider nicht zahlreich» erschienen
seien.
Fusion mit Muri?
Gleich zwei Brautführer leisteten der Signauer FDP Beistand.
Christoph Miesch, Vorsteher des Amtes für Gemeinden und Raumordnung,
meinte, Signau habe mit 3000 Einwohnern die ideale Grösse
für einen Gemeindezusammenschluss. Wichtig sei vor allem,
dass «die Gemeinderäte voll dahinter stehen, sonst klappts
nicht». Auch eine frühzeitige Information der Bevölkerung
erachtete Miesch als zentral. Theoretisch könnte sich die
Gemeinde Signau mit Muri zusammenschliessen. Doch es sei wie
in einer Ehe, schränkte er ein, «der Partner muss auch einverstanden
sein».
Gefunden haben sich die beiden Gemeinden Ober- und Niederwichtrach.
2004 tritt die Fusion in Kraft. «Viele Leute streuen Unsicherheiten.
Deshalb müssen die Fakten auf dem Tisch liegen», lautete ein
Rat von René Altmann, Gemeinderat von Oberwichtrach. Wichtig
sei, dass die Arbeit zwischen den Gemeinden schon während
mehrerer Jahre gepflegt worden sei, sagte der zweite Brautführer.
200000 Franken Kosten
«Eine politische Vielfalt ist entstanden», strich Altmann
einen positiven Effekt der Wichtracher Fusion hervor. So würden
für sieben Gemeinderatssitze 22 Personen kandidieren. Er rechnet
für Wichtrach damit, dass ein bis zwei Steuerzehntel gespart
werden können. Somit seien die Kosten der Fusion von 200000
Franken pro Gemeinde in zwei Jahren erwirtschaftet.
FDP-Vizepräsident Latscha wusste am Schluss, wie er seiner
Wunschpartnerin Bowil schöne Augen machen kann: «Wir suchen
einen Investor für die Ballsporthalle und stellen sie an der
Grenze zu Bowil auf», meinte er augenzwinkernd.
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SIGNAU:20 Millionen Jahre an einem
Nachmittag
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WZ 18.09.2003
Das Gestein ist der Spiegel längst
vergangener Zeiten
Eine geologische Wanderung in den
Niedermattgraben bei Signau gewährte am Samstag Einblick in
die Millionen Jahre, in denen der Untergrund des Emmentals
entstanden ist. Fachmann und Leiter der Exkursion, zu der
die Signauer Sektion der FDP eingeladen hatte, war Peter Andres.
von Manfred Joss
Zu behaupten, der Niedermattgraben sei für den Verfasser dieser
Zeilen Neuland, wäre nicht ganz richtig. Ungezählte Male war
das schmale Natursträsschen zwischen Schüpbach und der Waldhäusern
die Unterlage für einen letzten Effort, bevor Velo und Fahrer
schwer keuchend das Zuhause oben bei der Moosegg erreichten
(es keuchte wohlgemerkt nur der Fahrer). Dass sich die Konzentration
des Sportlers eher auf seinen rasenden Puls als auf geologische
Feinheiten richtete, ist der Grund, weshalb die Exkursion
in den Niedermattgraben doch noch mit dem Betreten von Neuland
verglichen werden kann.
Tropisches Klima
Obwohl Geologie in jedem Moment stattfindet und nie abgeschlossen
ist, rechnen Geologen meist in Jahrmillionen, was es schwierig
macht, sich die Vorgänge vorzustellen. Die Exkursion löste
dieses Problem elegant: Weil sich neue Gesteinsschichten stets
über die alten legen, werden die Gesteine jünger, je höher
man steigt. Millionen Jahre sind daher in wenigen Kilometern
einer Wanderung sicht- und erfahrbar.
Vor gut 20 Millionen Jahren begannen die für die Entstehung
des Emmentals massgeblichen Ereignisse. Obwohl schon eine
klimatische Abkühlung im Gang war, herrschte in unseren Breiten
tropisches Wetter, mit allem was dazu gehört: Monsunregen,
selten weniger als 20 Grad, feucht-heisses Klima. Dazu kam,
dass sich die Alpen auf Höhen zwischen 8000 und 10'000 Meter
empor gehoben hatten. Diese Kombination – hohe Berge, extremes
Klima – setzten enorme Kräfte frei. Gigantische Flüsse transportierten
Gestein und Geröll ins Mittelland, das von einem Meer bedeckt
war. Es entstanden grosse Deltas, zum Beispiel das bis in
den Aargau und bis Biel reichende Napfdelta. Dessen Ablagerungen
sind im Niedermattgraben heute sichtbar, weil der Abhang bergseits
des Strässchens den Blick auf das blanke Gestein freigibt.
Lebensfeindliches Delta
Fossilien sind in der Molasse, wie der Fachausdruck für diese
Art Gestein heisst, kaum zu finden. Der Grund ist der lebensfeindliche
Charakter eines Deltas; es verändert öfters sein Gesicht,
weil es den Launen der Riesenflüsse ausgesetzt ist, die unablässig
Material aus dem Gebirge herantransportieren. Ziemlich ganau
auf 800 Metern über Meer fanden die Teilnehmer der Wanderung
dennoch Überrreste von Schnecken. Die «Schnägglischicht»,
wie sie Peter Andres bezeichnete, ist genau die Grenze zwischen
Meeres- und Süsswassermolasse. Über dieser Grenze befindet
sich heute das Gestein, das vor weniger als 12,5 Millionen
Jahren entstand, als sich das Meer endgültig aus dem Mittelland
zurückgezogen hatte. Die gefundene Schnecke hatte also 12,5
Millionen Jahre warten müssen, bis sie letzten Samstag wieder
einmal ans Tageslicht kam.
Im Emmental gibt es Kohle
Die ansehnliche Schar der Wanderer erfuhr manch Erstaunliches.
Unvermittelt fand man sich inmitten eines alten Flussbetts
wieder, dessen V-förmiger Untergrund aus Sandstein besteht
und das später von Geröll gefüllt wurde (heute ist dieses
Material zu Nagelfluh zementiert). Die bräunliche Farbe in
einigen Gesteinsschichten stammt von Pflanzen, die mittlerweile
verkohlt sind. Für einen wirtschaftlich lohnenden Abbau sind
die Vorkommen aber qualitativ zu schlecht und viel zu verzettelt.
Peter Andres hatte für jedes Rätsel die passende Erklärung.
Von wo stammen zum Beispiel die rötlichen Steine an der Emme,
wenn es doch in den Alpen nirgends solche gibt? Antwort: Die
Alpen sind heute viel tiefer als früher, kilometerdicke Decken
sind abgetragen worden. Kümmerliche Reste einst mächtiger
Schichten sind heute noch in Form einzelner Steine im Alpenvorland
zu finden.
Erst «kürzlich»: Eiszeit
Vergleichsweise spät, erst seit zwei Millionen Jahren, haben
Eiszeiten Spuren hinterlassen, und werden es wohl auch in
Zukunft tun. Die mächtigste hat das Emmental etwa einen Kilometer
dick mit Eis überzogen. Die letzte Eiszeit, die erst vor 10'000
Jahren zu Ende ging, schickte die Gletscher noch bis Schüpbach.
Das schnelle Abschmelzen zum Schluss der Kälteperioden hat
die Tälerlandschaft des Emmentals geprägt und Schutt in die
Haupttäler geschwemmt; in diesem Material fliesst heute das
Grundwasser. Als Eis noch kein Thema war im Emmental, vor
knapp 20 Millionen Jahren, bildeten sich die seltsamen Knauer
(siehe Bild), eingeschlossene, ellipsenförmige «Chempen».
Sie kommen aus einer Zeit, in der die Leute Sandstrand und
hohen Wellengang hätten geniessen können, wenn es schon Menschen
gegeben hätte. Die ständige Brandung im Wattenmeer sorgte
seinerzeit dafür, dass sich an bestimmten Stellen der Sand
auf andere Art und Weise band («fraktionierte») als üblich.
Daraus sind die Knauer hervorgegangen.
Zum Schluss der 20 Millionen Jahre dauernden Wanderung (zugegeben:
im Zeitraffer) spendierte die organisierende FDP allen Teilnehmern
ein Apéro. Vielleicht hat die eine oder der andere den leisen
Ärger hinuntergespült, dass der wellendominierte Sandstrand
heutzutage aus dem Emmental verschwunden und einem engen «Chrachen»
gewichen ist.
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SIGNAU: FDP hat eine Webseite
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BZ 29.08.2003
Die FDP Signau/Schüpbach hat einen eigenen Internetauftritt.
Unter www.fdp-be.ch/signau gibt es Informationen zu den in
der Sektion aktiven Personen, ihrer Grundhaltung und Politik
sowie zur Geschichte der Partei. Die Plattform bietet auch
interaktive Teile: Die Webseitenbesucher sind aufgefordert,
an den Umfragen zu aktuellen Themen teilzunehmen. Momentan
läuft eine Umfrage zum Bau einer neuen Ballsporthalle
in Signau. pd
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Zukunft ist noch nicht entschieden
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BZ 26.05.2003
Die FDP Signau lud zu einer Diskussion
über die Zukunft des Bahnhofs. Die Meinungen darüber gehen
auseinander: Insbesondere die SBB und die Denkmalpflege haben
unterschiedliche Ansichten.
Simon Zurbrügg
"Die SBBmachen aus dem Bahnhof in Signau eine unpersönliche
Tramhaltestelle", kritisiert Hans Peter Würsten, Kreisleiter
der Katonalen Denkmalpflege. Holger Kaletsch von den SBB Immobilien
kontert: "Die Vorstellungen der Denkmalpflege kosten viel.
" Beide hat die FDP Signau-Schüpbach eingeladen, um im "Bären"-Saal
über die Zukunft des hiesigen Bahnhofs zu referieren. Beim
öffentlichen Frühschoppen sollen sich die zahlreich erschienenen
Bürgerinnen und Bürger eine Meinung bilden können.
Nicht jeder überlebt
Tatsächlich spaltet die Zukunft der Bahnhöfe die Gemüter -
und das nicht nur in Signau. Bis 2004 entstehen zwischen Worb
und Tägertschi, zwischen Konolfingen und Zäziwil sowie rund
um den Bahnhof Signau Doppelspurinseln. Die Züge verkehren
dann im Halbstundentakt. Gleichzeitig bekommen die Bahnhöfe
ein neues Erscheinungsbild. Und nicht jeder Landbahnhof entlang
der Linie Bern-Langnau überlebt das. Hans Peter Würsten weist
deshalb auf die geschichtliche Bedeutung des Bahnhofs Signau
hin. "Er gehört zu einem Gesamtkonzept, nach dem die Bahnhöfe
an dieser Strecke gebaut wurden. " Die Riegelhäuschen mit
ihrem charakteristischen Kreuzgiebel repräsentierten etwas
vom Pioniergeist des Bahnbaus um 1860, sagt er. Zudem bildeten
Bahnhof und Bahnhofrestaurant eine selten gewordene Einheit.
"Es braucht Unternehmergeist, damit der Bahnhof einen anderen
Nutzen erfüllen könnte. " Schönbühl habe gezeigt: Eine aktive
Zusammenarbeit zwischen Gemeinde, SBB und Denkmalpflege könne
erfolgreich sein. Würsten appelliert an die SBB, das Natur-
und Heimatschutzgesetz ernst zu nehmen.
"Sanierung käme zu teuer"
"Wir haben noch keinen endgültigen Entscheid gefällt", erklärt
SBB-Mann Holger Kaletsch. Das Bahnhofgebäude stehe schief,
sei in einem ganz schlechten Zustand. Eine Sanierung käme
teuer; die SBB wären nicht bereit, die Kosten selbst zu zahlen.
In einem Abriss und einem "nach dem zukünftigen Nutzen ausgerichteten
Neubau" sieht Kaletsch die günstigere Lösung. Die Suche nach
potenziellen Mietern für den Altbau sei schlecht verlaufen,
und ein Verkauf werde nicht prioritär angestrebt, da auch
in Zukunft die SBB mit dem Gebäude in Verbindung gebracht
würden. Für und Wider eines Abbruchs oder einer Gemeindebeteiligung
kommen in der Publikumsdiskussion zum Ausdruck. SBB und Denkmalpflege
werden nun eine öffentliche Führung zum Bahnhofgebäude durchführen,
damit sich die Signauer Bevölkerung selbst ein Bild machen
kann. |
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Podium zu Atomstrominitiative
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WZ 08.05.03
Am letzten Mittwochabend luden die FDP Signau/Schüpbach und
die Jungfreisinnigen Langnau im "Thurm" in Signau zur Podiumsdiskussion
zu den beiden Atomstromvorlagen "Strom ohne Atom" und "Moratorium
plus". Am Podium diskutierten die Initiativenbefürworter Nationalrätin
Ursula Wyss und Nationalrat Peter Vollmer sowie deren Gegner
Ständerat Hans Lauri und Nationalrat Hermann Weyeneth. Die
Ausstiegsbefürworter Wyss und Vollmer führen vor allem Sicherheitsgründe
für ihre Position an. Des öftern träten in den Atomkraftwerken
Sicherheitslücken auf, was gefährliche Auswirkungen für die
Bevölkerung haben könne. Zudem sei das Problem der Lagerung
des radioaktiven Abfalls noch nicht gelöst. Die Ausstiegsgegner
Lauri und Weyeneth argumentierten insbesondere mit dem volkswirtschaftlichen
Schaden, den ein rascher Ausstieg aus der Atomenergie, wie
ihn die Initiativen vorschreiben, bewirken würde. Insbesondere
Kleinunternehmen wären durch erhöhte Strompreise davon betroffen.
In der Schlussrunde diskutierte das Publikum mit den Referenten
die Frage, welche Alternativen denn überhaupt den grossen
Produktionsausfall decken können. Geleitet wurde die Debatte
von Bernhard Kislig, Inlandredaktor bei der Berner Zeitung
BZ. Martin Renggli, Leiter der Abteilung Energiewirtschaft
des Bundesamtes für Energie hielt ein einleitendes Gespräch.
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Brigitte Bolli besuchte die FDP Signau
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WZ 27.03.2003
Am 20. März ging die mittlerweile vierte Hauptversammlung
der FDP Signau/Schüpbach über die Bühne. Präsident Alex Fabel
konnte auf ein gelungenes Wahljahr zurückblicken. Die Sektion
dürfe stolz sein auf den hohen Frauenanteil und die vielen
engagierten Jungen in der Partei wie in den öffentlichen Ämtern.
Zudem verzeichnete die Sektion wieder einen Mitgliederzuwachs.
Nach dem statuarischen Teil referierte Grossrätin und Ständeratskandidatin
Brigitte Bolli über die finanzielle Lage des Kantons Bern.
Mit ihrer Erfahrung als langjähriges Mitglied der Finanzkommission
des Grossen Rates machte sie auf die Notwendigkeit des Sparens
auf kantonaler Ebene aufmerksam. Es gelte, sich gegen verschiedenste
Begehrlichkeiten zu wehren, um den hoch verschuldeten Kanton
endlich wieder auf Kurs zu bringen. Nach dem Referat diskutierten
die anwesenden Mitglieder mit Brigitte Bolli über die finanzielle
Situation der Gemeinde Signau sowie die wirtschaftlichen Probleme
des oberen Emmentals. |
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Umkämpftes Vizepräsidium
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BZ
09.12.2002
Hans Hirschi (SVP) bleibt Gemeindepräsident
von Signau. Ums Vizepräsidium kam es zu einer Kampfwahl: Hanna
Blum (SVP) gewann mit vier Stimmen Vorsprung auf Daniel Brechbühl
(FDP).
Susanne Graf
104 Stimmberechtigte nahmen an der Signauer Gemeindeversammlung
teil, und 95 wählten Hans Hirschi wieder zum Gemeindepräsidenten
von Signau. Er war einziger Kandidat für dieses Amt. Ums Vizepräsidium
aber kam es zu einer Kampfwahl. Nicht nur Hanna Blum (SVP)
stand zur Wahl, sondern auch ihr Ratskollege Daniel Brechbühl
(FDP). Er bewarb sich gleich selber, betonte aber, er wolle
nicht "bertolluzern". Vielmehr sei er der Meinung, die Last
und Bürde des Gemeindepräsidiums sei auf zwei Parteien aufzuteilen.
Die Stimmberechtigten entschieden sich knapp für Hanna Blum,
welche 53 Stimmen erzielte, während auf Brechbühl deren 49
entfielen.
Spannend wurde es noch einmal, als 6 Personen für die Bau-
und Planungskommission kandidierten, es aber nur 5 Mitglieder
zu wählen galt. Auch bei der Wegkommission kam es zu Wahlen.
Nebst den 6 Bisherigen stellte sich hier Anton Feller (SP)
zur Verfügung. Vor einem Monat wurde er, der das Ressort Finanzen
unter sich hatte, aus dem Gemeinderat abgewählt. "Nun möchte
ich meine Erfahrungen andernorts einbringen", sagte er. Doch
dann verpasste er die Wahl um eine einzige Stimme.
Feller war es aber, der der Gemeindeversammlung einen Voranschlag
präsentieren konnte, der "erstmals in dieser Legislaturperiode
mit schwarzen Zahlen abschliesst". Bei einem Aufwand von 8,2
Millionen sieht er ein Plus von 31000 Franken vor. Der Überschuss
wird verwendet, um den Bilanzfehlbetrag abzutragen. "Die finanzielle
Situation der Gemeinde bleibt desolat", sagte Bernhard Steinmann
namens der Geschäftsprüfungskommission. Denn in der nächsten
Legislatur könne in Signau nur saniert, nicht investiert werden.
Investitionen seien künftig auf ihre Wertschöpfung hin zu
analysieren, mahnte er und tat einen Blick in die Vergangenheit:
"Ich frage mich, ob ein Feuerwehrmagazin und eine neue Gemeindeverwaltung
Wertschöpfung gebracht haben. " Das Budget wurde schliesslich
diskussionslos genehmigt.
"Jahrhundertblödsinn"?
Zu reden gaben dann aber die SBB. Was mit dem Billettverkauf,
dem Kiosk und dem WC-Häuschen passiere, wollte Alfred Hofstetter
als Präsident des Gewerbevereins wissen. Gespräche stünden
bevor, sagte Hirschi, und gab die Haltung der SBB wider: "Sie
sagen: ‹Wenn ihr ein WC-Häuschen wollt, dann bezahlt es. ›"
Ein Dorn im Auge scheint vielen auch die Tatsache zu sein,
dass die S-Bahn ausgebaut wird, der Bahnübergang zwischen
Schüpbach und Signau aber bestehen bleibt. "Wenn wir den nicht
aufheben, machen wir den Jahrhundertblödsinn", wollte ein
Votant festgehalten haben. "Das haben wir uns auch überlegt",
sagte Hirschi. Doch nachdem er das Vorprojekt gesehen habe,
sei er zur Überzeugung gelangt: "Wir würden den Jahrhundertblödsinn
begehen, würden wir 3 Millionen Franken in eine Brücke verlochen.
"
Wahlen:
Bau- und Planungskommission. Gewählt: Hans Niederhauser, Jakob
Wüthrich (beide bisher), Arno Jutzi, Beat Stalder, Stephan
Zaugg. Nicht gewählt: Bernhard Wälti. - Rechnungsprüfungskommission:
Daniela Jaussi Fankhauser, Renato Giacometti, Therese Uhlmann.
- Umweltkommission: Hans Liechti, Christian Schneider, Monika
Tschanz, Kurt Wyss (alle bisher). - Wasserkommission: Rosmarie
Hofstetter, Hanspeter Neuenschwander, Bernhard Wüthrich, Margrit
Zürcher (alle bisher) Hans-Peter Ulmer (neu). - Wegkommission.
Gewählt: Hans Ulrich Gerber, Heinz Haberstich, Hans Hofer,
Ulrich Marti, Hansulrich Mosimann, Walter Wermuth (alle bisher).
Nicht gewählt: Anton Feller. |
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SVP verlor bei Kommissionen
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BZ
12.11.2002
Die EVP hat nicht nur auf Anhieb einen Sitz im Gemeinderat
erreicht, sie war auch in der Schulkommission erfolgreich.
Hier hat die neue Partei gleich zwei Sitze gewonnen. Beide
gingen auf Kosten der SVP, denn FDP und SP konnten ihren Sitz
je halten. In der reduzierten Sozialhilfe- und Vormundschaftskommission
hat die FDP einen Sitz dazugewonnen. Darüber freuen sich die
Jungfreisinnigen, die nach Simon Hofstetters Wahl nun auch
in Signau ein Mandat übernehmen. sgs
Wahlresultate Schulkommission.
SVP. Gewählt: Andreas Badertscher, parteilos, 513 Stimmen;
Hansrudolf Mosimann, parteilos, 482; Fritz Gerber, 460; Stefan
Dällenbach, parteilos, 445; Susanne Gerber, parteilos, 395;
Klara Bürgi, parteilos, 370. Ersatz: Beat Meyer, parteilos,
367; Therese Jenni, parteilos, 335; Ruth Kunz, parteilos,
289; Daniel Rychener, parteilos, 237. EVP. Gewählt: Susanne
Stettler (bisher), 533; Markus Kühni, 297. Ersatz: Annelies
Hofstetter, 292; Andreas Jutzi, 274; Margrith Leiser, 265.
FDP. Gewählt: Ursula Lüthi, parteilos, 374. Ersatz: Therese
Ulmann, parteilos, 327; Heinrich Studer, 164. SP: Gewählt:
Roland Zaugg, parteilos, 266. Ersatz: Renato Giacometti, parteilos,
242.
Sozialhilfe- und Vormundschaftskommission.
SVP. Gewählt: Silvia Beer, parteilos, 560; Rosmarie Liechti,
parteilos, 549; Silvia Rüegsegger, parteilos, 478. Ersatz:
Elisabeth Schüpbach, 368. FDP. Gewählt: Simon Hofstetter,
529; Margaritha Würger (bisher), 482. Ersatz: Thomas Gerber,
parteilos, 313. SP. Gewählt: Denise Gerber Jutzi (bisher),
parteilos, 563. |
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SVP verlor, bleibt aber am Drücker
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BZ 11.11.2002
Nach den Wahlen in Signau behält
die SVP mit 4 Sitzen die Mehrheit. EVP, FDP und SP erreichten
je 1 Sitz. Die grosse Überraschung: Der bisherige SP-Gemeinderat
Anton Feller wurde abgewählt.
Susanne Graf
Als SP-Präsident hatte Anton Feller gestern Grund zur Freude:
Seine Partei konnte ihren bisherigen Sitz nicht nur halten,
sondern hat als einzige der bisherigen Parteien gegenüber
den Wahlen vor vier Jahren Stimmenanteile gewonnen. 3,8 Prozent
hat sie zugelegt, während die SVP ganze 17,2 Prozent einbüsste
und die FDP 1,5 Prozent verlor.
Persönlich aber zeigte sich Feller enttäuscht. Denn völlig
überraschend ist er, der dem Rat seit vier Jahren angehört,
abgewählt worden. Nicht Feller wird die SP im Signauer Gemeinderat
künftig vertreten, sondern der parteilose, politisch unerfahrene
Peter Heiniger. "Wahrscheinlich ist das eine Retourkutsche
dafür, dass ich mich für die Einführung der 7-Tage-Woche und
für die Reduktion des Gemeinderates von 9 auf 7 Mitglieder
eingesetzt habe", suchte Feller nach Erklärungen für seine
Abwahl.
Dass auf Fellers Kosten ein Neuer für die SP in den Gemeinderat
gewählt wurde und die FDP einen Sitz verloren hat, zeigte
dem FDP-Vizepräsidenten Armin Latscha: "Diese Wahlen waren
nicht der Zahltag für das, was in den letzten vier Jahren
geleistet wurde. " Latscha nahm die Wahlresultate enttäuscht
zur Kenntnis. Mit einem Sitzverlust der FDP habe er nicht
gerechnet. "Wäre Rosmarie Hofstetter nicht zurückgetreten,
hätten wir den zweiten Sitz bestimmt verteidigt", zeigte er
sich überzeugt. Denn der FDP sei beispielsweise zu verdanken,
dass es in den letzten vier Jahren in Signau keine Steuererhöhung
gegeben habe. Das habe der Wähler schlecht honoriert. "Andere
Hebel haben gewirkt", fügte Latscha an. Gerade die Unsicherheit
in der Landwirtschaft habe viele SVP-Wähler an die Urne gerufen,
vermutete er.
Zufriedene SVP und EVP
Und so kam es, dass die SVP, die bloss mit einer Viererliste
zu den Wahlen angetreten ist, die absolute Mehrheit im von
9 auf 7 Mitglieder reduzierten Gemeinderat behält. SVP-Präsident
Marcel Sallin zeigte sich denn auch zufrieden mit dem Wahlresultat:
"Unser realistisches Ziel waren 3 Sitze, jetzt haben wir 4.
Offensichtlich haben wir in der Vergangenheit gut gearbeitet",
meinte er. Immerhin aber hat die SVP zwei Sitze verloren.
Die Bisherige Hanna Blum hat mit 884 Stimmen das beste Resultat
erzielt. Sie sammelte 150 Stimmen mehr als der bisherige Gemeindepräsident
Hans Hirschi.
Sehr zufrieden zeigte sich die jüngste Partei, die EVP, die
zum ersten Mal bei Wahlen mitgemacht hat. "In der Schulkommission,
die uns am meisten am Herzen lag, haben wir zwei Sitze erreicht",
stellte EVP-Präsident Fritz Geissbühler erfreut fest und fügte
an: "Dass uns mit Hans Röthlisbergers Wahl auch der Sprung
in den Gemeinderat gelungen ist, ist das Tüpfelchen auf dem
i. " Die Stimmbeteiligung betrug heuer 39,9 Prozent.
Wahlresultate Gemeinderat.
SVP. Gewählt: Hanna Blum (bisher), 884 Stimmen; Hans Hirschi
(bisher), 734; Käti Röthlisberger, parteilos, 444; Hans Flückiger,
377. - FDP. Gewählt: Daniel Brechbühl (bisher), 420. Ersatz:
Alex Fabel, 307; Jürg Schmid, 276; Bruno Lehmann, 203. - SP.
Gewählt: Peter Heiniger, parteilos, 440. Ersatz: Anton Feller
(bisher), 356. - EVP: Gewählt: Hans Röthlisberger, 392. Ersatz:
Ernst Läderach, 152; Margrith Leiser, 86; Andreas Jutzi, 83.
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Standortattraktivität muss verbessert
werden
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WZ 31.10.2002
Gemeindepolitiker diskutierten über die Zukunft Signaus
Der Frühschoppen der FDP Signau-Schüpbach
befasste sich am letzten Sonntag mit der Zukunft der Gemeinde
Signau.
Bei diesem überparteilichen Podiumsgespräch diskutierten auch
Vertreter der örtlichen SP und SVP mit. Obwohl in Signau demnächst
Gemeinderatswahlen anstehen, ging es beim Frühschoppen der
FDP Signau-Schüpbach keineswegs um Kandidaten. Vielmehr stand
die Dorfpolitik zur Debatte. Es galt zu erörtern, wie sich
die Gemeinde in der nächsten Legislaturperiode bis 2006 entwickeln
soll. Nebst aktuellen Sachgeschäften diskutierten die Vertreter
der FDP, SP und SVP aber auch über Visionen. Einig war man
sich, dass die Standortattraktivität verbessert werden muss.
Signau soll nicht nur für Gewerbebetriebe interessanter werden,
sondern auch als Wohnsitz für junge Familien. Grosse Hoffnungen
steckt man hierfür in die neue S-Bahn, welche in Zukunft im
Halbstundentakt zwischen Bern und dem Emmental verkehren wird.
Der Generalsekretär der Jungfreisinnigen, Simon Hofstetter,
betonte jedoch, dass es bereits heute in den Stosszeiten den
Halbstundentakt gebe. "Es wird keine radikalen Veränderungen
geben", bekräftigte der FDP-Nachwuchspolitiker.
Vorschüsse an Jungunternehmer
SVP-Präsident Marcel Sallin möchte mit einem verbesserten
Freizeitangebot neue Familien anlocken. Laut Sallin könnte
man den Kanalweg für Inlineskater ausbauen oder beschilderte
Mountainbike-Strecken realisieren. Bezüglich Wirtschafsförderung
machte FDP-Gemeinderat Daniel Brechbühl geltend, dass auch
Betriebe von ausserhalb der Gemeinde angelockt werden müssten.
Als grosses Handicap bezeichnete er diesbezüglich jedoch den
schlechten Anschluss zur Autobahn. Gemäss Marcel Sallin sollte
man mutige Jungunternehmer besser unterstützen. "Die Gemeinde
könnte ihnen einen Vorschuss gewähren", schlug der SVP-Vertreter
vor.
Image ändern
Zur Verbesserung der Standortattraktivität meinte Daniel Brechbühl,
dass das Image der Region geändert werden müsste. "Wir haben
noch immer das Image der heilen Welt von Käse, Kühen und Wäldern.
Viele glauben, dass wir stehen geblieben sind. Dies müssen
wir ändern." Parteikollege Simon Hofstetter bezweifelte jedoch,
ob dies notwendig sei. "Wieso sollten wir unser Image ändern.
Es gibt auch Leute, welche vom Lärm der Stadt weg wollen".
Einbahnverkehr und Flanierzone
Besonders innovativ gab sich SP-Präsident Toni Feller, der
eine Vision zur Umgestaltung des Signauer Dorfkerns vortrug.
Er meinte, man könnte im Zentrum den Einbahnverkehr einführen
und den Bären- oder Bahnhofplatz in eine autofreie Flanierzone
umwandeln. "Es würde sicherer für die Fussgänger. Ausserdem
wäre dies mit wenig Aufwand zu bewerkstelligen", erklärte
der Gymnasiallehrer. |
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Verlierer gibts so oder so
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BZ 15.10.2002
Eine Partei mehr und zwei Sitze weniger:
Signau blickt spannenden Gemeinderatswahlen 2002 entgegen.
Markus Zahno
Eigentlich begann der Wahlkampf bereits im letzten Dezember:
An der Gemeindeversammlung setzten sich FDP und SP gegen die
SVP durch und erreichten, dass der Gemeinderat von neun auf
sieben Sitze reduziert wird. Und als ob die Ausgangslage für
die Wahlen vom 10. November damit nicht schon spannend genug
wäre, formierte sich in Signau auch noch eine neue politische
Kraft, die ebenfalls zu den Wahlen antritt: die EVP.
SVP:Vier Kandidaten
SVP-Präsident Marcel Sallin geht nicht davon aus, dass seine
Partei ob dieser Ausgangslage ihre bisherigen 6 Sitze behalten
kann: "Ich denke, 3 Sitze sind auf jeden Fall erreichbar",
sagt er. Ein ungewöhnlich tiefes Ziel für eine Partei, die
im Gemeinderat jahrelang 8 Sitze inne hatte - oder nicht?
"Nein, denn wir waren immer stark, weil sonst niemand da war",
erklärt Sallin. Heute sei Signau "eine moderne Gemeinde, in
der es verschiedene Bevölkerungsgruppen mit verschiedenen
Interessen gibt. Diese Gruppen werden nun aktiv - das ist
doch positiv. " So gesehen wären Sitzverluste verschmerzbar.
"Schlimm dagegen wäre, wenn wir nach denWahlen plötzlich mit
nur noch einer Person im Gemeinderat vertreten wären", sagtSallin.
Bei der Kandidatensuche ging die SVP heuer übrigens neue Wege:
Per Flugblatt lud sie alle Bürger ein, Frauen und Männer zu
nennen, die man gerne imGemeinderat oder einer Kommission
sähe. 191 Namen gingen ein, und obwohl auf der SVP-Gemeinderatsliste
nun trotzdem nur vier Namen stehen, wertet Marcel Sallin die
Aktion nicht als Misserfolg. Denn:"Wir führten viele positive
Gespräche. "
FDP:Ein Rückschlag
"Ursprünglich wollten wir heuer mindestens wieder zweiSitze
gewinnen", sagt FDP-Präsident Alex Fabel. Dann kam die Nachricht,
dass die 1998 bestgewählte Kandidatin, Gemeindevizepräsidentin
Rosmarie Hofstetter, aus gesundheitlichen Gründen nicht zur
Wiederwahl antritt. "Das hat uns durchgerüttelt", so Fabel.
Deshalb hat die Partei, die 1998 erstmals antrat und gleich
zwei Sitze gewann, ihr Ziel leicht angepasst: "Wenn wir zweiSitze
gewinnen, ist das schön. Nur ein Sitz wäre aber kein Weltuntergang.
"
SP, EVP: Reichts beiden?
"Als wir uns für eine Reduktion des Gemeinderats einsetzten,
waren wir uns bewusst, dass das Konsequenzen haben könnte
- dass es bei Wahlen für uns enger wird", gibt SP-Präsident
Anton Feller zu Protokoll. Trotzdem blickt er dem 10. November
optimistisch entgegen: "Falls wir unsere Wähler mobilisieren
können, sollte es möglich sein, unseren Sitz zu verteidigen.
" Bleibt noch die EVP. "Unser Hauptziel ist, denSprung in
die Schulkommission zu schaffen", sagt Präsident Fritz Geissbühler.
"Beim Gemeinderat nehmen wirs, wies kommt. " - Ein Sitz für
die EVP? Wenn ein Rat um zwei Leute verkleinert wird, die
SVP mit bis zu drei Sitzverlusten rechnet und FDP sowie SP
ihre Sitze halten wollen, dann ist das nicht unmöglich.
Gemeinderat.
Liste SVP (bisher 6Sitze): Gemeindepräsident Hans Hirschi,
Hanna Blum (beide bisher), Hans Flückiger, Käti Röthlisberger
(beide neu).
- Liste FDP (2): Daniel Brechbühl (bisher), Alex Fabel, Jürg
Schmid, BrunoLehmann (alle neu).
- Liste SP (1):AntonFeller (bisher), Peter Heiniger (neu).
- Liste EVP:Hans Röthlisberger, Ernst Läderach, Margrith Leiser,Andreas
Jutzi (alle neu). |
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Rosmarie Hofstetter: Rücktritt
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WZ 10.10.2002
Die FDP Signau muss kurz vor den
Gemeindewahlen einen harten Schlag verkraften. Rosmarie Hofstetter,
vor vier Jahren bestgewähltes Mitglied des Gemeinderates,
tritt aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zu den Wahlen
vom 10. November an. Trotzdem sind die Freisinnigen weiterhin
willens, Bewegung in die Gemeindepolitik zu bringen.
"Unsere Partei wurde heftig durchgeschüttelt". Mit diesen
Worten kommentierte Wahlkampfleiter Armin Latscha den überraschenden
Rücktritt von Rosmarie Hofstetter an einer Pressekonferenz.
Sie sei nicht amtsmüde, versicherte die Vizegemeindepräsidentin,
aber ihre Gesundheit lasse keinen anderen Entschluss zu. Aus
dem Nichts hatte die FDP vor vier Jahren zwei Sitze im Gemeinderat
erobert und dafür gesorgt, dass Leben in die SVP-dominierte
Signauer Politik kam. Insgeheim hatten die Freisinnigen sogar
gehofft, an der Gemeindeversammlung nach den Wahlen Rosmarie
Hofstetter ins Gemeindepräsidium hieven zu können. Solcherlei
Ambitionen sind nun vorläufig vom Tisch. Obwohl der Gemeinderat
von neun auf sieben Köpfe reduziert wird und mit der EVP eine
vierte Partei antritt, will die FDP ihre zwei Sitze behalten.
Neben dem Bisherigen Daniel Brechbühl figurieren auch Parteipräsident
Alex Fabel, Jürg Schmid und Bruno Lehmann auf der Liste. "Leider
haben wir keine Frau zu einer Kandidatur bewegen können",
bedauert Latscha.
Möglich, dass die FDP Opfer ihres eigenen Erfolges wird, war
doch die Verkleinerung des Gemeinderates massgeblich von ihr
initiiert und unterstützt worden. Doch auch ein Sitzverlust
wäre nicht allzu tragisch, erklärt Alex Fabel. "Wichtiger
ist, an der Gemeindeversammlung präsent zu sein und dort etwas
zu bewirken." Immerhin habe die FDP in den vergangenen Jahren
die anderen Parteien aus der Reserve gelockt.
Auch für die Vormundschafts- und Fürsorgekommission sowie
für die Schulkommission wird die FDP mit einer Liste antreten.
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Rückschlag für die FDP
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BZ 05.10.2002
Die Signauer Gemeindevizepräsidentin
Rosmarie Hofstetter tritt bei den Wahlen im November nicht
mehr an.
Markus Zahno
1998 wars, als sich die FDP Signau erstmals an den Wahlen
beteiligte und der SVP gleich zwei Gemeinderatssitze abknöpfte
- "ein wahnsinniger Erfolg, zumal unsere Kandidatin Rosmarie
Hofstetter auch noch das beste Wahlresultat erzielte", sagt
FDP-Präsident Alex Fabel. Später wählte das Stimmvolk Hofstetter
zur Gemeindevizepräsidentin. "Und wir haben natürlich gehofft,
dass aus der Vize- später mal eine Präsidentin wird", fügt
Fabel an.
So weit wird es nicht kommen. Denn Rosmarie Hofstetter tritt
bei den Wahlen vom 10. November nicht mehr an. Es sind gesundheitliche
Gründe, die zu diesem Entscheid geführt haben: "Die vier Jahre
imGemeinderat waren sehr spannend, und ich bin überhaupt nicht
amtsmüde", sagt sie, "aber ich sehe mich gezwungen, mich in
Zukunft zu schonen."
Der Rücktritt habe die Parteileitung "hart getroffen", so
Fabel. Trotzdem: Im auf sieben Sitze reduzierten Gemeinderat
will die FDP, deren zweiter Bisheriger Daniel Brechbühl übrigens
wieder antritt, ihre beiden Plätze verteidigen. Ob man danach
fürs Vize- oder sogar fürs Gemeindepräsidium kandidiert? "Wir
warten nun einmal den 10. November ab", erklärt Wahlkampfleiter
Armin Latscha. Bereits jetzt ist indes klar, dass sich SVP-Gemeindepräsident
Hans Hirschi zurWiederwahl stellt. |
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Wo Signaus Müll zu liegen kommt
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WZ 19.09.2002
Die FDP Signau-Schüpbach lud am 14.
September zur Besichtigung der Abfalldeponie Türliacher in
Jaberg und der Baustelle der Kehrichtverbrennungsanlage KVA
in Thun ein.
Wir stehen auf einem etwa 25 Meter hohen, wiesenartigen Plateau.
Wüsste man es nicht, käme man nicht auf die Idee, dass sich
unter unseren Füssen 850'000 Tonnen Kehricht befinden. Lediglich
die aus dem Boden ragenden Ableitungen für das bei der Zersetzung
des Mülls entstehende Methangas und Deponiewasser erinnern
daran, dass wir uns auf der Deponie Türliacher der AG für
Abfallverwertung Avag befinden.
Die 1973 gegründete Avag stellt für Signau und für weitere
149 bernische Gemeinden sowie für teils Private und Firmen
die umwelt- und fachgerechte Kehrichtentsorgung sicher. In
Jaberg treffen Haushalt- und Grünabfälle, Altpapier, Karton,
Elektronikschrott und Glas ein. Carlo Dell'Anno, Verantwortlicher
für Information und Beratung, führt die Interessierten durch
die Anlage. "Jedes Blatt Papier, das Sie wegwerfen, kann bis
zu sieben Mal wiederverwertet werden" gibt er den Anwesenden
zu Bedenken. 2001 wurden 918 Tonnen Karton und 513 Tonnen
Papier zum wirtschaftlichen Weitertransport an Papierfabriken
gepresst. Grünabfälle werden geschreddert und unter einer
Plane den Bakterien überlassen. Belüftung und Auflockerung
tragen das Ihre dazu bei, damit nach 12 bis 16 Wochen Kompost
entsteht. Aus dem in Jaberg aufgetürmten Altglas wird später
entweder Glassand für die Baustoffindustrie oder neues Glas
herstellt. Seit kurzem wird ein Versuch mit ausgedienten Spannteppichen
durchgeführt, der die Wiederverwertung des darin enthaltenen
Kunststoffes bezweckt.
Zurück zu unserem begrünten Abfallberg. Seit der Inkraftsetzung
des neuen Umweltschutzgesetzes, am 1.1.2000, haben Deponien
wie jene in Jaberg ausgedient und werden einer Renaturierung
zugeführt. 2004 wird sich die KVA AG dem Müll in der Kehrichtverbrennungsanlage
in Thun annehmen. Bis die Anlage, die über eine Kapazität
von 100'000 Jahrestonnen verfügt, fertiggestellt ist, lagert
die Avag die Haushaltabfälle in grünen Kunstoffballen in Jaberg
oder exportiert den Kehricht. |
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Verwaltungsregionen oder Amtsbezirke?
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WZ 21.03.2002

Die FDP Signau thematisierte die
Amtsbezirksreform
Letzten Donnerstag lud die FDP Signau-Schüpbach
zu einer Veranstaltung über die Amtsbezirksreform. FDP-Kantonalpräsident
gab sich nicht als Verfechter des Fünf-Regionen-Modell. Aber
geprüft werden müsse es, betonte er.
von Jakob Hofstetter
"Sind fünf Verwaltungsregionen besser als 26 Amtsbezirke?"
Dieser Frage wollte die FDP Signau-Schüpbach letzte Woche
nachgehen. Als Referenten amteten Alt-Regierungsstatthalter
Heinz Rychener aus Schüpbach sowie der Unternehmer, Grossrat
und FDP-Kantonalpräsident Peter Rychiger aus Steffisburg.
Wer sich auf ein heftiges Klingen-Kreuzen gefreut hatte, wurde
enttäuscht: "Herr Rychiger, die Randregionen haben bereits
ein schweres Los, warum wollen Sie uns jetzt noch die Amtsbezirke
wegnehmen und das Fünf-Regionen-Modell einführen?", leitete
Sektionsprädident Alex Fabel die Diskussion ein. Anstatt dass
nun Peter Rychiger mit wuchtigen Argumenten für das Modell
Vision (mit lediglich fünf Verwaltungsregionen) losgeschossen
hätte, entgegnete dieser bloss: "Die FDP will nicht unbedingt
das Modell Vision, und sie will auch nicht den Statthalter
abschaffen. Wir fordern lediglich, dass neben der "pragmatischen
Optimierung", die praktisch alles beim Alten belässt, auch
das Modell Vision angeschaut und geprüft wird. Was dann das
beste ist, kann ich heute noch nicht sagen". In der FDP gebe
es zwar schon Leute, die dringend das Fünf-Regionen-Modell
wollten, und dies möglichst schnell; die grosse Mehrheit ihrer
Grossratsfraktion sehe dies aber nicht so.
Sind sich alle einig?
Nach diesem Einstieg war klar, dass Heinz Rychener das Weiterbestehen
des Regierungsstatthalteramtes nicht kämpferisch verteidigen
musste, war ja offenbar niemand da, der dieses streitig machen
wollte. In vielen Punkten schienen sich die beiden Referenten
einig zu sein. Heinz Rychener hob die Bedeutung des Statthalters
auf dem Lande hervor. Hier habe man halt noch einen guten
Draht zur Bevölkerung, vieles könnte so viel einfacher und
unbürokratischer erledigt werden, als wenn es durch den schwerfälligen
Apparat der Zentralverwaltung geschleusst werden müsste. "Viele
Parlamentarier wissen gar nicht richtig, was ein Regierungsstatthalter
macht", meinte Heinz Rychener. Auch wüssten nur wenige über
die durchgeführten und laufenden Erneuerungen der Bezirksverwaltung
(und auch der Gemeinden) Bescheid, kritisierte er die Rufer
nach Reformen. Wenn die Bevölkerung auf dem Lande sich durch
einen Regierungsstatthalter besser vertreten fühle, sei dieser
vielleicht ja weiterhin berechtigt, pflichtete der FDP-Kantonalpräsident
bei. Dies sei jedoch seine persönliche Meinung, betonte er.
Es sei wichtig, dass der Graben zwischen Stadt und Land nicht
noch weiter aufgerissen, sondern zugeschüttet werde. "Die
Frage lautet dann aber: Wie können wir der Stadt verständlich
machen, dass das Regierungsstatthalteramt ein wahres Bedürfnis
der Landbevölkerung ist?" In Stadt und Agglomeration seien
die Bedürfnisse eben anders. Dass man mit der Abschaffung
der Regierunsstatthalter am besagten Graben schaufeln würde,
war für Heinz Rychener klar. Die 100 Stellen auf den 26 Regierungsstatthalterämter
aufzuheben würde nicht verstanden und zudem mehr Kosten verursachen
als einsparen", gab er sich überzeugt. In seinem vor der Versammlung
ausgeteilten Argumentarium steht: "...Mit diesen 0,8 Prozent
am Bestand der Kantonsangestellten sind die Staatsfinanzen
nicht zu sanieren." Dem pflichtete auch Peter Rychiger bei.
Man dürfe die Verwaltungsreform nicht auf die Regierungsstatthalterämter
reduzieren, waren sich die Beiden einig. "Wenn wir wirklich
sparen wollen, müssen wir in Bern beginnen", so Peter Rychiger.
Jedoch sei es falsch, die Bezirksverwaltung im Vornherein
von einer Reform ausschliessen zu wollen.
Bezirkskreis nicht gleich Wahlkreis
Die Diskussion unter den Versammlungsteilnehmerinnen und -teilnehmern
brachte die Befürchtung zum Ausdruck, dass die Wahlkreise
mit den (dann grösseren) Bezirken identisch würden, was sich
für die Randregionen - oder die peripheren Gebiete, wie sie
Peter Rychiger lieber nennt - negativ auswirken würde. Diese
Bezirke wären nicht zwingend identisch, beruhigte Rychiger,
"obschon es logisch wäre". Fast mehr als um die eigentliche
Bezirksreform war die grundsätzliche Benachteiligung der ländlichen
Gebiete das Thema des Abends. Dabei schlugen einige Anwesende
auch leise selbstkritische Töne an. In der Schlussrunde waren
sich die Referenten einig, dass die Wahlkreisreform wohl nicht
das dringendste Problem des Kantons Bern sei. Diesem Fazit
dürften die meisten Emmentalerinnen und Emmentaler zustimmen.
Der Anlass vermochte (ausser den beiden Referenten und zwei
Presseleuten) gerade mal zwölf Personen anzulocken. |
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Ein Thema, an dem sich die Geister
scheiden
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BZ 18.03.2002
5 Verwaltungsregionen oder 26 Amtsbezirke?
Signaus FDP befasste sich mit der Wahlkreis- und Bezirksreform.
Chantal Verdun
"Der Regierungsstatthalter ist sehr wichtig", erklärte Heinz
Rychener bei der Diskussionsrunde der FDP. Rychener war bis
vor kurzem selber Regierungsstatthalter des Amtes Signau.
Aber auch Peter Rychiger, Grossrat und Kantonalpräsident der
FDP Bern, gab zu, dass der Statthalter, besonders in ländlichen
Regionen, wichtig ist. Das Podiumsgespräch zwischen diesen
beiden Politikern fand nach der Hauptversammlung der FDP Signau/Schüpbach
statt.
Später wurde die Diskussion offen weitergeführt, sodass auch
die Gäste mitdiskutieren konnten. Viele waren jedoch nicht
anwesend: Nur 16 Leute fanden den Weg in den Gasthof Bären.
Ängste der Randregionen
"Die Vision <5 Verwaltungsbezirke statt 26 Amtsbezirke> schadet
den Randregionen", erklärte Heinz Rychener. Durch diese Reform
müsste die Bevölkerung des ländlichen Raumes grössere Amtswege
auf sich nehmen, da die Reform eine Zentralisierung vorsieht.
Ausserdem bedauert Rychener den Verlust des Statthalteramtes.
"Denn es ginge nicht nur der Statthalter verloren, sondern
auch viele andere Stellen", sagte er. Mit diesem Verlust von
0,8 Prozent am Bestand der Kantonsangestellten seien die Staatsfinanzen
jedoch nicht zu sanieren.
"Wir wollen den Randregionen nichts wegnehmen", erklärte Rychiger
- selbst das Statthalteramt wolle er nicht abschaffen, sondern
nach anderen Lösungen suchen. Er ist der Meinung, dass die
Bezirksreform den Randgebieten einen Vorteil verschaffen könnte:
"Wenn nämlich die Grenzen der vorher sehr kleinen Bezirke
grösser werden, haben ihre Vertreter in Bern auch einen grösseren
Einfluss. "
Details sind noch unklar
Über die Einzelheiten wurde nicht diskutiert, sondern nur
über eine grundsätzliche Reform. "Es müssen nicht zwingend
fünf Amtsbezirke sein, sondern können auch acht oder zehn
sein", erklärte Peter Rychiger. "Der Kanton muss vorwärts
gehen. Es ist wichtig, dass wir offen für Neues sind und die
verschiedenen Alternativen objektiv überprüfen. " |
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Nur noch sieben statt neun Gemeinderäte
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WZ 13.12.2001
Umstrittene Änderung der Abfallgebühren
– Rückweisungsantrag angenommen
Die Signauer Gemeindeversammlung genehmigte das neue Organisationsreglement,
allerdings erst nach erfolgreichen Änderungsanträgen. Der
Gemeinderat wird 2003 auf sieben Mitglieder verkleinert. Die
Bürger wiesen zudem eine Erhöhung der Abfallgebühren knapp
zurück.
jom. Eine etwas delikate Situation hatte sich ergeben, als
die Signauer daran gingen, ihr Organisationsreglement komplett
zu revidieren. Ein neunköpfiger Ausschuss, präsidiert von
Gemeindepräsident Hans Hirschi, hatte einen Entwurf vorgelegt.
Darin wurde unter anderem vorgeschlagen, den Gemeinderat auf
sieben Personen zu verkleinern – allerdings gegen den Willen
Hirschis. Dieser wollte wie bisher neun, und die Mehrheit
des Gemeinderates folgte ihm. Prompt stellte die Ausschussmehrheit
an der Gemeindeversammlung vom Samstag den Antrag auf Nur
noch sieben Gemeinderäte.
Belastung zu gross?
Die ausführliche Diskussion drehte sich um die Fragen, ob
es Einsparungen gebe und ob die Belastung für nurmehr sieben
Räte nicht zu gross würde. Der Antrag wurde schliesslich in
geheimer Abstimmung mit 78 zu 44 Stimmen relativ deutlich
gutgeheissen. Da auch der Gemeinderat intern uneins war, hatte
er Stimmfreigabe beschlossen; Hans Hirschi hütete sich, nach
der Vorstellung des Geschäfts in die inhaltliche Diskussion
einzugreifen. Auch ein Antrag der FDP kam durch. Deren Präsident
Alex Fabel hatte gefordert, über Sachgeschäfte bereits ab
250'000 statt erst ab 500'000 Franken an der Urne abstimmen
zu lassen. Erfolglos war hingegen die Forderung eines Bürgers,
das fakultative Referendum für Ausgaben zwischen 50'000 und
100'000 nicht einzuführen. Mit der Annahme des Reglements
werden also die Finanzkompetenzen neu geregelt. Als weitere
wichtige Neuerung wird die Gemeindeorganisation Signaus um
einiges schlanker, verschwindet doch etwa ein Drittel der
Kommissionen.
Steuern bleiben gleich
Die Finanzlage der Gemeinde ist nach wie vor wenig erbaulich.
Immerhin bringt das neue kantonale Lastenausgleichsgesetz
Filag Signau einen Gewinn von 1,5 Steuerzehnteln. «Wir können
diese Entlastung den Bürgern jedoch nicht weitergeben», musste
Finanzchef Anton Feller mitteilen. Deshalb bleibt die Steuerbelastung
per saldo gleich, die Gemeindesteuern sinken nur um die üblichen
7,6 Steuerzehntel auf 1, 84 Einheiten. Das Defizit beträgt
gut 330'000 Franken; weitergehende Sparvorschläge der Geschäftsprüfungskommission
hatten sich als unrealistisch erwiesen. Laut Finanzplan kann
erst in fünf Jahren wieder mit der Bildung von Eigenkapital
begonnen werden.
Keine höheren Abfallgebühren
Die Abfallrechnung der Gemeinde schreibt seit Jahren rote
Zahlen. Ressortchef Kurt Wyss versuchte, den Bürgern zu zeigen,
dass eine Anpassung des Tarifrahmens unumgänglich sei. Aus
der Versammlung ertönte aber der Vorwurf, mit höheren Grundgebühren
werde das Verursacherprinzip missachtet. Es sei auch unlogisch,
dass jede Wohnung unabhängig von ihrer Grösse mit denselben
Tarifen belegt werde. Die Abstimmung ergab eine Pattsituation.
Zuerst wurde dem Antrag des Gemeinderates zwar zugestimmt
(52:51), Verfahrensmängel machten aber eine Wiederholung nötig.
So obsiegte zuletzt der Rückweisungsantrag (55:54).
Zivilschutz zusammen mit Langnau
Ohne Begeisterung bewilligte die Versammlung ausserdem jährlich
40'000 Franken, um den Zivilschutz künftig mit Langnau, Trub
und Trubschachen zusammen zu organisieren. Man fürchtet in
Signau, dass sich die Kosteneinsparungen in sehr engen Grenzen
halten werden. Dem Kredit für den Einbau einer Bibliothek
im Sekundarschulhaus erwuchs keine Opposition, hat die Bibliothekskommission
doch bereits viel Geld in Eigenregie aufgetrieben.
Ein Bahnhof in Schüpbach?
Am Rande der Gemeindeversammlung von Signau wurde die Frage
gestellt, wie der Gemeinderat von Signau einem Bahnhof im
Schüpbach gegenüber stände. Der Gemeinderat steht dem Vorhaben
skeptisch gegenüber. Einerseits erlaube es die momentane Finanzlage
nicht, sich an den zweifellos erheblichen Kosten zu beteiligen.
Andererseits konkurrenziere eine neue Haltestelle die bereits
bestehende in Signau, weil die AOE-Busse aus Eggiwil nur noch
bis Schüpbach fahren würden. Auch sei es fraglich, ob «ein
neuer Bahnhof sinnvoll ist, wenn er nur 500 Meter von einem
bestehenden entfernt» gebaut würde, hiess es. |
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Dusche für den Gemeinderat
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BZ 10.12.01
Die Exekutive wird um zwei Mitglieder
reduziert, Sachgeschäfte ab 250000 Franken kommen an die Urne
- Signaus Organisationsreglement ist genehmigt. Allerdings
nicht so, wie der Gemeinderat wollte.
Susanne Graf
Dreieinhalb Stunden sassen 129 Signauerinnen und Signauer
an der Gemeindeversammlung, bis endlich klar war, wie viele
Mitglieder künftig der Exekutive angehören werden. Sieben
werden es sein und nicht wie bisher neun. Die SVP - und mit
ihr der von der SVP dominierte Gemeinderat - wollten «am Bewährten
festhalten», so Gemeindepräsident Hans Hirschi. Doch zum überarbeiteten
Organisationsreglement gingen eine ganze Reihe Abänderungsanträge
ein. Einer verlangte, den Gemeinderat um zwei Mitglieder zu
reduzieren. Ein anderer verlangte, für Sachgeschäfte ab einem
Betrag von 250000 Franken Urnenabstimmungen einzuführen. Auch
dagegen hatte sich die SVP gewehrt.
Der Gemeinderat hatte einzig ein fakultatives Referendum gegen
Ausgaben zwischen 50000 und 100000 Franken vorgesehen. Diese
Geschäfte fallen neu in seine Kompetenz und sollten nur noch
auf Wunsch vor die Gemeindeversammlung kommen. Doch ein Votant
wollte diese Neuerung gestrichen haben und wie bisher sämtliche
Ausgaben ab 50000 Franken an der Gemeindeversammlung beschliessen
lassen. Die Versammlung sagte dazu allerdings mit 89 zu 19
Stimmen Nein.
Über die beiden andern Anträge wurde jeweils geheim abgestimmt.
Die Urnenabstimmungen wurden mit 94 zu 29 Stimmen, die Reduktion
des Gemeinderates mit 78 zu 44 Stimmen angenommen. Das derart
abgeänderte Reglement wurde einstim- mig genehmigt.
Debatte um den Kehricht
Nicht allein das Organisationsreglement und das dazu gehörende
aufwändige Abstimmungszeremoniell zogen die Versammlung in
die Länge. Andere Geschäfte gaben ebenso zu reden. So etwa
die Anpassung des Gebührentarifs zum Abfallreglement. Weil
die Abfallrechnung seit 1997 immer mit einem Defizit abgeschlossen
hat, resultierte Ende 2000 ein Bilanzfehlbetrag von über 7500
Franken. Deshalb wollte der Gemeinderat den Tarifrahmen anpassen
und für Wohnungen, Kleingewerbe und Dienstleistungsbetriebe
eine Grundgebühr von 120 bis 200 Franken festschreiben.
Bisher war die Gebühr nach Wohnungsgrössen gestaffelt. Daher
und weil nicht klar war, ob die Kadaverentsorgung künftig
verursachergerecht verrechnet werden kann, war das Geschäft
umstritten. Es sei nicht ausgereift, hiess es. In der Abstimmung
wurde der Tarif mit 52 zu 51 Stimmen knapp angenommen. Doch
später rügte ein Votant: Es sei bloss für oder gegen das Reglement
abgestimmt worden, nicht aber über einen Rückweisungsantrag.
Gemeindepräsident Hirschi und Gemeindeschreiber Max Sterchi
gingen über die Bücher, wiederholten die Abstimmung - und
siehe da: Jetzt wurde das Geschäft mit 55 zu 54 Stimmen an
den Gemeinderat zurückgewiesen.
Keine Steuererleichterung
Das Budget rechnet bei einem Aufwand von rund 8,5 Millionen
Franken mit einem Defizit von 331000 Franken. Es wurde ohne
Gegenstimme genehmigt, obwohl Signau trotz des neuen Finanz-
und Lastenausgleichs den Steuerzahlern keine Erleichterung
weitergeben kann. Die Steueranlage sinkt zwar auf 1,84, die
Signauerinnen und Signauer werden aber im gleichen Rahmen
zur Kasse gebeten wie bisher, weil auf der anderen Seite die
Kantonssteuern steigen. Bis in fünf Jahren, prognostizierte
Gemeinderat Anton Feller, werde Signau seine Finanzen wieder
im Lot haben.
Der Kredit von 110000 Franken für den Einbau einer Bibliothek
in der bisherigen Abwartswohnung wurde einstimmig genehmigt.
Die Versammlung sagte auch Ja zum Zusammenarbeitsvertrag im
Zivilschutz. |
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Kommentar - Verloren
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BZ 10.12.01
Stephan Künzi
Die SVP Signau hat über den von ihr dominierten Gemeinderat
einen Kraftakt versucht, und sie hat verloren. Verzweifelt
versuchte sie, das Organisationsreglement in zwei zentralen
Punkten zu torpedieren. Ein kleinerer Gemeinderat schwäche
die Aussenbezirke, behauptete sie - und sah wohl im Geheimen
bereits die Basis ihrer Macht schwinden, falls die Kräfteverhältnisse
im Dorf neu aufgemischt würden. Urnenabstimmungen schwächten
die Gemeindeversammlung, fuhr sie fort - und dachte wohl wieder
an ihre Macht. Denn es ist bekannt, dass sich an Gemeindeversammlungen
Druck aufbauen und damit der Gang der Dinge umso besser lenken
lässt.
Die SVP wird sich damit abfinden müssen, dass Signau längst
Züge einer modernen Agglogemeinde angenommen hat, in der auch
andere etwas zu sagen haben. Die Zeit ihrer uneingeschränkten
Macht ist vorbei.
E-Mail: skuenzi@btm.ch
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Neues Reglement gibt zu reden
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WZ 01.11.01
Frühschoppen der FDP Signau-Schüpbach
Am letzten Sonntagvormittag lud die
FDP Signau-Schüpbach zu einem Frühschoppen ein. Dabei diskutierte
man über das neue, umstrittene Organisations- und Verwaltungsreglement
der Gemeinde Signau.
In regelmässigen Abständen organisiert die FDP Signau-Schüpbach
überparteiliche und öffentliche Frühschoppen, um aktuelle
Themen der Gemeindepolitik zu diskutieren. Am letzten Sonntag
stand das neue Organisations- und Verwaltungsreglement ab
1. Januar 2003 zur Debatte. Dabei erörterten die 23 Anwesenden
die Fragen, ob man in Zukunft sieben statt neun Gemeinderäte
will, und ob die Signauer Stimmberechtigten bei Geschäften
über 500'000 Franken an die Urne gehen sollten. Bereits im
Vorfeld der Veranstaltung hatten die Parteien ihre Position
bezogen. Die FDP steht hinter dem Entscheid des vorbereitenden
Ausschusses. Sie ist daher für eine Reduktion auf sieben Gemeinderäte
und für Urnenabstimmungen. Die Mehrheit des Gemeinderates
(SVP) hingegen will in diesen beiden Punkten am Status quo
festhalten. Die Version des Gemeinderates wird an der nächsten
Gemeindeversammlung zur Abstimmung kommen.
Effizient genug
Gegen die (FDP-) Opposition trat am Frühschoppen SVP-Gemeindepräsident
Hans Hirschi an. In der Frage der Anzahl Gemeinderäte machte
er geltend, dass nebst der Ratstätigkeit auch noch Aufgaben
im sozialen Umfeld einer Gemeinde erledigt werden müssten.
Zudem seien die momentanen Verhältnisse effizient genug. Die
Gegner waren aber der Ansicht, die Arbeiten könnten auch mit
sieben Personen erfüllt werden. Ausserdem müssten auch weniger
Leute gesucht werden, welche dieses Amt ausführen wollen.
Bezüglich der Urnenabstimmung meinte Hirschi, dass mit der
Gemeindeversammlung eine Kommunikationsplattform geschaffen
würde, und der Gemeinderat damit ein Feed-back erhalte. Auf
der anderen Seite unterstrich man die Rechte des Stimmbürgers.
Schliesslich sei das Ergebnis der Einwohnerversammlung aus
verschiedensten Gründen selten repräsentativ. Ausserdem würden
bereits im Vorfeld der Abstimmung genügend Anlässe (Frühschoppen,
Polterabend) stattfinden, an denen die Bürger ausreichend
kommunizieren könnten. Zum Schluss bedankte sich FDP-Präsident
Alex Fabel für die Diskussion. "Wir sind hart in der Sache.
Als Menschen bleiben wir aber Freunde." Von einem Streit zwischen
den Parteien war auf jeden Fall nichts zu spüren. |
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Die Stunde der Lobbyisten
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BZ 27.10.2001
Gibts nun Urnenabstimmungen? Und
nur noch sieben Gemeinderäte? Die Fragen haben in Signau Hektik
ausgelöst.
Stephan Künzi
"Ein Kampf ist angesagt", orakelte die BZ vor einem Monat.
Eben war bekannt geworden, dass in Signau zwischen der SVP
auf der einen und der FDP und der SP auf der anderen Seite
ein mächtiges Seilziehen in Gang gekommen war. Anlass bot
das Organisationsreglement, mit dem sich Signau ab 2003 neue
Leitplanken setzen will: FDP und SP war in die Nase gestochen,
dass die Behörden auf Betreiben der SVP - sie hat im Gemeinderat
die Mehrheit - zentrale Elemente aus einem ersten Reglementsentwurf
gekippt haben.
Klare Worte
Was genau? Im ersten Entwurf war von sieben statt neun Gemeinderäten
die Rede, zudem sollten Vorlagen, die teurer als 500000 Franken
sind, an der Urne und nicht mehr an der Gemeindeversammlung
beschlossen werden. Nun liegt das Reglement in einer aktuellen
Fassung vor - und plötzlich soll Signau wieder von neun Gemeinderäten
regiert werden und auf Urnenabstimmungen verzichten. FDP und
SP reagierten gereizt. Der Gemeinderat habe den Ausschuss,
den er für die Vorarbeiten am Reglement selber eingesetzt
habe, "völlig desavouiert", gab SP-Präsident Toni Feller vor
Monatsfrist der BZ zu Protokoll. Und Alex Fabel, sein Kollege
von der FDP, stellte in Aussicht, man werde "alles in unserer
Macht Stehende unternehmen", um dem Reglement in seiner ursprünglichen
Form zum Durchbruch zu verhelfen.
Ein Brief
Das wiederum war der SVP zu viel. Sie fühlte sich an die Wand
gespielt und schrieb der BZ einen Brief, in dem sie erstens
ihre Argumente wiederholte und zweitens klar machte, wie wenig
Freude ihr das Lobbying "unserer politischen Freunde" macht.
Auch die Gegenseite bleibt nicht untätig. Morgen Sonntag bringt
die FDP an ihrem Frühschoppen das Thema aufs Tapet, wohl wissend,
dass in zwei Wochen am so genannten Polterabend des Gemeinderats
nochmals ausführlich debattiert wird. Und die alles entscheidende
Gemeindeversammlung findet sowieso erst in sechs Wochen statt.
So viel Umtriebigkeit zu einem so frühen Zeitpunkt - ob die
Signauer Parteien am Ende ein bisschen nervös sind?
Nein, behaupten FDP, SP und SVP unisono. "Klar", erklärt FDP-Präsident
Alex Fabel, "wir kämpfen, sonst aber sei das neue Reglement
ein Geschäft wie jedes andere auch. In der SP will Toni Feller
ebenfalls "keine grosse Nervosität" ausgemacht haben, und
sehr selbstsicher gibt sich zum Schluss die SVP. Seine Partei,
sagt Präsident Marcel Sallin, wisse nach wie vor die Mehrheit
der Bevölkerung hinter sich. Sonst hätte sie im Gemeinderat
nicht so viele Sitze. |
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Sieben oder neun Gemeinderäte? Die
SVP will nicht so wie FDP und SP
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BZ 27.09.2001
In Signau gibt das Organisationsreglement
zu reden. Oder besser der Gemeinderat. Denn der will nicht
so wie der vorberatende Ausschuss: Die Exekutive hält an der
Zahl von neun Gemeinderäten fest.
Susanne Graf
Die SP in Signau ist enttäuscht, die FDP gar empört. Was ist
passiert? Wie in vielen Gemeinden landauf, landab wird auch
in Signau das Organisationsreglement überarbeitet. Der Gemeinderat
hat einen Ausschuss mit der Aufgabe betraut. Vor fast einem
Jahr erfuhr die Bevölkerung, welche Änderungen die Gruppe
ausgeheckt hatte: Der Gemeinderat sei von heute neun auf sieben
Sitze zu reduzieren, Kredite von über einer halben Million
Franken seien an der Urne zu bewilligen. Neben der Absicht,
verschiedene Kommissionen aufzuheben oder zu fusionieren,
waren das die zentralen Punkte. Aber auch die umstrittenen.
Als im Frühling eine Vernehmlassung für Parteien und Kommissionen
stattfand, markierte insbesondere die SVP Distanz. Der Ausschuss
ging über die Bücher und entsprach einem Grossteil der Eingaben
auch. In zwei Punkten blieb er aber bei seiner ursprünglichen
Haltung. Er wollte weiterhin die Gemeinderatssitze auf sieben
reduzieren und über wichtige Sachgeschäfte an der Urne entscheiden
lassen.
Knappe Entscheide
In Signaus Gemeinderat hat allerdings die SVP mit 6 von 9
Sitzen das Sagen. Deshalb liegt jetzt ein Reglement zur Vorprüfung
beim Kanton, das nicht mehr dem entspricht, was der Bevölkerung
vor einem Jahr vor-gestellt wurde. Es sieht auch in Zukunft
neun Gemeinderatssitze vor, ebenso werden Urnenabstimmungen
für Sachgeschäfte nicht eingeführt. Die Entscheide fielen
offenbar knapp. "Wenn ich nicht mitgestimmt hätte", sagt Gemeindepräsident
Hans Hirschi (SVP) heute, "hätte ich wohl meist den Stichentscheid
geben müssen. "
Die SP kritisiert
"Wir sind enttäuscht", reagiert SP-Präsident Toni Feller,
der übrigens ebenfalls im Gemeinderat sitzt. "Der Gemeinderat
hat den Ausschuss, den er selber eingesetzt hat, völlig desavouiert.
" Anders als sonst üblich, so Feller weiter, sei hier das
Kollegialitätsprinzip nicht angewandt worden. Was Feller meint:
Hans Hirschi präsidierte jenen Ausschuss, der die umstrittenen
Änderungen beschlossen hat. Im Gemeinderat vertrat er nun
aber nicht die Meinung des Ausschusses, sondern jene der SVP.
"Ich habe mich von allem Anfang an klar gegen die beiden Punkte
gestellt", hält Hirschi dem entgegen. Das Gros der SVP wolle
die Reduktion und die Urnenabstimmungen nicht.
Der Ausschuss habe mit seiner "multivalenten Zusammensetzung"
halt den politischen Stärken nicht ganz Rechnung getragen,
so Hirschi weiter. Wie die Mehrheit der SVP wehre er sich
dagegen, dass die Arbeit im Gemeinderat auf weniger Köpfe
verteilt werde. Zudem bestehe die Gefahr, dass die Aussenbezirke
nicht mehr vertreten wären. Gegen Urnenabstimmungen kämpft
Hirschi, weil diese die Gemeindeversammlungen entmachten würden.
"Wenn ein brennendes Geschäft ansteht, gehen die Leute nämlich
schon hin", ist er überzeugt.
FDP will mobilisieren
Die Dezemberversammlung dürfte tatsächlich einen Grossaufmarsch
mobilisieren. Denn dann wird über das Organisationsreglement
abgestimmt. Die FDP will "alles in unserer Macht Stehende
unternehmen", dass dieses nicht, wie vom Gemeinderat verabschiedet,
angenommen wird. Das stellt Präsident Alex Fabel in Aussicht.
Fabel kann die Arbeitsbelastung des Gemeinderates ja auch
nicht beurteilen. "Aber wenn im Gemeinderat beide FDP-Vertreter,
der SP-Vertreter und auch ein Mitglied der SVP der Meinung
sind, bei einer geschickten Verteilung könnte die Arbeit auch
von sieben Leuten ebenso gut gemacht werden, kann ich diese
Meinung auch zu meiner machen. " Bernhard Steinmann, Mitglied
der Geschäftsprüfungskommission, stimmt da mit ein: "Gewisse
Ressorts liessen sich zusammenfassen. "
Es kommt zum Kampf
Simon Hofstetter, der als junger Bürger zur Mitarbeit im Ausschuss
eingeladen war, geht mit den Kritikern einig. Desavouiert
fühlt er sich allerdings nicht. "Es hat nie geheissen, dass
der Rat alles akzeptieren würde, was wir vorschlagen. " Die
Änderungen nimmt er gelassen: "Ich gehe davon aus, dass noch
nicht das letzte Wort gesprochen ist. "
Mit welchen Schritten nun konkret gegen den vorliegenden Entwurf
vorgegangen wird, ist offen. Aber ein Kampf ist angesagt.
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100 Kilometer Ufer in der Obhut
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WZ 21.06.2001
Am traditionellen Frühschoppen der FDP Signau-Schüpbach gab
Hanspeter Wüthrich, Präsident der Schwellenkorporation, einen
Einblick in die vielseitigen Aufgaben dieser Organisation.
Die Schwellenkorporation hat in der Gemeinde Signau 50 Kilometer
Bäche oder 100 Kilometer Ufer in ihrer Obhut. In den letzten
15 Jahren wurden an diesen Gewässern Investitionen von zirka
neun Millionen Franken getätigt. |
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Nicht alle Schüler haben samstags
frei
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WZ 15.03.01
Petition und offener Brief können
Volksschulkommission nicht umstimmen
In einer Petition forderten 232 Personen die versuchsweise
Einführung der Fünftagewoche auf der Volksschulstufe in Signau.
In der Sekundarschule läuft bereits ein entsprechender Versuch.
Die Volksschulkommission will trotzdem nicht darauf eingehen,
was die Initianten in einem offenen Brief bemängeln.
von Silvia Ben el Warda-Wullschläger
Das Thema Fünftagewoche gibt in Signau viel zu diskutieren.
An der Sekundarschule läuft seit vergangenen August ein entsprechendes
Pilotprojekt. Anders auf der Volksschulstufe, dort gehen die
Kinder nach wie vor an sechs Tagen zur Schule. Diese Situation
fanden die FdP und die SP Signau-Schüpbach unhaltbar, sie
lancierten eine Petition und sammelten 232 Unterschriften.
Die Volksschulkommission lehnte aber deren Bitte um versuchsweise
Einführung der Fünftagewoche ab August 2001 ab. Dieser Entscheid,
aber auch die Äusserungen des Präsidenten der Volksschulkommission
in einem Radiointerview, entrüstete die Unterzeichner, so
dass FdP und SP einen offenen Brief verfassten.
Alleingang der Sekundarschule
Er habe nie bezweckt, sich abfällig über die Petition und
die Unterzeichner zu äussern, betont Urs Engel, Präsident
der Volksschulkommission. Auch bedeute die ablehnende Haltung
nicht, dass sich die Kommission Neuem gegenüber verschliesse.
Die Fünftagewoche sei auch bei ihnen ein Thema. "Klar war
allerdings schon immer, dass wir keinen Versuch durchführen
werden", erklärt Urs Engel. "Das bringt nichts, denn noch
niemand ist zur Sechstagewoche zurückgekehrt." Schade sei,
dass sich die beiden Schulkommissionen nicht vorgängig abgesprochen
hätten. Die Sekundarschule habe das Gespräch nicht gesucht,
sondern im Alleingang entschieden. Die Volksschulkommission
werde nun den Versuch an der Sekundarschule weiterverfolgen,
die Ergebnisse abwarten und allenfalls mitziehen. "An unserer
Juni-Sitzung werden wir konkret darüber diskutieren", stellt
Urs Engel in Aussicht.
Fakten und Erfahrungen sammeln
An der Sekundarschule, deren Verband aus den Gemeinden Signau,
Bowil, Eggiwil und Röthenbach besteht, werde Ende Jahr entschieden,
ob die Fünftagewoche ab August 2002 definitv eingeführt wird
oder nicht, erklärt Daniel Brechbühl, Präsident der Sekundarschulkommission
und FdP-Gemeinderat. Der Versuch diene dazu, Fakten und Erfahrungen
zu sammeln, damit wir saubere Grundlagen haben. "Bisher erhielten
wir weder von Eltern noch von Kindern oder Lehrern negative
Rückmeldungen." Es werde aber noch eine detaillierte Auswertung
mit Fragebogen an alle Beteiligten gemacht.
Dass die beiden Schulkommissionen vor Beginn des Versuchs
nie offiziell zusammengekommen seien, bestätigt Daniel Brechbühl.
"Das hätte die Sache kompliziert und verzögert. Zudem weise
ich darauf hin, dass Urs Engel Mitglied der Sekundarschulkommission
ist." Den Entscheid der Volksschulkommission könne er akzeptieren.
Es sei nur bedauerlich, dass die Signale aus der Bevölkerung
mit den 230 Unterschriften nicht beachtet worden seien.
Öffentlich darüber diskutieren
Dass es besser gewesen wäre, wenn die beiden Kommissionen
von Beginn weg gemeinsame Sache gemacht hätten, sieht auch
FdP-Präsident Alex Fabel so. Doch die beiden Gremien seien
halt unabhängig. Er respektiere den Entscheid der Volksschulkommission
zwar, "finde es aber persönlich schlecht, wenn die einen Kinder
am Samstag morgen zur Schule müssten und die anderen nicht.
Diesen Zustand wollten wir mit unserer Petition verhindern."
Alex Fabel würde es begrüssen, wenn in nächster Zeit öffentlich
über die Vor- und Nachteile der Fünftagewoche diskutiert würde.
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Die 5-Tage-Woche ist noch nicht vom
Tisch
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BZ 05.01.2001
Vielleicht wird die Fünftagewoche
an Signaus Primarschulen doch noch Tatsache - derzeit laufen
Abklärungen.
Die Diskussionen um die Fünf- beziehungsweise Sechstagewoche
an Signaus Schulen werden langsam, aber sicher zum Dauerthema.
An der Sekundarschule wurde die verkürzte Woche im letzten
Sommer eingeführt, die Volkschulkommission beschloss jedoch,
dass in der Primar- und Realschule weiterhin sechs Tage unterrichtet
werden soll.
Nun wird das Thema neu lanciert: Gemäss Urs Engel, Präsident
der Volkschulkommission, will sich Signau möglichst bald mit
Eggiwil und Röthenbach zusammensetzen. Die Kinder aus diesen
beiden Gemeinden besuchen nämlich die Sekundarschule in Signau,
an der Primar- und Realschule zu Hause wird aber noch sechs
Tage unterrichtet. "Wir werden versuchen, mit Eggiwil und
Röthenbach eine einheitliche Lösung zu finden", sagt Engel.
Es ist also durchaus möglich, dass man sich einigt und die
Fünftagewoche tatsächlich auch an der Prim einführt. Als frühesten
Termin dafür siehtEngel jedoch erst das Jahr 2002.
"Das ist kein Zustand"
Urs Engel ist überzeugt, dass ein schulfreier Samstag Nachteile
bringen würde. "Einigen Kindern wäre es nicht mehr möglich,
den fakultativen Unterricht zu besuchen", sagt er. Zudem brauche
ein Kind nicht nur am Wochenende Freizeit. Für ihn ist deshalb
klar: "Die Fünftagewoche bringt den Eltern mehr Vorteile als
den Kindern. " Probleme würden seiner Meinung nach auch beim
Schulsport entstehen. "Gingen die Kinder fünf Tage zur Schule,
würde eine Turnhallenknappheit entstehen. Am Samstagvormittag
würden die Hallen hingegen nicht genutzt. "
Auf der Signauer Volksschulkommission lastet derzeit ein nicht
geringer Druck. Im Herbst hat die SP-Ortspartei Unterschriften
für die Fünftagewoche an Prim und Sek gesammelt - auch die
FDP half dabei mit (die BZ berichtete). Nicht weniger als
232 Stimmberechtigte unterschrieben diese Petition. "Ich hoffe
nicht, dass man so viele Unterschriften einfach übergeht",
erklärt Signaus FDP-Präsident Alex Fabel. Man werde die Sache
deshalb weiterhin im Auge behalten. Denn für ihn ist klar:
"Fünf Tage an der Sek und sechs Tage an der Prim - das ist
doch einfach keinZustand. "
Erfahrungen auswerten
So einfach will sich die Volksschulkommission dem Druck allerdings
nicht beugen. "Wir werden nun schauen, welche Erfahrungen
die Sek mit der Fünftagewoche gemacht hat, und die Vor- und
Nachteile gegeneinander abwägen", sagt Engel. Man wolle nicht
nur für die Eltern, sondern auch für die Kinder eine gute
Lösung finden. maz |
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