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Aktuell
Medienberichte

Wir möchten wir es nicht unterlassen, bei dieser Gelegenheit den beiden Zeitungen BZ und Wochen-Zeitung für ihre Berichterstattung zu unseren Aktivitäten zu danken.

Übersicht
Ein "Luxus" oder einfach notwendig?
BZ-Bericht vom 22. November 2005 über die Gemeindeabstimmung zur Sanierung der Farneggstrasse
Ganz früher gab es keine Namen
BZ-Bericht zum Frühschoppen über die Herkunft und Bedeutung unserer Familiennamen vom 13. November 2005
EMMENTAL: Familiennamen - was Tanner, Bier oder Minder bedeutet
WZ-Bericht zum Frühschoppen über die Herkunft und Bedeutung unserer Familiennamen vom 13. November 2005
SIGNAU: Carl Schenk, Mann des Fortschritts
WZ-Bericht zur Einweihung des restaurierten Bundesrat Schenk-Denkmals vom 4. Juni 2005
Die Signauer FDP ist stolz auf "ihren" Bundesrat
BZ-Bericht zur Einweihung des restaurierten Bundesrat Schenk-Denkmals vom 4. Juni 2005
SIGNAU: "Argumente, nicht Schlagworte"
WZ-Bericht zum Frühschoppen "Schengen/Dublin" vom 22. Mai 2005
Die Einbrüche der letzen Zeit werden zum Thema
Vorbericht zum Frühschoppen "Sicherheit im Hausbereich" vom 23. Mai 2004
SIGNAU: Mit Unterschriften Druck ausüben
WZ-Bericht zur Gemeinderats-Ersatzwahl IV
Die FDP erhöht ihren Druck
BZ-Bericht zur Gemeinderats-Ersatzwahl III
SIGNAU: FDP-Forderung lässt SVP kalt
WZ-Bericht zur Gemeinderats-Ersatzwahl II
FDP will mit den Spielregeln brechen
Gedanken zur Gemeinderats-Ersatzwahl von der FDP Signau/Schüpbach vom 19. März 2004
SIGNAU: Fusioniert Signau bald mit Bowil?
WZ-Bericht zum Frühschoppen "Gemeindefusionen" vom 26. Oktober 2003
FDP flirtet mit den Gemeinden
BZ-Bericht zum Frühschoppen "Gemeindefusionen" vom 26. Oktober 2003
SIGNAU: 20 Millionen Jahre an einem Nachmittag
"Entstehung des Emmentals" - Bericht zur Besichtigung des Niedermattgrabens vom 13. September 2003
SIGNAU: FDP hat eine Webseite
Bericht zum Start der Webseite vom 29. August 2003
Zukunft noch nicht entschieden
Frühschoppen "Zukunft Bahnhof" vom 25. Mai 2003

Podium zu Atomstrominitiative
Podiumsdiskussion vom 30. April 2003

Brigitte Bolli besuchte die FDP
Hauptversammlung der FDP Signau vom 26. März 2003
Umkämpftes Vizepräsidium
Gemeindeversammlung 7. Dezember 2002
Gemeindewahlen vom 10. November 2002
Bericht Kommissionen
Bericht Gemeinderat
Standortattraktivität muss verbessert werden
Frühschoppen der FDP Signau vom 27. Oktober 2002
Verlierer gibt's so oder so
Vorblick auf die Wahlen vom 15. Oktober 2003
Rücktritt von Rosmarie Hofstetter
Bericht Rosmarie Hofstetter: Rücktritt
Bericht Rückschlag für die FDP
Wo Signaus Müll zu liegen kommt
Besichtigung KVA Thun und Mülldeponie vom 14. September 2002
Frühschoppen vom 17. März 2002 zur Bezirksreform
Bericht Verwaltungsregionen oder Amtsbezirke?
Bericht Ein Thema, an dem sich die Geister scheiden

Gemeindeversammlung vom 8. Dezember 2001
Bericht Nur noch sieben statt neun Gemeinderäte
Bericht Dusche für den Gemeinderat
Kommentar - Verloren

Frühschoppen vom 28. Oktober 2001 zum neuen Organisationsregelment
Bericht Neues Reglement gibt zu reden
Bericht Die Stunde der Lobbyisten
Sieben oder neun? Die SVP will nicht wie FDP und SP
Diskussion um das neue Organisationsreglement, Bericht vom 27. September 2001
100 Kilometer Ufer in der Obhut
Frühschoppen vom 17. Juni 2001 zur Schwellenkorporation
Nicht alle Schüler haben samstags frei
Frühschoppen zur 5-Tage-Woche vom 11. März 2001
Die 5-Tage-Woche ist noch nicht vom Tisch
Diskussion um die 5-Tage-Woche vom 5. Januar 2001
 

Ein "Luxus" oder einfach notwendig?
BZ 22.11.2005

Signaus Stimmvolk entscheidet am 27. November, ob die Farneggstrasse saniert werden soll. Nur die SP ist dagegen.

Die Signauerinnen und Signauer werden nächstes Wochenende auch für ein Geschäft an die Urne gerufen, das ihre Gemeinde betrifft. Es geht um die Frage, ob die Güterstrasse zwischen Gassen und der Farneggalp sowie dem Stockboden saniert werden soll. 270 000 Franken beträgt der Kredit. So viel kostet es, die Oberfläche der fast 3,3 Kilometer langen Strasse zu erneuern. Die 1985 fertig gestellte Güterstrasse weist Spurrinnen und Risse auf. Zudem gilt es einen Hangrutsch oberhalb der unteren Farnegg zu sanieren.

Für die SP zu luxuriös
An die Sanierungskosten haben Bund und Kanton Beiträge in der Höhe von 130 000 Franken zugesichert. Deshalb werde die Sanierung «nicht zu einer Neuverschuldung führen», steht in der Botschaft des Gemeinderates. Trotzdem will die SP diese Woche in Signau und Schüpbach Flugblätter verteilen und so zu einem Nein aufrufen. Es handle sich bei der geplanten Sanierung um eine «Luxusvariante», die nur noch mehr Verkehr anziehe, erklärt Toni Feller die Haltung der von ihm präsidierten Partei. Die SP befürchte, dass die Strasse nach dem Ausbau von schweren Fahrzeugen befahren und gleich wieder beschädigt würde.

Die FDP mit Vorbehalt
Die SVP stimmt dem Geschäft «selbstverständlich» und die EVP «ganz klar» zu. Für ein Ja wirbt auch die FDP in ihrer Zeitung. Dass die Sanierung notwendig sei, stellt sie so wenig in Frage wie SVP und EVP. Aber für die FDP ist auch klar, dass ein Teil der zu reparierenden Schäden auf schwere Transporte zurückzuführen ist. Sie fordert den Gemeinderat deshalb auf, nach der Sanierung «alle möglichen Schutzmassnahmen zu prüfen». Der Gemeinderat müsse sich von Fachleuten sagen lassen, welche Gewichte die Strasse ertrage, ohne dass sie gleich wieder Schaden nehme, sagt FDP-Präsident Alex Fabel und schliesst eine generelle Gewichtslimite nicht aus. Das aber ginge dem für das Wegwesen zuständigen Gemeinderat Hans Röthlisberger (EVP) zu weit. Zumindest während der Auftauperiode werde der Gemeinderat diesen Winter auf Güterstrassen erstmals Gewichtsbeschränkungen einführen.

Susanne Graf


Ganz früher gab es keine Namen
BZ 14.11.2005

Der Lokalhistoriker Hans Minder sprach am FDP-Frühschoppen in Signau über typische Emmentaler Familiennamen.

Hinter Familiennamen verbergen sich Geschichten über Herkunft, Beruf oder besondere Eigenschaften und Eigenarten unserer Ahnen. Darum stiess der Vortrag des Lauperswiler Lokalhistorikers Hans Minder in Signau auf grosses Interesse.

Minder arbeitet seit 10 Jahren an einem Buch über die Herkunft aller 2700 Bürger von Lauperswil. Zudem ist er Mitglied der Geniologischen Gesellschaft der Schweiz, und somit bewandert in Herkunft und Bedeutung von Familiennamen. «Unsere alemannischen Vorfahren hatten überhaupt keine Familiennamen, einfache Vornamen waren auf dem Land, wo es wenig Leute gab, genug» weiss er. Familiennamen waren ein Attribut vornehmer Römer und Griechen. Später, als die Ortschaften grösser wurden und somit mehrere Leute mit demselben Vornamen darin wohnten, brauchte es auch im Emmental eine genauere Bezeichnung. Die bezog sich meist auf Eigenschaften, Wohnort oder Berufsausübung, manchmal war es auch ein «Schlämperlig». 1528 hatten zwei Drittel der Täuflinge in Lauperswil schon einen Familiennamen, der Hänsli vom Geissbühl wurde zum Hänsli Geissbühler. Hans Minder unterscheidet verschiedene Kategorien von Familiennamen: «Vom Vornamen abgeleitet wären Namen mit angehängtem i am Ende, wie Bieri (von Pierre), Josi, Friedli», sagt er. «Von der Region oder vom Wohnsitz her kommend sind Bachmann, Tanner, Moosimann, oder Zürcher und Berner.». Weniger häufig höre man Tiernamen, zum Beispiel Hirschi, Haas oder Beer (Bär). Geläufig seien dagegen Berufsbezeichnungen, so: Maurer, Gerber, Beck, Schuhmacher, Küfer, Schneider, Schmied oder Pfister (Pistor aus dem Lateinischen für Bäcker).

Sag mir, wie du heisst...
Um Amtsinhaber handle es sich bei den Meiers, und zwar stammten die alle aus der Nordostschweiz. Dort sei es üblich gewesen, dass immer dieselbe Familie als «Major Domus» das Kirchengut verwaltete. Im Kanton Bern dagegen habe das jedes Jahr ein anderer Amtsinhaber gemacht, der deswegen nicht Meier genannt wurde. Die Hodel oder Hodler dagegen hätten als Qualitätskontrolleure auf dem Markt das Tuch, die Hudle, begutachtet. Um Eigenschaftsnamen handle es sich natürlich bei Weiss, Rot, Schwarz, Klein und Lang; oder ein Grädel sei ein hoch aufgeschossener Mensch.

Um manche Namen zu verstehen, müsste man sich in Althochdeutsch auskennen, sagte Minder. Interessant sei das Messergebnis, dass 30 Prozent von Kandidaten namens Schneider gegenüber den Schmieds tatsächlich klein und leichtgewichtig gewesen seien. Den eigenen Namen analysierte Minder so: Es hätten zwei Nachbarn auf einer Egg gehaust, der eine habe mehr Steuern bezahlt (Meer oder Mehr), der andere eben minder. Natürlich wollten nun einige Anwesende etwas über ihren eigenen Namen wissen. Zum Beispiel Fankhauser komme von Fang-Haus, was auf Jagdaufseher hindeute. Ob Moor dunkelhäutige Ahnen hatte, oder einen Heiligen namens Maurizius, sei nicht gewiss, sagte der Experte.

Literatur: Hans Rudolf Christen: Emmentaler Geschlechter- und Wappenbuch (ISBN 3-85681-405-1); Hans Bahlow: Namen-lexikon (ISBN-3-81)

· www.ghgb.ch


EMMENTAL: Familiennamen – was Tanner, Bieri oder Minder bedeutet
WZ 17.11.2005

Woher die Namen stammen

Familiennamen verraten einiges über Herkunft und Eigenschaften der Vorfahren ihrer Träger. Einen Einblick gab der Lokalhistoriker Hans Minder am Sonntag am Frühschoppen der FDP Sektion Signau-Schüpbach.


Adrian Flückiger

Das Stichwort «Wirtschaftsflüchtlinge» lieferte Sektionspräsident Alex Fabel schon bei der Begrüssung. Die wenigen Menschen namens Fabel in der Schweiz stammen nämlich von einem Maurer aus Mainz ab. Vermutlich um beim Bau der Kirche mitzuhelfen, kam er um 1770 nach Entlebuch, heiratete eine Einheimische und blieb.

Entwicklungshelfer im Emmental
Auch in Lauperswil, der Gemeinde von Hans Minder, gibt es solche Fälle. Manchmal handelte es sich bei den Fremden allerdings eher um «Entwicklungshelfer». So brachten die Vorfahren der Familie Bieri im 16. Jahrhundert das Wissen um die Herstellung von Vollfettkäse aus dem Greyerzerland ins Napfgebiet. Der Name kommt vom Vornamen Pierre, der hierzulande in der Kurzform «Pierr-i» ausgesprochen wurde. Selbst häufige und alteingesessene Geschlechter sind also zuweilen auswärtigen Ursprungs. Die Endung -i weist gewöhnlich auf die Herleitung von einem Vornamen hin, den man wie heute noch Hans zu «Hausi» abkürzte. Der Familienname Lüthi als weiteres Beispiel kommt nicht vom Glockenläuten, sondern vom Vornamen Leuthold.

Verwirrende Schreibweisen
Die Germanen kannten noch keine Familiennamen. Sie waren nicht darauf angewiesen, um die Personen in ihrem Umfeld unterscheiden zu können. Von den Römern und Griechen breitete sich die Verwendung von Familiennamen über die Städte von Süden nach Norden aus. In den ländlichen Gegenden der Schweiz hatten etwa seit 1600 alle Personen einen Familiennamen, der unverändert an die Nachkommen weitergegeben wurde. In Skandinavien war es erst um 1850 so weit. Bis heute nur Vornamen kennen die Isländer. Der mit -sen oder -son angehängte Name des Vaters ist in jeder Generation ein anderer. In der Schweiz erst seit 1876 festgelegt sind die Schreibweisen. Vorher schrieb man die Namen nach dem Gehör auf, in den Taufregistern tragen oft selbst Geschwister unterschiedlich geschriebene Familiennamen wie Küpfer und Kipfer. Eigenschaften der Person oder ihres Wohnsitzes konnten ebenfalls die Namensgebung inspirieren. Familien mit auffällig oft schwarz-, weiss- oder grauhaarigen Mitgliedern hiessen Schwarz, Wyss oder Grau. Auch Grädel bezieht sich auf das Aussehen: «Grädel» bezeichnete im Mittelhochdeutschen einen langen, mageren Menschen. Bachmanns wohnten neben einem Bach, Tanners oder Buchers neben einem Baum.

Der Spezialfall «Minder»
Etwas komplizierter ist die Herkunft des Namens Minder zu deuten. In der Nähe von Huttwil gab es zwei Bauern Mehr und Minder, von denen der eine mehr und der andere «minder» Abgaben zahlte. Mehr gibt es heute aber wesentlich weniger als Minder. Daneben verwendete man Berufsbezeichnungen, Ämter oder die Herkunft zur Namensgebung. Pfister und Sutter kommen vom lateinischen Wort für Bäcker und Schneider, Hodler vom Tuchkontrolleur an Märkten («Hudel»). Die Emmentaler Geschlechter vermehrten sich vergleichsweise stark, weshalb Emmentaler Gemeinden heute weitaus mehr Heimatberechtigte als Einwohner zählen. Besonders Amerikaner befinden sich gegenwärtig oft auf der Suche nach ihren Ursprüngen. Minder empfiehlt den Gemeinden, sie an die Genealogisch-Heraldische Gesellschaft Bern weiterzuleiten (www.ghgb.ch).


SIGNAU: Carl Schenk, Mann des Fortschritts
WZ 09.06.2005

Gedenkstein erstrahlt in neuem Glanz

Im Rahmen der in Signau stattfindenden Musiktage fand am Samstag die Einweihung des Gedenksteins von Carl Schenk statt. Der in die Jahre gekommene Stein wurde von der FDP Signau/Schüpbach restauriert und präsentiert sich in neuem Kleid.

Lisa Blaser


Ein wenig heruntergekommen stand er über der Dorfstrasse in Signau. Gesehen hat ihn jeder schon mal, den Gedenkstein von Carl Schenk. Über die Geschichte dieses engagierten Mannes wussten aber wohl die wenigsten etwas. Die FDP Signau/Schüpbach hat den Stein jetzt restauriert und dabei gleich in Archiven gekramt, um über das Leben dieses Mannes zu berichten. Auch Carl Schenk war Mitglied der Radikalen Partei, der heutigen FDP. Er wird als Mann des Fortschritts gelobt und war Signauer Bürger. Carl Emmanuel Schenk wurde am 1. Dezember 1823 als Sohn des berühmten Mechanikus Christian Schenk geboren. Bereits mit 11 Jahren war er Vollwaise und verbrachte seine Jugend im Internat in Württemberg und später in Kornthal. Er genoss eine gründliche humanistische Ausbildung, gleichzeitig erwachte seine Lust am Wandern. Lange konnte er sich nicht entscheiden, ob er wie sein Vater, Mechanikus werden wollte oder Pfarrer. Seine Wanderungen brachten ihn unterdessen bis nach Venedig, wo sein Bruder als Giesser arbeitete. Schliesslich kehrte er nach Bern zurück. Nach dem Gymnasium ging er an die Uni und studierte Theologie. Bereits mit 22 Jahren hatte er sein Studium beendet und 1845 begann er seine Vikariatszeit in Schüpfen. Wie aus seinem Lebenslauf hervorgeht, war Schenk kein Dozent im eigentlichen Sinne, sondern er versuchte, seiner Gemeinde praktische Arbeit zu leisten durch Vereinsgründungen und Weiterbildung. 1848 heiratete Carl Schenk Elise Kähr, die Schwester seines Freundes Kähr, eines Radikalen. Schliesslich wurde er auch Pfarrer in Schüpfen.

Bekennung zum Radikalismus
Schon während seiner Studentenzeit hatte er sich mit Radikalen angefreundet und in Schüpfen schliesslich zum Radikalismus bekannt. Schenk fing an, sich für politische Probleme zu engagieren, vor allem Armen- und Schulfragen waren ihm ein grosses Anliegen. 1863 wurde er schliesslich in den Bundesrat gewählt, wo er ganze 32 Jahre als aktiver Bundes- rat und sechs Mal als Bundes- präsident amtete. Besonders hervorgetan hatte er sich mit einer radikalen Reform der inhumanen Armenfürsorge. Eine kleine Anekdote zu seinen Wanderungen existiert auch noch: Als er mit seinen Söhnen vom Genfersee bis nach Marseille wanderte, wurde der Bundesrat tatsächlich wegen Landstreicherei verhaftet. Dank Diplomatenausweis war die Sache aber bald geklärt, wobei sich der Präfekt vor lauter Bückligen fast nicht zu entschuldigen wusste. Wenn man jetzt also den frisch restaurierten Gedenkstein in Signau besichtigen geht, kann man sogar ein wenig mitreden, wenn es um die Geschichte des Doktor Carl Schenk geht.


Die Signauer FDP ist stolz auf «ihren» Bundesrat"
BZ 07.06.2005

Jetzt ist wieder lesbar, an wen der Gedenkstein beim Schulhaus Signau erinnert: an Bundesrat Carl Schenk.

Die FDP Signau hat die Feststimmung des vergangenen Wochenendes ausgenutzt – und die Erinnerung an «ihren» Bundesrat neu aufleben lassen. Von 1863 bis 1895 war Signau nämlich mit Dr. Johann Carl Emmanuel Schenk im Bundesrat vertreten. Er war als Sohn des berühmten Mechanikers Christian Schenk im Schwimmbach auf die Welt gekommen. Lange wusste er nicht, ob er Mechaniker oder Pfarrer werden sollte, entschied sich dann aber für das Theologiestudium.

Die Gotthardbahn
Als 40-Jähriger wurde Carl Schenk also in den Bundesrat gewählt. Dort übernahm er das Departement des Innern. Zu seiner wichtigsten Aufgabe gehörte der Bau der Gotthardbahn, die er 1882 eröffnen konnte. Weniger Erfolg hatte der FDP-Bundesrat jedoch mit dem Schulgesetz: Carl Schenk wollte das Schulwesen der Kantone vereinheitlichen, kam damit aber nicht durch. «Damit sind wir heute noch nicht viel weiter», sagte Signaus FDP-Gemeinderat Daniel Brechbühl am Samstag. Eine kleine Festgemeinde hatte sich eingefunden, um die Instandstellung des Gedenksteines zu feiern. Damit die Erinnerung an ihren Bundesrat nicht verblasst, hat die Ortssektion die mit den Jahren unleserlich gewordene Schrift am Gedenkstein auf dem Schulhausplatz erneuert.

Geschichte aufgearbeitet
Der Lauperswiler Hans Minder hat im Auftrag der Signauer FDP auch die Geschichte des Bundesrates Carl Schenk neu aufgearbeitet. Die 11-seitige Gedenkschrift kann im Internet unter www.fdp-be.ch/signau heruntergeladen werden. sgs


SIGNAU: "Argumente, nicht Schlagworte"
WZ 26.05.2005

Die FDP Signau-Schüpbach hatte an ihrem Frühschoppen prominente Gäste geladen. Nationalrätin Christa Markwalder und Nationalrat Simon Schenk debattierten unter der Moderation von Alex Fabel (FDP) über die Volksabstimmung Schengen/Dublin.

Lisa Blaser


Morgens um zehn im Gasthof Bären in Signau. Hände werden geschüttelt, Bekannte begrüsst. An der Wand hängt ein Plakat der FDP auf dem gross "Freiheit und Verantwortung" steht. Vor dem Plakat an einem langen Tisch sitzen drei Leute. Einer davon ist Alex Fabel, der die Moderation des diesjährigen Frühschoppens der FDP übernimmt. Links von ihm sitzt die Nationalrätin Christa Markwalder (FDP), die entspannt aber konzentriert auf den Anfang des Gesprächs wartet. Rechts des Moderators sehen wir Simon Schenk, Nationalrat der SVP. Langsam kehrt Stille ein.

***

Alex Fabel ergreift das Wort. "Erst einmal, einen grossen Dank an unsere Gäste, die beide sofort für dieses Podiumsgespräch zugesagt haben", beginnt Fabel und grinst verschmitzt als er fortfährt: "Und noch dazu ohne Gage, nicht wie Bill Clinton, der für jeden Zuschauer fast 1500 Franken wollte." Ein Schmunzeln geht durch die Runde. Das Eis ist gebrochen, die Stimmung wird offen und erwartungsvoll. "Argumente - nicht Schlagworte" heisst es auf der Einladung der FDP zu diesem Frühschoppen. Man ist gespannt, ob die Nationalräte dieses Motto einhalten können. Schliesslich geht es um ein brisantes Thema: Die Abstimmung über Schengen/Dublin.

***

Heute soll Klarheit in die Bedingungen und Auswirkungen der Volksabstimmung gebracht werden. Der Moderator beginnt mit einem Auszug aus dem Schengen- Dublin-Abkommen. Dann richtet er sein Wort an Nationalrat Schenk. "Herr Simon Schenk, Schengen ist ein kleines, hübsches Land in Luxemburg..., von dort können doch nur gute Dinge kommen...", nimmt ihn Fabel ein wenig hoch. Allgemeines Lachen breitet sich im Saal aus. Auch Simon Schenk zeigt sich erheitert. Der Moderator hat ein Händchen dafür, die politische Debatte humorvoll anzugehen.

***

Für Simon Schenk wäre ein Ja zu Schengen/Dublin ein klarer Schritt Richtung EU. Ein Punkt, den er durch die ganze Debatte zieht. Zeitweise hat man sogar ein wenig das Gefühl, hier würde gerade über den EU-Beitritt abgestimmt. Was natürlich nicht der Fall ist, aber für Simon Schenk ist dies eines der Hauptargumente. Im Weiteren kritisiert er die Bestimmung, dass Binnengrenzen an jeder Stelle ohne Personenkontrolle überschritten werden. Für den Nationalrat würden solche Regelungen die Schweiz zu einem "Löcherbecki" machen. Als Schenk seine Position dargelegt hat, geht das Wort an Christa Markwalder.

***

Ihre Argumentation wirkt sehr überlegt. Sie spricht überzeugt von den Vorteilen des SIS, des Schengener Informationssystems, eine Datenbank in der polizeilich gesuchte Personen erfasst werden können. Sie erklärt das System Eurodac, mit dem Ausländer, welche in mehreren Ländern Asylgesuche stellen, wieder an das Land verwiesen werden, wo sie zuerst um Asyl baten. Simon Schenk spricht leidenschaftlich gegen Markwalders Argumentationen, doch die Nationalrätin der FDP lässt sich nicht beirren. Die Lockerheit bleibt dem Gespräch treu. Am Ende des Gesprächs liegen noch viele Argumente in der Luft. Die Besucher werden sich Zuhause bestimmt noch eigene Gedanken darüber machen. Und somit hat das Podiumsgespräch sein Ziel nicht verfehlt.


Die Einbrüche der letzten Zeit werden zum Thema
BZ 22.05.2004

Die Anzahl Einbrüche in der Gemeinde Signau sei «Besorgnis erregend», findet die FDP Signau-Schüpbach.

Die Sicherheit im Hausbereich - sprich die Gefahr von Einbrüchen: Das ist das Thema des öffentlichen Frühschoppens, zu dem die FDP Signau-Schüpbach morgen Sonntag einlädt. «Die Anzahl der Hauseinbrüche in unserer Gemeinde ist Besorgnis erregend», hält die Partei in einem Informationsschreiben fest. Was bedeutet diese Aussage in Zahlen? «In diesem Jahr wurden uns bis jetzt zwei Einbrüche gemeldet», sagt Heinz Pfeuti, Pressesprecher bei der Kantonspolizei Bern. Die Gemeinde Signau habe im Vergleich mit anderen Gemeinden wenig Einbrüche, fügt er hinzu.

Macht die örtliche FDP also auf Panik? «Nein - überhaupt nicht», antwortet Simon Hofstetter, Verfasser des Informationsblattes, und betont: «Es ist eine Tatsache, dass in den letzten Jahren die Zahl der Einbrüche zugenommen hat. » Hofstetter nennt die Einbrüche im Coop und bei Holzbau Wälti. Diese Delikte liegen allerdings ein paar Monate zurück. «Wir wollen mit unserer Aussage nur sensibilisieren», stellt Hofstetter klar. Und schliesslich stehe es der Bevölkerung frei, am Frühschoppen teilzunehmen und sich über mögliche Präventionsmassnahmen zu informieren. jgr

Signauer Frühschoppen: Morgen Sonntag ab 10 Uhr im «Bären».


SIGNAU: Mit Unterschriften Druck ausüben
WZ 01.04.2004

Die FDP wehrt sich gegen die Nachnomination eines SVP-Kandidaten.


An der Hauptversammlung der FDP Signau wurde ausführlich über die Ersatzwahl für den Gemeinderat diskutiert. Mit einer Unterschriftensammlung wollen die Freisinnigen jetzt noch mehr Druck auf die SVP ausüben.

Adrian Schmid

«In Signau handelt die SVP nach dem Motto ‹alle Macht für uns›. Es herrscht eine SVP-Demokratur», polterte FDP-Präsident Alex Fabel. Den Stein ins Rollen gebracht hat der angekündigte Rücktritt von Gemeindepräsident Hans Hirschi (SVP). Gemäss Reglement ist es nun möglich, dass acht Stimmberechtigte bestimmen können, wer für Hirschi in die Signauer Exekutive nachrutschen wird. Dies weil die SVP an den letzten Wahlen als einzige Partei keine Ersatzleute aufgestellt hatte. In einem offenen Brief kritisierte die FDP das Vorgehen der SVP, da dieses nicht dem Demokratieverständnis entspreche (die «WZ» berichtete). Die Freisinnigen fordern eine richtige Ersatzwahl. Dieses Szenario ist aber nur dann möglich, wenn die SVP freiwillig darauf verzichtet, einen Nachfolger innert nützlicher Frist vorzuschlagen. Die SVP hat aber bereits signalisiert, dass man diesem Wunsch nicht nachkommen wolle.

Kommt durch die Hintertür
«Wenn die SVP will, dann ist ihr Kandidat gewählt», stellte FDP-Gemeinderat Daniel Brechbühl darum richtig fest. Alex Fabel betonte zwar, dass man das bestehende Reglement akzeptiere, zumal man ja auch bei der Ausarbeitung beteiligt war. Dies heisst aber noch lange nicht, dass sich die FDP mit dieser Situation abfindet. Mit einer Unterschriftensammlung wollen die Freisinnigen den moralischen Druck auf die SVP jetzt nochmals erhöhen. «So möchte ich nicht Gemeinderat werden», meinte FDP-Vizepräsident Armin Latscha. Er hätte Mühe damit, wenn er als neuer SVP-Gemeinderat trotz einer Opposition von 250 Unterschriften durch die Hintertür in den Gemeinderat gewählt würde, so Latscha weiter.

Präsidium ebenfalls im Visier
Bei der FDP setzt man auf eine nachhaltige Wirkung der ganzen Aktion. «Wir können dadurch die Bevölkerung für spätere Wahlen sensibilisieren», war Alex Fabel überzeugt. Und schliesslich müssen ja auch der Posten des Gemeindepräsidenten und des Vize neu bestellt werden. Bei diesen echten Wahlen wollen die Freisinnigen das Feld erneut nicht einfach der SVP überlassen. Dabei hoffen die Freisinnigen auf die Unterstützung der beiden anderen Ortsparteien SP und EVP. Im Weiteren soll künftig eine FDP-Zeitung an die Bevölkerung abgegeben werden. Zur Zeit zählt die FDP Signau-Schüpbach 25 Mitglieder und 23 Sympathisanten.

Markwalder unterstützt ihre Parteikollegen
Als Gast war auch Nationalrätin Christa Markwalder, Burgdorf, bei der Hauptversammlung der FDP Signau-Schüpbach anwesend. In einem Referat berichtete sie von ihren ersten Erfahrungen im Bundeshaus. Markwalder liess sich jedoch auch zu einem kurzen Kommentar zur Signauer Gemeindepolitik bewegen. «Ich finde es genial, wenn so ein Kampfgeist da ist. Die Freisinnigen sollen sich wehren», unterstützte Markwalder die Absichten der FDP Signau-Schüpbach.


Die FDP erhöht ihren Druck
BZ 27.03.2004

In ihrem Kampf für eine offene Ersatzwahl startet die FDP Signau nun sogar eine Unterschriftensammlung. EVP und SP jedoch schicken sich in das geltende Reglement und lassen die SVP gewähren.


Susanne Graf

Das will die FDP Signau nun einfach nicht hinnehmen: Dass die SVP alleine bestimmen kann, wer für den demissionierenden Hans Hirschi in den Gemeinderat nachrutscht (wir berichteten). Letzte Woche versuchte sie, mit einem offenen Brief «moralischen Druck» auf die SVP auszuüben und sie dazu zu bewegen, freiwillig auf ihr Recht zu verzichten und offene Ersatzwahlen zu ermöglichen, an denen sich alle Parteien beteiligen könnten. Doch diese Forderung lässt die SVP kalt, wie die FDP der Presse entnehmen musste.

Jetzt mit Unterschriften
Jetzt erhöht sie den Druck. An ihrer Hauptversammlung beschloss die FDP, Unterschriften zu sammeln. Es sei ihm wohl bewusst, dass sich die SVP mit ihrem Verhalten nach dem gültigen Reglement richte, sagte Parteipräsident Alex Fabel. An diesem Reglement wolle er auch nicht rütteln. «Wir fordern die SVP lediglich auf, eine demokratische Wahl zu ermöglichen», - also jenes Szenario vorzuziehen, das gemäss Reglement zum Zug käme, falls die SVP nicht innert nützlicher Frist einen Kandidaten fände. Die Tatsache, dass Unterschriften gesammelt werden, soll, so hofft die FDP, potenzielle SVP-Kandidaten davon abhalten, in den Gemeinderat nachzurutschen, ohne sich einer Wahl gestellt zu haben. «Doch wenn die SVP will, ist ihr Kandidat als Ersatz gewählt; da dürfen wir uns keine Illusionen machen», sagte der FDP-Gemeinderat Daniel Brechbühl an der Hauptversammlung.

SP und EVP helfen kaum
Bei der SP und der EVP, die wie die Freisinnigen ebenfalls je einen Gemeinderatssitz inne haben, hofft die FDP wohl vergebens auf Unterstützung. Zwar wurde die FDP-Aktion in den Parteivorständen bisher nicht diskutiert. SP-Präsident Anton Feller aber sagt: «Ich persönlich würde diese Unterschriftensammlung nicht unterstützen. » Ähnlich tönt es bei der EVP: Dazu seien Reglemente da, dass sie ausserordentliche Situationen regelten, sagt ihr Gemeinderat Hans Röthlisberger.

Noch nicht offiziell
Hans Hirschi hat seinen Rücktritt angekündigt, aber noch nicht offiziell eingereicht. Damit konnte Gemeindeschreiber Max Sterchi auch noch nicht aktiv werden. An ihm wird es sein, die SVP aufzufordern, innert einer zehntätigen Frist den Nachfolger oder die Nachfolgerin zu bestimmen. Spätestens bis Ende Juni sollte es soweit sein. Auf diesen Zeitpunkt hat Hirschi seinen Rücktritt angekündigt. Besser wäre es gemäss Sterchi jedoch, wenn die Nachfolge bis am 24. Mai geregelt wäre. Dann nämlich bestimmt die Gemeindeversammlung das neue Gemeindepräsidium.


SIGNAU: FDP-Forderung lässt SVP kalt
WZ 25.03.2004

In einem offenen Brief äussert sich die FDP Signau zur Ersatzwahl in den Gemeinderat. Sie fordert die SVP auf, einen öffentlichen Wahlgang zu ermöglichen. Diese will nichts davon wissen und hält daran fest, selber einen Kandidaten zu bestimmen.


sbw. Begonnen hat alles mit dem angekündigten Rücktritt von Gemeindepräsident Hans Hirschi (SVP) per Ende Juni 2004. Weil Hirschi auch als Gemeinderat demissionieren wird und die SVP über keine Ersatzleute verfügt, muss die Partei gemäss Reglement einen Nachfolger suchen. Der Gemeinderatssitz steht ihr zu. Genau dieser Umstand veranlasste die FDP Signau nun, einen offenen Brief zu formulieren. «Der SVP fehlten seinerzeit Kandidaten, die das ganze Wahlprozedere mitgemacht hätten», schreibt FDP-Präsident Alex Fabel. Dass nun «irgendwelche acht Leute irgendjemanden bestimmen» könnten, entspreche zwar den Spielregeln. Aber gegenüber den Nichtgewählten aller Parteien und gegnüber den Wählern sei dieses Vorgehen unfair. «Die SVP mit zirka 46 Prozent Wähleranteil hat 57 Prozent Sitzanteile im Gemeinderat, und die übrigen drei Parteien mit zirka 54 Prozent Wähleranteil nur 43 Prozent Sitzanteile», prangert der Parteipräsident weiter an. Unausgegorene Spielregeln müssten immer wieder hinterfragt werden. Mit ihrem Brief wollten sie moralischen Druck auf die SVP ausüben, erklärt Alex Fabel auf Anfrage.
Das macht auf SVP-Präsident Marcel Sallin wenig Eindruck. Ihr Handeln entspreche dem Reglement, das mit viel Aufwand und unter Mitarbeit auch der FDP erstellt worden sei. «Ich kann nicht begreifen, warum man dieses Reglement nun auseinandernehmen muss, gerade so, wie es einem passt», äussert sich Marcel Sallin. Die SVP werde deshalb der Forderung der FDP nicht nachkommen und nach einem Ersatzkandidaten suchen.


FDP würde gerne mit den Spielregeln brechen
BZ 19.03.2004

Die FDP würde gerne mit den Spielregeln brechen Die SVP kann ohne Wahlprozedere einen Nachfolger von Hans Hirschi in den Gemeinderat hieven. Das passt der FDP nicht. Sie versucht nun, auf die SVP moralischen Druck auszuüben.

Susanne Graf

Auf Mitte Jahr tritt Signaus Gemeinderatspräsident Hans Hirschi (SVP) zurück. Diese Neuigkeit habe bei der FDP «natürlich einige Diskussionen ausgelöst», wie sie in einem offenen Brief an die SVP Signau schreibt. Vor allem die Nachfolgeregelung gibt bei der FDP zu reden. Weil bei den vergangenen Wahlen alle von der SVP aufgestellten Kandidatinnen und Kandidaten in den Gemeinderat gewählt wurden, gibt es jetzt keine Ersatzleute, die für Hirschi nachrutschen könnten. Acht von den zehn Personen, die seinerzeit die Wahlvorschläge unterschrieben haben, können nun eine Nachnomination vornehmen. Die von ihnen vorgeschlagene Person gilt als gewählt. So will es das Gemeindereglement von Signau.

«Absolut unfair»
«Wir sind uns zwar bewusst, dass dieses Szenario den herrschenden Spielregeln entspricht», schreibt die FDP, «aber gegenüber den Nichtgewählten aller Parteien ist dieses Vorgehen absolut unfair. » Hier werde demonstriert, wie man mit einem «einfachen Schlungg» in den Gemeinderat kommen könne, ohne vorher die Blamage einer Nichtwahl riskiert zu haben, kritisieren die Freisinnigen. «Auf Grund etlicher Reaktionen aus der Bevölkerung versuchen wir nun, moralischen Druck auf die SVP auszuüben», sagt FDP-Präsident Alex Fabel. Die FDP appelliert an die SVP, sie möge auf das «Hineinschleusen durch eine Nachnomination» verzichten und an der Gemeindeversammlung vom 24. Mai einen öffentlichen Wahlgang ermöglichen. Einen Wahlgang, bei dem auch sie Kandidaten aufstellen könnte.

Kein freiwilliger Verzicht
Doch darauf wird die SVP kaum eintreten, wie die Reaktion ihres Präsidenten Marcel Sallin zeigt: «Das wäre einerseits kostentreibend, und wir müssten uns andererseits fragen, wofür wir denn dieses Reglement aufgebaut hätten. » Nur wenn es die SVP nicht schaffen würde, jemanden zu nominieren, käme - wieder gemäss Reglement - ein offener Wahlgang in Frage. Er verstehe ja, sagt Sallin, dass die FDP diese Idee in die Runde werfe. «Uns ist sie ein Ansporn, effektiv einen guten Nachfolger zu nominieren», verspricht er.


SIGNAU: Fusioniert Signau bald mit Bowil?
WZ 30.10.2003

FDP diskutierte über eine Gemeindefusion

Der Frühschoppen der FDP Signau-Schüpbach behandelte am letzten Sonntag das Thema Gemeindefusion. Nebst dem Standpunkt des Kantons wurde auch ein Beispiel aus der Praxis vorgestellt. Am Ende kürte man Bowil zum Wunschpartner.

Die Einladung zum Frühschoppen der FDP Signau-Schüpbach las sich wie eine Zeitungsanzeige: «Potente Berner Gemeinde zwecks Übernahme der Gemeinde Signau gesucht. Geboten wird eine nebelfreie, intakte Landschaft und nebenbei auch noch ein paar Millionen Franken Schulden.» Damit wollte die örtliche FDP natürlich provozieren und die Leute anlocken. Doch obwohl die Offerte auch nach Röthenbach, Eggiwil. Langnau, Lauperswil und Bowil ging, blieben die zwei Dutzend Signauer und Schüpbacher an diesem Sonntagmorgen unter ihresgleichen.

Signau hat optimale Grösse
Das Thema Gemeindefusion steht in den FDP-Legislaturzielen und daher wurde diese Frage auch angerissen. Christoph Miesch, Vorsteher des Amtes für Gemeinden und Raumordnung, erläuterte in seinem Referat die Sichtweise des Kantons. «Bei 2500 bis 4000 Einwohnern macht eine Fusion Sinn», erklärte Miesch. Signau hätte also die optimale Grösse. Obwohl der Kanton Bern am meisten Gemeinden hat, wollen die Behörden keine Fusionen erzwingen. Man unterstütze zwar entsprechende Bestrebungen, doch diese müssten von den Gemeinden initiiert werden, erläuterte Miesch die Strategie. Er gab aber noch einen Tipp: «Aus Erfahrung wissen wir, dass alle Gemeinderäte dahinter stehen müssen. Ansonsten ist das Vorhaben zum Scheitern verurteilt.»

Beispiel Wichtrach
Dies konnte René Altmann, Gemeinderat der Fusionsgemeinde Wichtrach, anhand seiner Erfahrungen aus der Praxis bestätigen. Ab 2004 werden Ober- und Niederwichtrach nämlich gemeinsame Wege gehen. Bevor man im Aaretal jedoch so weit war, mussten verschiedene Hürden übersprungen werden. Rund vier Jahre dauerten die Vorbereitungsarbeiten. «Es wurden Unwahrheiten verbreitet. Darum mussten wir auch mit den Kritikern rasch das Gespräch suchen», meinte René Altmann. Die ganze Fusion soll am Ende beide Gemeinden zirka 200’000 Franken kosten. «Wenn man bescheiden bleibt, werden die Kosten in ein bis zwei Jahren wieder amortisiert sein.»

Engere Zusammenarbeit
Ob auch Signau einen Fusionspartner finden wird, ist zurzeit noch ungewiss. Es muss ja nicht unbedingt ein totaler Zusammenschluss sein. Einige Votanten unterstrichen darum, dass es zwischen Alleingang und Fusion noch Zwischenschritte gebe. Signau arbeitet bereits heute in verschiedenen Bereichen eng mit anderen Gemeinden zusammen. Dies könne noch ausgebaut werden, war von einigen Frühschoppen-Besuchern zu hören.

Bowil als Wunschkandidat
Am Schluss liess FDP-Vizepräsident Armin Latscha die Katze aber doch noch aus dem Sack. Er kürte kurzerhand Bowil zum Wunschkandidaten einer allfälligen Fusion. Auch bei der anschliessenden Abstimmung unter den Anwesenden fand sich eine Mehrheit für diese Idee. Gegenstimmen gab es auf jeden Fall keine. Vielleicht wird sich Bowil ja schon bald auf das Inserat der Signauer FDP melden.


Die FDP flirtet mit Gemeinden
BZ 27.10.2003

Frühlingsgefühle im Herbst. Die Signauer FDP sichtet die heiratswilligen Gemeinden in ihrer Umgebung. Bis 2008 möchte sie die Gemeinde Signau fusioniert haben. Attraktiv ist die Nachbarin Bowil.

Dominik Balmer

Läuten in Signau bald schon die Hochzeitsglocken? Die örtliche FDP jedenfalls geht für ihre Gemeinde auf Brautschau. Und sie stellt Ansprüche: Genug Eigenkapital soll die Partnerin aufweisen, und der Steuerfuss muss klein sein. «Bis 2008 werden wir jemanden gefunden haben», verkündete FDP-Vizepräsident Armin Latscha im Gasthof Bären in Signau vor 20 Personen. Im Gegenzug bietet die Gemeinde Signau gemäss FDP eine nebelfreie und intakte Landschaft, hat aber auch acht Millionen Franken Schulden.

Als realistisch bezeichnete Latscha die Fusion mit Bowil, Eggiwil oder Röthenbach. Weniger in Frage käme für die FDP ein Zusammenschluss mit Langnau. Auch Lauperswil und Rüderswil gehören nicht zu den Wunschkandidaten. Die Zusammenarbeit dieser Gemeinden untereinander sei zu intensiv, sagte Latscha. Und er betonte, dass man die Vertreter der umliegenden Gemeinden eingeladen habe, diese aber «leider nicht zahlreich» erschienen seien.

Fusion mit Muri?
Gleich zwei Brautführer leisteten der Signauer FDP Beistand. Christoph Miesch, Vorsteher des Amtes für Gemeinden und Raumordnung, meinte, Signau habe mit 3000 Einwohnern die ideale Grösse für einen Gemeindezusammenschluss. Wichtig sei vor allem, dass «die Gemeinderäte voll dahinter stehen, sonst klappts nicht». Auch eine frühzeitige Information der Bevölkerung erachtete Miesch als zentral. Theoretisch könnte sich die Gemeinde Signau mit Muri zusammenschliessen. Doch es sei wie in einer Ehe, schränkte er ein, «der Partner muss auch einverstanden sein».

Gefunden haben sich die beiden Gemeinden Ober- und Niederwichtrach. 2004 tritt die Fusion in Kraft. «Viele Leute streuen Unsicherheiten. Deshalb müssen die Fakten auf dem Tisch liegen», lautete ein Rat von René Altmann, Gemeinderat von Oberwichtrach. Wichtig sei, dass die Arbeit zwischen den Gemeinden schon während mehrerer Jahre gepflegt worden sei, sagte der zweite Brautführer.

200000 Franken Kosten
«Eine politische Vielfalt ist entstanden», strich Altmann einen positiven Effekt der Wichtracher Fusion hervor. So würden für sieben Gemeinderatssitze 22 Personen kandidieren. Er rechnet für Wichtrach damit, dass ein bis zwei Steuerzehntel gespart werden können. Somit seien die Kosten der Fusion von 200000 Franken pro Gemeinde in zwei Jahren erwirtschaftet.

FDP-Vizepräsident Latscha wusste am Schluss, wie er seiner Wunschpartnerin Bowil schöne Augen machen kann: «Wir suchen einen Investor für die Ballsporthalle und stellen sie an der Grenze zu Bowil auf», meinte er augenzwinkernd.


SIGNAU:20 Millionen Jahre an einem Nachmittag
WZ 18.09.2003

Das Gestein ist der Spiegel längst vergangener Zeiten

Eine geologische Wanderung in den Niedermattgraben bei Signau gewährte am Samstag Einblick in die Millionen Jahre, in denen der Untergrund des Emmentals entstanden ist. Fachmann und Leiter der Exkursion, zu der die Signauer Sektion der FDP eingeladen hatte, war Peter Andres.

von Manfred Joss

Zu behaupten, der Niedermattgraben sei für den Verfasser dieser Zeilen Neuland, wäre nicht ganz richtig. Ungezählte Male war das schmale Natursträsschen zwischen Schüpbach und der Waldhäusern die Unterlage für einen letzten Effort, bevor Velo und Fahrer schwer keuchend das Zuhause oben bei der Moosegg erreichten (es keuchte wohlgemerkt nur der Fahrer). Dass sich die Konzentration des Sportlers eher auf seinen rasenden Puls als auf geologische Feinheiten richtete, ist der Grund, weshalb die Exkursion in den Niedermattgraben doch noch mit dem Betreten von Neuland verglichen werden kann.

Tropisches Klima
Obwohl Geologie in jedem Moment stattfindet und nie abgeschlossen ist, rechnen Geologen meist in Jahrmillionen, was es schwierig macht, sich die Vorgänge vorzustellen. Die Exkursion löste dieses Problem elegant: Weil sich neue Gesteinsschichten stets über die alten legen, werden die Gesteine jünger, je höher man steigt. Millionen Jahre sind daher in wenigen Kilometern einer Wanderung sicht- und erfahrbar.
Vor gut 20 Millionen Jahren begannen die für die Entstehung des Emmentals massgeblichen Ereignisse. Obwohl schon eine klimatische Abkühlung im Gang war, herrschte in unseren Breiten tropisches Wetter, mit allem was dazu gehört: Monsunregen, selten weniger als 20 Grad, feucht-heisses Klima. Dazu kam, dass sich die Alpen auf Höhen zwischen 8000 und 10'000 Meter empor gehoben hatten. Diese Kombination – hohe Berge, extremes Klima – setzten enorme Kräfte frei. Gigantische Flüsse transportierten Gestein und Geröll ins Mittelland, das von einem Meer bedeckt war. Es entstanden grosse Deltas, zum Beispiel das bis in den Aargau und bis Biel reichende Napfdelta. Dessen Ablagerungen sind im Niedermattgraben heute sichtbar, weil der Abhang bergseits des Strässchens den Blick auf das blanke Gestein freigibt.

Lebensfeindliches Delta
Fossilien sind in der Molasse, wie der Fachausdruck für diese Art Gestein heisst, kaum zu finden. Der Grund ist der lebensfeindliche Charakter eines Deltas; es verändert öfters sein Gesicht, weil es den Launen der Riesenflüsse ausgesetzt ist, die unablässig Material aus dem Gebirge herantransportieren. Ziemlich ganau auf 800 Metern über Meer fanden die Teilnehmer der Wanderung dennoch Überrreste von Schnecken. Die «Schnägglischicht», wie sie Peter Andres bezeichnete, ist genau die Grenze zwischen Meeres- und Süsswassermolasse. Über dieser Grenze befindet sich heute das Gestein, das vor weniger als 12,5 Millionen Jahren entstand, als sich das Meer endgültig aus dem Mittelland zurückgezogen hatte. Die gefundene Schnecke hatte also 12,5 Millionen Jahre warten müssen, bis sie letzten Samstag wieder einmal ans Tageslicht kam.

Im Emmental gibt es Kohle
Die ansehnliche Schar der Wanderer erfuhr manch Erstaunliches. Unvermittelt fand man sich inmitten eines alten Flussbetts wieder, dessen V-förmiger Untergrund aus Sandstein besteht und das später von Geröll gefüllt wurde (heute ist dieses Material zu Nagelfluh zementiert). Die bräunliche Farbe in einigen Gesteinsschichten stammt von Pflanzen, die mittlerweile verkohlt sind. Für einen wirtschaftlich lohnenden Abbau sind die Vorkommen aber qualitativ zu schlecht und viel zu verzettelt.
Peter Andres hatte für jedes Rätsel die passende Erklärung. Von wo stammen zum Beispiel die rötlichen Steine an der Emme, wenn es doch in den Alpen nirgends solche gibt? Antwort: Die Alpen sind heute viel tiefer als früher, kilometerdicke Decken sind abgetragen worden. Kümmerliche Reste einst mächtiger Schichten sind heute noch in Form einzelner Steine im Alpenvorland zu finden.

Erst «kürzlich»: Eiszeit
Vergleichsweise spät, erst seit zwei Millionen Jahren, haben Eiszeiten Spuren hinterlassen, und werden es wohl auch in Zukunft tun. Die mächtigste hat das Emmental etwa einen Kilometer dick mit Eis überzogen. Die letzte Eiszeit, die erst vor 10'000 Jahren zu Ende ging, schickte die Gletscher noch bis Schüpbach. Das schnelle Abschmelzen zum Schluss der Kälteperioden hat die Tälerlandschaft des Emmentals geprägt und Schutt in die Haupttäler geschwemmt; in diesem Material fliesst heute das Grundwasser. Als Eis noch kein Thema war im Emmental, vor knapp 20 Millionen Jahren, bildeten sich die seltsamen Knauer (siehe Bild), eingeschlossene, ellipsenförmige «Chempen». Sie kommen aus einer Zeit, in der die Leute Sandstrand und hohen Wellengang hätten geniessen können, wenn es schon Menschen gegeben hätte. Die ständige Brandung im Wattenmeer sorgte seinerzeit dafür, dass sich an bestimmten Stellen der Sand auf andere Art und Weise band («fraktionierte») als üblich. Daraus sind die Knauer hervorgegangen.
Zum Schluss der 20 Millionen Jahre dauernden Wanderung (zugegeben: im Zeitraffer) spendierte die organisierende FDP allen Teilnehmern ein Apéro. Vielleicht hat die eine oder der andere den leisen Ärger hinuntergespült, dass der wellendominierte Sandstrand heutzutage aus dem Emmental verschwunden und einem engen «Chrachen» gewichen ist.


SIGNAU: FDP hat eine Webseite
BZ 29.08.2003

Die FDP Signau/Schüpbach hat einen eigenen Internetauftritt. Unter www.fdp-be.ch/signau gibt es Informationen zu den in der Sektion aktiven Personen, ihrer Grundhaltung und Politik sowie zur Geschichte der Partei. Die Plattform bietet auch interaktive Teile: Die Webseitenbesucher sind aufgefordert, an den Umfragen zu aktuellen Themen teilzunehmen. Momentan läuft eine Umfrage zum Bau einer neuen Ballsporthalle in Signau. pd


Zukunft ist noch nicht entschieden
BZ 26.05.2003

Die FDP Signau lud zu einer Diskussion über die Zukunft des Bahnhofs. Die Meinungen darüber gehen auseinander: Insbesondere die SBB und die Denkmalpflege haben unterschiedliche Ansichten.

Simon Zurbrügg

"Die SBBmachen aus dem Bahnhof in Signau eine unpersönliche Tramhaltestelle", kritisiert Hans Peter Würsten, Kreisleiter der Katonalen Denkmalpflege. Holger Kaletsch von den SBB Immobilien kontert: "Die Vorstellungen der Denkmalpflege kosten viel. " Beide hat die FDP Signau-Schüpbach eingeladen, um im "Bären"-Saal über die Zukunft des hiesigen Bahnhofs zu referieren. Beim öffentlichen Frühschoppen sollen sich die zahlreich erschienenen Bürgerinnen und Bürger eine Meinung bilden können.

Nicht jeder überlebt
Tatsächlich spaltet die Zukunft der Bahnhöfe die Gemüter - und das nicht nur in Signau. Bis 2004 entstehen zwischen Worb und Tägertschi, zwischen Konolfingen und Zäziwil sowie rund um den Bahnhof Signau Doppelspurinseln. Die Züge verkehren dann im Halbstundentakt. Gleichzeitig bekommen die Bahnhöfe ein neues Erscheinungsbild. Und nicht jeder Landbahnhof entlang der Linie Bern-Langnau überlebt das. Hans Peter Würsten weist deshalb auf die geschichtliche Bedeutung des Bahnhofs Signau hin. "Er gehört zu einem Gesamtkonzept, nach dem die Bahnhöfe an dieser Strecke gebaut wurden. " Die Riegelhäuschen mit ihrem charakteristischen Kreuzgiebel repräsentierten etwas vom Pioniergeist des Bahnbaus um 1860, sagt er. Zudem bildeten Bahnhof und Bahnhofrestaurant eine selten gewordene Einheit. "Es braucht Unternehmergeist, damit der Bahnhof einen anderen Nutzen erfüllen könnte. " Schönbühl habe gezeigt: Eine aktive Zusammenarbeit zwischen Gemeinde, SBB und Denkmalpflege könne erfolgreich sein. Würsten appelliert an die SBB, das Natur- und Heimatschutzgesetz ernst zu nehmen.

"Sanierung käme zu teuer"
"Wir haben noch keinen endgültigen Entscheid gefällt", erklärt SBB-Mann Holger Kaletsch. Das Bahnhofgebäude stehe schief, sei in einem ganz schlechten Zustand. Eine Sanierung käme teuer; die SBB wären nicht bereit, die Kosten selbst zu zahlen. In einem Abriss und einem "nach dem zukünftigen Nutzen ausgerichteten Neubau" sieht Kaletsch die günstigere Lösung. Die Suche nach potenziellen Mietern für den Altbau sei schlecht verlaufen, und ein Verkauf werde nicht prioritär angestrebt, da auch in Zukunft die SBB mit dem Gebäude in Verbindung gebracht würden. Für und Wider eines Abbruchs oder einer Gemeindebeteiligung kommen in der Publikumsdiskussion zum Ausdruck. SBB und Denkmalpflege werden nun eine öffentliche Führung zum Bahnhofgebäude durchführen, damit sich die Signauer Bevölkerung selbst ein Bild machen kann.



Podium zu Atomstrominitiative
WZ 08.05.03

Am letzten Mittwochabend luden die FDP Signau/Schüpbach und die Jungfreisinnigen Langnau im "Thurm" in Signau zur Podiumsdiskussion zu den beiden Atomstromvorlagen "Strom ohne Atom" und "Moratorium plus". Am Podium diskutierten die Initiativenbefürworter Nationalrätin Ursula Wyss und Nationalrat Peter Vollmer sowie deren Gegner Ständerat Hans Lauri und Nationalrat Hermann Weyeneth. Die Ausstiegsbefürworter Wyss und Vollmer führen vor allem Sicherheitsgründe für ihre Position an. Des öftern träten in den Atomkraftwerken Sicherheitslücken auf, was gefährliche Auswirkungen für die Bevölkerung haben könne. Zudem sei das Problem der Lagerung des radioaktiven Abfalls noch nicht gelöst. Die Ausstiegsgegner Lauri und Weyeneth argumentierten insbesondere mit dem volkswirtschaftlichen Schaden, den ein rascher Ausstieg aus der Atomenergie, wie ihn die Initiativen vorschreiben, bewirken würde. Insbesondere Kleinunternehmen wären durch erhöhte Strompreise davon betroffen. In der Schlussrunde diskutierte das Publikum mit den Referenten die Frage, welche Alternativen denn überhaupt den grossen Produktionsausfall decken können. Geleitet wurde die Debatte von Bernhard Kislig, Inlandredaktor bei der Berner Zeitung BZ. Martin Renggli, Leiter der Abteilung Energiewirtschaft des Bundesamtes für Energie hielt ein einleitendes Gespräch.



Brigitte Bolli besuchte die FDP Signau

WZ 27.03.2003
Am 20. März ging die mittlerweile vierte Hauptversammlung der FDP Signau/Schüpbach über die Bühne. Präsident Alex Fabel konnte auf ein gelungenes Wahljahr zurückblicken. Die Sektion dürfe stolz sein auf den hohen Frauenanteil und die vielen engagierten Jungen in der Partei wie in den öffentlichen Ämtern. Zudem verzeichnete die Sektion wieder einen Mitgliederzuwachs. Nach dem statuarischen Teil referierte Grossrätin und Ständeratskandidatin Brigitte Bolli über die finanzielle Lage des Kantons Bern. Mit ihrer Erfahrung als langjähriges Mitglied der Finanzkommission des Grossen Rates machte sie auf die Notwendigkeit des Sparens auf kantonaler Ebene aufmerksam. Es gelte, sich gegen verschiedenste Begehrlichkeiten zu wehren, um den hoch verschuldeten Kanton endlich wieder auf Kurs zu bringen. Nach dem Referat diskutierten die anwesenden Mitglieder mit Brigitte Bolli über die finanzielle Situation der Gemeinde Signau sowie die wirtschaftlichen Probleme des oberen Emmentals.



Umkämpftes Vizepräsidium
BZ 09.12.2002

Hans Hirschi (SVP) bleibt Gemeindepräsident von Signau. Ums Vizepräsidium kam es zu einer Kampfwahl: Hanna Blum (SVP) gewann mit vier Stimmen Vorsprung auf Daniel Brechbühl (FDP).

Susanne Graf

104 Stimmberechtigte nahmen an der Signauer Gemeindeversammlung teil, und 95 wählten Hans Hirschi wieder zum Gemeindepräsidenten von Signau. Er war einziger Kandidat für dieses Amt. Ums Vizepräsidium aber kam es zu einer Kampfwahl. Nicht nur Hanna Blum (SVP) stand zur Wahl, sondern auch ihr Ratskollege Daniel Brechbühl (FDP). Er bewarb sich gleich selber, betonte aber, er wolle nicht "bertolluzern". Vielmehr sei er der Meinung, die Last und Bürde des Gemeindepräsidiums sei auf zwei Parteien aufzuteilen. Die Stimmberechtigten entschieden sich knapp für Hanna Blum, welche 53 Stimmen erzielte, während auf Brechbühl deren 49 entfielen.

Spannend wurde es noch einmal, als 6 Personen für die Bau- und Planungskommission kandidierten, es aber nur 5 Mitglieder zu wählen galt. Auch bei der Wegkommission kam es zu Wahlen. Nebst den 6 Bisherigen stellte sich hier Anton Feller (SP) zur Verfügung. Vor einem Monat wurde er, der das Ressort Finanzen unter sich hatte, aus dem Gemeinderat abgewählt. "Nun möchte ich meine Erfahrungen andernorts einbringen", sagte er. Doch dann verpasste er die Wahl um eine einzige Stimme.

Feller war es aber, der der Gemeindeversammlung einen Voranschlag präsentieren konnte, der "erstmals in dieser Legislaturperiode mit schwarzen Zahlen abschliesst". Bei einem Aufwand von 8,2 Millionen sieht er ein Plus von 31000 Franken vor. Der Überschuss wird verwendet, um den Bilanzfehlbetrag abzutragen. "Die finanzielle Situation der Gemeinde bleibt desolat", sagte Bernhard Steinmann namens der Geschäftsprüfungskommission. Denn in der nächsten Legislatur könne in Signau nur saniert, nicht investiert werden. Investitionen seien künftig auf ihre Wertschöpfung hin zu analysieren, mahnte er und tat einen Blick in die Vergangenheit: "Ich frage mich, ob ein Feuerwehrmagazin und eine neue Gemeindeverwaltung Wertschöpfung gebracht haben. " Das Budget wurde schliesslich diskussionslos genehmigt.

"Jahrhundertblödsinn"?
Zu reden gaben dann aber die SBB. Was mit dem Billettverkauf, dem Kiosk und dem WC-Häuschen passiere, wollte Alfred Hofstetter als Präsident des Gewerbevereins wissen. Gespräche stünden bevor, sagte Hirschi, und gab die Haltung der SBB wider: "Sie sagen: ‹Wenn ihr ein WC-Häuschen wollt, dann bezahlt es. ›"

Ein Dorn im Auge scheint vielen auch die Tatsache zu sein, dass die S-Bahn ausgebaut wird, der Bahnübergang zwischen Schüpbach und Signau aber bestehen bleibt. "Wenn wir den nicht aufheben, machen wir den Jahrhundertblödsinn", wollte ein Votant festgehalten haben. "Das haben wir uns auch überlegt", sagte Hirschi. Doch nachdem er das Vorprojekt gesehen habe, sei er zur Überzeugung gelangt: "Wir würden den Jahrhundertblödsinn begehen, würden wir 3 Millionen Franken in eine Brücke verlochen. "

Wahlen:
Bau- und Planungskommission. Gewählt: Hans Niederhauser, Jakob Wüthrich (beide bisher), Arno Jutzi, Beat Stalder, Stephan Zaugg. Nicht gewählt: Bernhard Wälti. - Rechnungsprüfungskommission: Daniela Jaussi Fankhauser, Renato Giacometti, Therese Uhlmann. - Umweltkommission: Hans Liechti, Christian Schneider, Monika Tschanz, Kurt Wyss (alle bisher). - Wasserkommission: Rosmarie Hofstetter, Hanspeter Neuenschwander, Bernhard Wüthrich, Margrit Zürcher (alle bisher) Hans-Peter Ulmer (neu). - Wegkommission. Gewählt: Hans Ulrich Gerber, Heinz Haberstich, Hans Hofer, Ulrich Marti, Hansulrich Mosimann, Walter Wermuth (alle bisher). Nicht gewählt: Anton Feller.


SVP verlor bei Kommissionen
BZ 12.11.2002

Die EVP hat nicht nur auf Anhieb einen Sitz im Gemeinderat erreicht, sie war auch in der Schulkommission erfolgreich. Hier hat die neue Partei gleich zwei Sitze gewonnen. Beide gingen auf Kosten der SVP, denn FDP und SP konnten ihren Sitz je halten. In der reduzierten Sozialhilfe- und Vormundschaftskommission hat die FDP einen Sitz dazugewonnen. Darüber freuen sich die Jungfreisinnigen, die nach Simon Hofstetters Wahl nun auch in Signau ein Mandat übernehmen. sgs

Wahlresultate Schulkommission.
SVP. Gewählt: Andreas Badertscher, parteilos, 513 Stimmen; Hansrudolf Mosimann, parteilos, 482; Fritz Gerber, 460; Stefan Dällenbach, parteilos, 445; Susanne Gerber, parteilos, 395; Klara Bürgi, parteilos, 370. Ersatz: Beat Meyer, parteilos, 367; Therese Jenni, parteilos, 335; Ruth Kunz, parteilos, 289; Daniel Rychener, parteilos, 237. EVP. Gewählt: Susanne Stettler (bisher), 533; Markus Kühni, 297. Ersatz: Annelies Hofstetter, 292; Andreas Jutzi, 274; Margrith Leiser, 265. FDP. Gewählt: Ursula Lüthi, parteilos, 374. Ersatz: Therese Ulmann, parteilos, 327; Heinrich Studer, 164. SP: Gewählt: Roland Zaugg, parteilos, 266. Ersatz: Renato Giacometti, parteilos, 242.

Sozialhilfe- und Vormundschaftskommission.
SVP. Gewählt: Silvia Beer, parteilos, 560; Rosmarie Liechti, parteilos, 549; Silvia Rüegsegger, parteilos, 478. Ersatz: Elisabeth Schüpbach, 368. FDP. Gewählt: Simon Hofstetter, 529; Margaritha Würger (bisher), 482. Ersatz: Thomas Gerber, parteilos, 313. SP. Gewählt: Denise Gerber Jutzi (bisher), parteilos, 563.


SVP verlor, bleibt aber am Drücker
BZ 11.11.2002

Nach den Wahlen in Signau behält die SVP mit 4 Sitzen die Mehrheit. EVP, FDP und SP erreichten je 1 Sitz. Die grosse Überraschung: Der bisherige SP-Gemeinderat Anton Feller wurde abgewählt.

Susanne Graf

Als SP-Präsident hatte Anton Feller gestern Grund zur Freude: Seine Partei konnte ihren bisherigen Sitz nicht nur halten, sondern hat als einzige der bisherigen Parteien gegenüber den Wahlen vor vier Jahren Stimmenanteile gewonnen. 3,8 Prozent hat sie zugelegt, während die SVP ganze 17,2 Prozent einbüsste und die FDP 1,5 Prozent verlor.

Persönlich aber zeigte sich Feller enttäuscht. Denn völlig überraschend ist er, der dem Rat seit vier Jahren angehört, abgewählt worden. Nicht Feller wird die SP im Signauer Gemeinderat künftig vertreten, sondern der parteilose, politisch unerfahrene Peter Heiniger. "Wahrscheinlich ist das eine Retourkutsche dafür, dass ich mich für die Einführung der 7-Tage-Woche und für die Reduktion des Gemeinderates von 9 auf 7 Mitglieder eingesetzt habe", suchte Feller nach Erklärungen für seine Abwahl.

Dass auf Fellers Kosten ein Neuer für die SP in den Gemeinderat gewählt wurde und die FDP einen Sitz verloren hat, zeigte dem FDP-Vizepräsidenten Armin Latscha: "Diese Wahlen waren nicht der Zahltag für das, was in den letzten vier Jahren geleistet wurde. " Latscha nahm die Wahlresultate enttäuscht zur Kenntnis. Mit einem Sitzverlust der FDP habe er nicht gerechnet. "Wäre Rosmarie Hofstetter nicht zurückgetreten, hätten wir den zweiten Sitz bestimmt verteidigt", zeigte er sich überzeugt. Denn der FDP sei beispielsweise zu verdanken, dass es in den letzten vier Jahren in Signau keine Steuererhöhung gegeben habe. Das habe der Wähler schlecht honoriert. "Andere Hebel haben gewirkt", fügte Latscha an. Gerade die Unsicherheit in der Landwirtschaft habe viele SVP-Wähler an die Urne gerufen, vermutete er.

Zufriedene SVP und EVP
Und so kam es, dass die SVP, die bloss mit einer Viererliste zu den Wahlen angetreten ist, die absolute Mehrheit im von 9 auf 7 Mitglieder reduzierten Gemeinderat behält. SVP-Präsident Marcel Sallin zeigte sich denn auch zufrieden mit dem Wahlresultat: "Unser realistisches Ziel waren 3 Sitze, jetzt haben wir 4. Offensichtlich haben wir in der Vergangenheit gut gearbeitet", meinte er. Immerhin aber hat die SVP zwei Sitze verloren. Die Bisherige Hanna Blum hat mit 884 Stimmen das beste Resultat erzielt. Sie sammelte 150 Stimmen mehr als der bisherige Gemeindepräsident Hans Hirschi.

Sehr zufrieden zeigte sich die jüngste Partei, die EVP, die zum ersten Mal bei Wahlen mitgemacht hat. "In der Schulkommission, die uns am meisten am Herzen lag, haben wir zwei Sitze erreicht", stellte EVP-Präsident Fritz Geissbühler erfreut fest und fügte an: "Dass uns mit Hans Röthlisbergers Wahl auch der Sprung in den Gemeinderat gelungen ist, ist das Tüpfelchen auf dem i. " Die Stimmbeteiligung betrug heuer 39,9 Prozent.

Wahlresultate Gemeinderat.
SVP. Gewählt: Hanna Blum (bisher), 884 Stimmen; Hans Hirschi (bisher), 734; Käti Röthlisberger, parteilos, 444; Hans Flückiger, 377. - FDP. Gewählt: Daniel Brechbühl (bisher), 420. Ersatz: Alex Fabel, 307; Jürg Schmid, 276; Bruno Lehmann, 203. - SP. Gewählt: Peter Heiniger, parteilos, 440. Ersatz: Anton Feller (bisher), 356. - EVP: Gewählt: Hans Röthlisberger, 392. Ersatz: Ernst Läderach, 152; Margrith Leiser, 86; Andreas Jutzi, 83.



Standortattraktivität muss verbessert werden
WZ 31.10.2002

Gemeindepolitiker diskutierten über die Zukunft Signaus


Der Frühschoppen der FDP Signau-Schüpbach befasste sich am letzten Sonntag mit der Zukunft der Gemeinde Signau.
Bei diesem überparteilichen Podiumsgespräch diskutierten auch Vertreter der örtlichen SP und SVP mit. Obwohl in Signau demnächst Gemeinderatswahlen anstehen, ging es beim Frühschoppen der FDP Signau-Schüpbach keineswegs um Kandidaten. Vielmehr stand die Dorfpolitik zur Debatte. Es galt zu erörtern, wie sich die Gemeinde in der nächsten Legislaturperiode bis 2006 entwickeln soll. Nebst aktuellen Sachgeschäften diskutierten die Vertreter der FDP, SP und SVP aber auch über Visionen. Einig war man sich, dass die Standortattraktivität verbessert werden muss. Signau soll nicht nur für Gewerbebetriebe interessanter werden, sondern auch als Wohnsitz für junge Familien. Grosse Hoffnungen steckt man hierfür in die neue S-Bahn, welche in Zukunft im Halbstundentakt zwischen Bern und dem Emmental verkehren wird. Der Generalsekretär der Jungfreisinnigen, Simon Hofstetter, betonte jedoch, dass es bereits heute in den Stosszeiten den Halbstundentakt gebe. "Es wird keine radikalen Veränderungen geben", bekräftigte der FDP-Nachwuchspolitiker.

Vorschüsse an Jungunternehmer
SVP-Präsident Marcel Sallin möchte mit einem verbesserten Freizeitangebot neue Familien anlocken. Laut Sallin könnte man den Kanalweg für Inlineskater ausbauen oder beschilderte Mountainbike-Strecken realisieren. Bezüglich Wirtschafsförderung machte FDP-Gemeinderat Daniel Brechbühl geltend, dass auch Betriebe von ausserhalb der Gemeinde angelockt werden müssten. Als grosses Handicap bezeichnete er diesbezüglich jedoch den schlechten Anschluss zur Autobahn. Gemäss Marcel Sallin sollte man mutige Jungunternehmer besser unterstützen. "Die Gemeinde könnte ihnen einen Vorschuss gewähren", schlug der SVP-Vertreter vor.

Image ändern
Zur Verbesserung der Standortattraktivität meinte Daniel Brechbühl, dass das Image der Region geändert werden müsste. "Wir haben noch immer das Image der heilen Welt von Käse, Kühen und Wäldern. Viele glauben, dass wir stehen geblieben sind. Dies müssen wir ändern." Parteikollege Simon Hofstetter bezweifelte jedoch, ob dies notwendig sei. "Wieso sollten wir unser Image ändern. Es gibt auch Leute, welche vom Lärm der Stadt weg wollen".

Einbahnverkehr und Flanierzone
Besonders innovativ gab sich SP-Präsident Toni Feller, der eine Vision zur Umgestaltung des Signauer Dorfkerns vortrug. Er meinte, man könnte im Zentrum den Einbahnverkehr einführen und den Bären- oder Bahnhofplatz in eine autofreie Flanierzone umwandeln. "Es würde sicherer für die Fussgänger. Ausserdem wäre dies mit wenig Aufwand zu bewerkstelligen", erklärte der Gymnasiallehrer.



Verlierer gibts so oder so
BZ 15.10.2002

Eine Partei mehr und zwei Sitze weniger: Signau blickt spannenden Gemeinderatswahlen 2002 entgegen.

Markus Zahno

Eigentlich begann der Wahlkampf bereits im letzten Dezember: An der Gemeindeversammlung setzten sich FDP und SP gegen die SVP durch und erreichten, dass der Gemeinderat von neun auf sieben Sitze reduziert wird. Und als ob die Ausgangslage für die Wahlen vom 10. November damit nicht schon spannend genug wäre, formierte sich in Signau auch noch eine neue politische Kraft, die ebenfalls zu den Wahlen antritt: die EVP.

SVP:Vier Kandidaten
SVP-Präsident Marcel Sallin geht nicht davon aus, dass seine Partei ob dieser Ausgangslage ihre bisherigen 6 Sitze behalten kann: "Ich denke, 3 Sitze sind auf jeden Fall erreichbar", sagt er. Ein ungewöhnlich tiefes Ziel für eine Partei, die im Gemeinderat jahrelang 8 Sitze inne hatte - oder nicht? "Nein, denn wir waren immer stark, weil sonst niemand da war", erklärt Sallin. Heute sei Signau "eine moderne Gemeinde, in der es verschiedene Bevölkerungsgruppen mit verschiedenen Interessen gibt. Diese Gruppen werden nun aktiv - das ist doch positiv. " So gesehen wären Sitzverluste verschmerzbar. "Schlimm dagegen wäre, wenn wir nach denWahlen plötzlich mit nur noch einer Person im Gemeinderat vertreten wären", sagtSallin. Bei der Kandidatensuche ging die SVP heuer übrigens neue Wege: Per Flugblatt lud sie alle Bürger ein, Frauen und Männer zu nennen, die man gerne imGemeinderat oder einer Kommission sähe. 191 Namen gingen ein, und obwohl auf der SVP-Gemeinderatsliste nun trotzdem nur vier Namen stehen, wertet Marcel Sallin die Aktion nicht als Misserfolg. Denn:"Wir führten viele positive Gespräche. "

FDP:Ein Rückschlag
"Ursprünglich wollten wir heuer mindestens wieder zweiSitze gewinnen", sagt FDP-Präsident Alex Fabel. Dann kam die Nachricht, dass die 1998 bestgewählte Kandidatin, Gemeindevizepräsidentin Rosmarie Hofstetter, aus gesundheitlichen Gründen nicht zur Wiederwahl antritt. "Das hat uns durchgerüttelt", so Fabel. Deshalb hat die Partei, die 1998 erstmals antrat und gleich zwei Sitze gewann, ihr Ziel leicht angepasst: "Wenn wir zweiSitze gewinnen, ist das schön. Nur ein Sitz wäre aber kein Weltuntergang. "

SP, EVP: Reichts beiden?
"Als wir uns für eine Reduktion des Gemeinderats einsetzten, waren wir uns bewusst, dass das Konsequenzen haben könnte - dass es bei Wahlen für uns enger wird", gibt SP-Präsident Anton Feller zu Protokoll. Trotzdem blickt er dem 10. November optimistisch entgegen: "Falls wir unsere Wähler mobilisieren können, sollte es möglich sein, unseren Sitz zu verteidigen. " Bleibt noch die EVP. "Unser Hauptziel ist, denSprung in die Schulkommission zu schaffen", sagt Präsident Fritz Geissbühler. "Beim Gemeinderat nehmen wirs, wies kommt. " - Ein Sitz für die EVP? Wenn ein Rat um zwei Leute verkleinert wird, die SVP mit bis zu drei Sitzverlusten rechnet und FDP sowie SP ihre Sitze halten wollen, dann ist das nicht unmöglich.

Gemeinderat.
Liste SVP (bisher 6Sitze): Gemeindepräsident Hans Hirschi, Hanna Blum (beide bisher), Hans Flückiger, Käti Röthlisberger (beide neu).
- Liste FDP (2): Daniel Brechbühl (bisher), Alex Fabel, Jürg Schmid, BrunoLehmann (alle neu).
- Liste SP (1):AntonFeller (bisher), Peter Heiniger (neu).
- Liste EVP:Hans Röthlisberger, Ernst Läderach, Margrith Leiser,Andreas Jutzi (alle neu).


Rosmarie Hofstetter: Rücktritt
WZ 10.10.2002

Die FDP Signau muss kurz vor den Gemeindewahlen einen harten Schlag verkraften. Rosmarie Hofstetter, vor vier Jahren bestgewähltes Mitglied des Gemeinderates, tritt aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zu den Wahlen vom 10. November an. Trotzdem sind die Freisinnigen weiterhin willens, Bewegung in die Gemeindepolitik zu bringen.

"Unsere Partei wurde heftig durchgeschüttelt". Mit diesen Worten kommentierte Wahlkampfleiter Armin Latscha den überraschenden Rücktritt von Rosmarie Hofstetter an einer Pressekonferenz. Sie sei nicht amtsmüde, versicherte die Vizegemeindepräsidentin, aber ihre Gesundheit lasse keinen anderen Entschluss zu. Aus dem Nichts hatte die FDP vor vier Jahren zwei Sitze im Gemeinderat erobert und dafür gesorgt, dass Leben in die SVP-dominierte Signauer Politik kam. Insgeheim hatten die Freisinnigen sogar gehofft, an der Gemeindeversammlung nach den Wahlen Rosmarie Hofstetter ins Gemeindepräsidium hieven zu können. Solcherlei Ambitionen sind nun vorläufig vom Tisch. Obwohl der Gemeinderat von neun auf sieben Köpfe reduziert wird und mit der EVP eine vierte Partei antritt, will die FDP ihre zwei Sitze behalten. Neben dem Bisherigen Daniel Brechbühl figurieren auch Parteipräsident Alex Fabel, Jürg Schmid und Bruno Lehmann auf der Liste. "Leider haben wir keine Frau zu einer Kandidatur bewegen können", bedauert Latscha.
Möglich, dass die FDP Opfer ihres eigenen Erfolges wird, war doch die Verkleinerung des Gemeinderates massgeblich von ihr initiiert und unterstützt worden. Doch auch ein Sitzverlust wäre nicht allzu tragisch, erklärt Alex Fabel. "Wichtiger ist, an der Gemeindeversammlung präsent zu sein und dort etwas zu bewirken." Immerhin habe die FDP in den vergangenen Jahren die anderen Parteien aus der Reserve gelockt.
Auch für die Vormundschafts- und Fürsorgekommission sowie für die Schulkommission wird die FDP mit einer Liste antreten.


Rückschlag für die FDP
BZ 05.10.2002

Die Signauer Gemeindevizepräsidentin Rosmarie Hofstetter tritt bei den Wahlen im November nicht mehr an.

Markus Zahno

1998 wars, als sich die FDP Signau erstmals an den Wahlen beteiligte und der SVP gleich zwei Gemeinderatssitze abknöpfte - "ein wahnsinniger Erfolg, zumal unsere Kandidatin Rosmarie Hofstetter auch noch das beste Wahlresultat erzielte", sagt FDP-Präsident Alex Fabel. Später wählte das Stimmvolk Hofstetter zur Gemeindevizepräsidentin. "Und wir haben natürlich gehofft, dass aus der Vize- später mal eine Präsidentin wird", fügt Fabel an.

So weit wird es nicht kommen. Denn Rosmarie Hofstetter tritt bei den Wahlen vom 10. November nicht mehr an. Es sind gesundheitliche Gründe, die zu diesem Entscheid geführt haben: "Die vier Jahre imGemeinderat waren sehr spannend, und ich bin überhaupt nicht amtsmüde", sagt sie, "aber ich sehe mich gezwungen, mich in Zukunft zu schonen."

Der Rücktritt habe die Parteileitung "hart getroffen", so Fabel. Trotzdem: Im auf sieben Sitze reduzierten Gemeinderat will die FDP, deren zweiter Bisheriger Daniel Brechbühl übrigens wieder antritt, ihre beiden Plätze verteidigen. Ob man danach fürs Vize- oder sogar fürs Gemeindepräsidium kandidiert? "Wir warten nun einmal den 10. November ab", erklärt Wahlkampfleiter Armin Latscha. Bereits jetzt ist indes klar, dass sich SVP-Gemeindepräsident Hans Hirschi zurWiederwahl stellt.



Wo Signaus Müll zu liegen kommt
WZ 19.09.2002

Die FDP Signau-Schüpbach lud am 14. September zur Besichtigung der Abfalldeponie Türliacher in Jaberg und der Baustelle der Kehrichtverbrennungsanlage KVA in Thun ein.

Wir stehen auf einem etwa 25 Meter hohen, wiesenartigen Plateau. Wüsste man es nicht, käme man nicht auf die Idee, dass sich unter unseren Füssen 850'000 Tonnen Kehricht befinden. Lediglich die aus dem Boden ragenden Ableitungen für das bei der Zersetzung des Mülls entstehende Methangas und Deponiewasser erinnern daran, dass wir uns auf der Deponie Türliacher der AG für Abfallverwertung Avag befinden.
Die 1973 gegründete Avag stellt für Signau und für weitere 149 bernische Gemeinden sowie für teils Private und Firmen die umwelt- und fachgerechte Kehrichtentsorgung sicher. In Jaberg treffen Haushalt- und Grünabfälle, Altpapier, Karton, Elektronikschrott und Glas ein. Carlo Dell'Anno, Verantwortlicher für Information und Beratung, führt die Interessierten durch die Anlage. "Jedes Blatt Papier, das Sie wegwerfen, kann bis zu sieben Mal wiederverwertet werden" gibt er den Anwesenden zu Bedenken. 2001 wurden 918 Tonnen Karton und 513 Tonnen Papier zum wirtschaftlichen Weitertransport an Papierfabriken gepresst. Grünabfälle werden geschreddert und unter einer Plane den Bakterien überlassen. Belüftung und Auflockerung tragen das Ihre dazu bei, damit nach 12 bis 16 Wochen Kompost entsteht. Aus dem in Jaberg aufgetürmten Altglas wird später entweder Glassand für die Baustoffindustrie oder neues Glas herstellt. Seit kurzem wird ein Versuch mit ausgedienten Spannteppichen durchgeführt, der die Wiederverwertung des darin enthaltenen Kunststoffes bezweckt.
Zurück zu unserem begrünten Abfallberg. Seit der Inkraftsetzung des neuen Umweltschutzgesetzes, am 1.1.2000, haben Deponien wie jene in Jaberg ausgedient und werden einer Renaturierung zugeführt. 2004 wird sich die KVA AG dem Müll in der Kehrichtverbrennungsanlage in Thun annehmen. Bis die Anlage, die über eine Kapazität von 100'000 Jahrestonnen verfügt, fertiggestellt ist, lagert die Avag die Haushaltabfälle in grünen Kunstoffballen in Jaberg oder exportiert den Kehricht.


Verwaltungsregionen oder Amtsbezirke?
WZ 21.03.2002


Die FDP Signau thematisierte die Amtsbezirksreform

Letzten Donnerstag lud die FDP Signau-Schüpbach zu einer Veranstaltung über die Amtsbezirksreform. FDP-Kantonalpräsident gab sich nicht als Verfechter des Fünf-Regionen-Modell. Aber geprüft werden müsse es, betonte er.

von Jakob Hofstetter

"Sind fünf Verwaltungsregionen besser als 26 Amtsbezirke?" Dieser Frage wollte die FDP Signau-Schüpbach letzte Woche nachgehen. Als Referenten amteten Alt-Regierungsstatthalter Heinz Rychener aus Schüpbach sowie der Unternehmer, Grossrat und FDP-Kantonalpräsident Peter Rychiger aus Steffisburg. Wer sich auf ein heftiges Klingen-Kreuzen gefreut hatte, wurde enttäuscht: "Herr Rychiger, die Randregionen haben bereits ein schweres Los, warum wollen Sie uns jetzt noch die Amtsbezirke wegnehmen und das Fünf-Regionen-Modell einführen?", leitete Sektionsprädident Alex Fabel die Diskussion ein. Anstatt dass nun Peter Rychiger mit wuchtigen Argumenten für das Modell Vision (mit lediglich fünf Verwaltungsregionen) losgeschossen hätte, entgegnete dieser bloss: "Die FDP will nicht unbedingt das Modell Vision, und sie will auch nicht den Statthalter abschaffen. Wir fordern lediglich, dass neben der "pragmatischen Optimierung", die praktisch alles beim Alten belässt, auch das Modell Vision angeschaut und geprüft wird. Was dann das beste ist, kann ich heute noch nicht sagen". In der FDP gebe es zwar schon Leute, die dringend das Fünf-Regionen-Modell wollten, und dies möglichst schnell; die grosse Mehrheit ihrer Grossratsfraktion sehe dies aber nicht so.

Sind sich alle einig?
Nach diesem Einstieg war klar, dass Heinz Rychener das Weiterbestehen des Regierungsstatthalteramtes nicht kämpferisch verteidigen musste, war ja offenbar niemand da, der dieses streitig machen wollte. In vielen Punkten schienen sich die beiden Referenten einig zu sein. Heinz Rychener hob die Bedeutung des Statthalters auf dem Lande hervor. Hier habe man halt noch einen guten Draht zur Bevölkerung, vieles könnte so viel einfacher und unbürokratischer erledigt werden, als wenn es durch den schwerfälligen Apparat der Zentralverwaltung geschleusst werden müsste. "Viele Parlamentarier wissen gar nicht richtig, was ein Regierungsstatthalter macht", meinte Heinz Rychener. Auch wüssten nur wenige über die durchgeführten und laufenden Erneuerungen der Bezirksverwaltung (und auch der Gemeinden) Bescheid, kritisierte er die Rufer nach Reformen. Wenn die Bevölkerung auf dem Lande sich durch einen Regierungsstatthalter besser vertreten fühle, sei dieser vielleicht ja weiterhin berechtigt, pflichtete der FDP-Kantonalpräsident bei. Dies sei jedoch seine persönliche Meinung, betonte er. Es sei wichtig, dass der Graben zwischen Stadt und Land nicht noch weiter aufgerissen, sondern zugeschüttet werde. "Die Frage lautet dann aber: Wie können wir der Stadt verständlich machen, dass das Regierungsstatthalteramt ein wahres Bedürfnis der Landbevölkerung ist?" In Stadt und Agglomeration seien die Bedürfnisse eben anders. Dass man mit der Abschaffung der Regierunsstatthalter am besagten Graben schaufeln würde, war für Heinz Rychener klar. Die 100 Stellen auf den 26 Regierungsstatthalterämter aufzuheben würde nicht verstanden und zudem mehr Kosten verursachen als einsparen", gab er sich überzeugt. In seinem vor der Versammlung ausgeteilten Argumentarium steht: "...Mit diesen 0,8 Prozent am Bestand der Kantonsangestellten sind die Staatsfinanzen nicht zu sanieren." Dem pflichtete auch Peter Rychiger bei. Man dürfe die Verwaltungsreform nicht auf die Regierungsstatthalterämter reduzieren, waren sich die Beiden einig. "Wenn wir wirklich sparen wollen, müssen wir in Bern beginnen", so Peter Rychiger. Jedoch sei es falsch, die Bezirksverwaltung im Vornherein von einer Reform ausschliessen zu wollen.

Bezirkskreis nicht gleich Wahlkreis
Die Diskussion unter den Versammlungsteilnehmerinnen und -teilnehmern brachte die Befürchtung zum Ausdruck, dass die Wahlkreise mit den (dann grösseren) Bezirken identisch würden, was sich für die Randregionen - oder die peripheren Gebiete, wie sie Peter Rychiger lieber nennt - negativ auswirken würde. Diese Bezirke wären nicht zwingend identisch, beruhigte Rychiger, "obschon es logisch wäre". Fast mehr als um die eigentliche Bezirksreform war die grundsätzliche Benachteiligung der ländlichen Gebiete das Thema des Abends. Dabei schlugen einige Anwesende auch leise selbstkritische Töne an. In der Schlussrunde waren sich die Referenten einig, dass die Wahlkreisreform wohl nicht das dringendste Problem des Kantons Bern sei. Diesem Fazit dürften die meisten Emmentalerinnen und Emmentaler zustimmen. Der Anlass vermochte (ausser den beiden Referenten und zwei Presseleuten) gerade mal zwölf Personen anzulocken.


Ein Thema, an dem sich die Geister scheiden
BZ 18.03.2002

5 Verwaltungsregionen oder 26 Amtsbezirke? Signaus FDP befasste sich mit der Wahlkreis- und Bezirksreform.

Chantal Verdun

"Der Regierungsstatthalter ist sehr wichtig", erklärte Heinz Rychener bei der Diskussionsrunde der FDP. Rychener war bis vor kurzem selber Regierungsstatthalter des Amtes Signau. Aber auch Peter Rychiger, Grossrat und Kantonalpräsident der FDP Bern, gab zu, dass der Statthalter, besonders in ländlichen Regionen, wichtig ist. Das Podiumsgespräch zwischen diesen beiden Politikern fand nach der Hauptversammlung der FDP Signau/Schüpbach statt.

Später wurde die Diskussion offen weitergeführt, sodass auch die Gäste mitdiskutieren konnten. Viele waren jedoch nicht anwesend: Nur 16 Leute fanden den Weg in den Gasthof Bären.

Ängste der Randregionen
"Die Vision <5 Verwaltungsbezirke statt 26 Amtsbezirke> schadet den Randregionen", erklärte Heinz Rychener. Durch diese Reform müsste die Bevölkerung des ländlichen Raumes grössere Amtswege auf sich nehmen, da die Reform eine Zentralisierung vorsieht. Ausserdem bedauert Rychener den Verlust des Statthalteramtes. "Denn es ginge nicht nur der Statthalter verloren, sondern auch viele andere Stellen", sagte er. Mit diesem Verlust von 0,8 Prozent am Bestand der Kantonsangestellten seien die Staatsfinanzen jedoch nicht zu sanieren.

"Wir wollen den Randregionen nichts wegnehmen", erklärte Rychiger - selbst das Statthalteramt wolle er nicht abschaffen, sondern nach anderen Lösungen suchen. Er ist der Meinung, dass die Bezirksreform den Randgebieten einen Vorteil verschaffen könnte: "Wenn nämlich die Grenzen der vorher sehr kleinen Bezirke grösser werden, haben ihre Vertreter in Bern auch einen grösseren Einfluss. "

Details sind noch unklar
Über die Einzelheiten wurde nicht diskutiert, sondern nur über eine grundsätzliche Reform. "Es müssen nicht zwingend fünf Amtsbezirke sein, sondern können auch acht oder zehn sein", erklärte Peter Rychiger. "Der Kanton muss vorwärts gehen. Es ist wichtig, dass wir offen für Neues sind und die verschiedenen Alternativen objektiv überprüfen. "


Nur noch sieben statt neun Gemeinderäte
WZ 13.12.2001

Umstrittene Änderung der Abfallgebühren – Rückweisungsantrag angenommen

Die Signauer Gemeindeversammlung genehmigte das neue Organisationsreglement, allerdings erst nach erfolgreichen Änderungsanträgen. Der Gemeinderat wird 2003 auf sieben Mitglieder verkleinert. Die Bürger wiesen zudem eine Erhöhung der Abfallgebühren knapp zurück.


jom. Eine etwas delikate Situation hatte sich ergeben, als die Signauer daran gingen, ihr Organisationsreglement komplett zu revidieren. Ein neunköpfiger Ausschuss, präsidiert von Gemeindepräsident Hans Hirschi, hatte einen Entwurf vorgelegt. Darin wurde unter anderem vorgeschlagen, den Gemeinderat auf sieben Personen zu verkleinern – allerdings gegen den Willen Hirschis. Dieser wollte wie bisher neun, und die Mehrheit des Gemeinderates folgte ihm. Prompt stellte die Ausschussmehrheit an der Gemeindeversammlung vom Samstag den Antrag auf Nur noch sieben Gemeinderäte.

Belastung zu gross?
Die ausführliche Diskussion drehte sich um die Fragen, ob es Einsparungen gebe und ob die Belastung für nurmehr sieben Räte nicht zu gross würde. Der Antrag wurde schliesslich in geheimer Abstimmung mit 78 zu 44 Stimmen relativ deutlich gutgeheissen. Da auch der Gemeinderat intern uneins war, hatte er Stimmfreigabe beschlossen; Hans Hirschi hütete sich, nach der Vorstellung des Geschäfts in die inhaltliche Diskussion einzugreifen. Auch ein Antrag der FDP kam durch. Deren Präsident Alex Fabel hatte gefordert, über Sachgeschäfte bereits ab 250'000 statt erst ab 500'000 Franken an der Urne abstimmen zu lassen. Erfolglos war hingegen die Forderung eines Bürgers, das fakultative Referendum für Ausgaben zwischen 50'000 und 100'000 nicht einzuführen. Mit der Annahme des Reglements werden also die Finanzkompetenzen neu geregelt. Als weitere wichtige Neuerung wird die Gemeindeorganisation Signaus um einiges schlanker, verschwindet doch etwa ein Drittel der Kommissionen.

Steuern bleiben gleich
Die Finanzlage der Gemeinde ist nach wie vor wenig erbaulich. Immerhin bringt das neue kantonale Lastenausgleichsgesetz Filag Signau einen Gewinn von 1,5 Steuerzehnteln. «Wir können diese Entlastung den Bürgern jedoch nicht weitergeben», musste Finanzchef Anton Feller mitteilen. Deshalb bleibt die Steuerbelastung per saldo gleich, die Gemeindesteuern sinken nur um die üblichen 7,6 Steuerzehntel auf 1, 84 Einheiten. Das Defizit beträgt gut 330'000 Franken; weitergehende Sparvorschläge der Geschäftsprüfungskommission hatten sich als unrealistisch erwiesen. Laut Finanzplan kann erst in fünf Jahren wieder mit der Bildung von Eigenkapital begonnen werden.

Keine höheren Abfallgebühren
Die Abfallrechnung der Gemeinde schreibt seit Jahren rote Zahlen. Ressortchef Kurt Wyss versuchte, den Bürgern zu zeigen, dass eine Anpassung des Tarifrahmens unumgänglich sei. Aus der Versammlung ertönte aber der Vorwurf, mit höheren Grundgebühren werde das Verursacherprinzip missachtet. Es sei auch unlogisch, dass jede Wohnung unabhängig von ihrer Grösse mit denselben Tarifen belegt werde. Die Abstimmung ergab eine Pattsituation. Zuerst wurde dem Antrag des Gemeinderates zwar zugestimmt (52:51), Verfahrensmängel machten aber eine Wiederholung nötig. So obsiegte zuletzt der Rückweisungsantrag (55:54).

Zivilschutz zusammen mit Langnau
Ohne Begeisterung bewilligte die Versammlung ausserdem jährlich 40'000 Franken, um den Zivilschutz künftig mit Langnau, Trub und Trubschachen zusammen zu organisieren. Man fürchtet in Signau, dass sich die Kosteneinsparungen in sehr engen Grenzen halten werden. Dem Kredit für den Einbau einer Bibliothek im Sekundarschulhaus erwuchs keine Opposition, hat die Bibliothekskommission doch bereits viel Geld in Eigenregie aufgetrieben.

Ein Bahnhof in Schüpbach?
Am Rande der Gemeindeversammlung von Signau wurde die Frage gestellt, wie der Gemeinderat von Signau einem Bahnhof im Schüpbach gegenüber stände. Der Gemeinderat steht dem Vorhaben skeptisch gegenüber. Einerseits erlaube es die momentane Finanzlage nicht, sich an den zweifellos erheblichen Kosten zu beteiligen. Andererseits konkurrenziere eine neue Haltestelle die bereits bestehende in Signau, weil die AOE-Busse aus Eggiwil nur noch bis Schüpbach fahren würden. Auch sei es fraglich, ob «ein neuer Bahnhof sinnvoll ist, wenn er nur 500 Meter von einem bestehenden entfernt» gebaut würde, hiess es.


Dusche für den Gemeinderat
BZ 10.12.01

Die Exekutive wird um zwei Mitglieder reduziert, Sachgeschäfte ab 250000 Franken kommen an die Urne - Signaus Organisationsreglement ist genehmigt. Allerdings nicht so, wie der Gemeinderat wollte.

Susanne Graf

Dreieinhalb Stunden sassen 129 Signauerinnen und Signauer an der Gemeindeversammlung, bis endlich klar war, wie viele Mitglieder künftig der Exekutive angehören werden. Sieben werden es sein und nicht wie bisher neun. Die SVP - und mit ihr der von der SVP dominierte Gemeinderat - wollten «am Bewährten festhalten», so Gemeindepräsident Hans Hirschi. Doch zum überarbeiteten Organisationsreglement gingen eine ganze Reihe Abänderungsanträge ein. Einer verlangte, den Gemeinderat um zwei Mitglieder zu reduzieren. Ein anderer verlangte, für Sachgeschäfte ab einem Betrag von 250000 Franken Urnenabstimmungen einzuführen. Auch dagegen hatte sich die SVP gewehrt.

Der Gemeinderat hatte einzig ein fakultatives Referendum gegen Ausgaben zwischen 50000 und 100000 Franken vorgesehen. Diese Geschäfte fallen neu in seine Kompetenz und sollten nur noch auf Wunsch vor die Gemeindeversammlung kommen. Doch ein Votant wollte diese Neuerung gestrichen haben und wie bisher sämtliche Ausgaben ab 50000 Franken an der Gemeindeversammlung beschliessen lassen. Die Versammlung sagte dazu allerdings mit 89 zu 19 Stimmen Nein.

Über die beiden andern Anträge wurde jeweils geheim abgestimmt. Die Urnenabstimmungen wurden mit 94 zu 29 Stimmen, die Reduktion des Gemeinderates mit 78 zu 44 Stimmen angenommen. Das derart abgeänderte Reglement wurde einstim- mig genehmigt.

Debatte um den Kehricht
Nicht allein das Organisationsreglement und das dazu gehörende aufwändige Abstimmungszeremoniell zogen die Versammlung in die Länge. Andere Geschäfte gaben ebenso zu reden. So etwa die Anpassung des Gebührentarifs zum Abfallreglement. Weil die Abfallrechnung seit 1997 immer mit einem Defizit abgeschlossen hat, resultierte Ende 2000 ein Bilanzfehlbetrag von über 7500 Franken. Deshalb wollte der Gemeinderat den Tarifrahmen anpassen und für Wohnungen, Kleingewerbe und Dienstleistungsbetriebe eine Grundgebühr von 120 bis 200 Franken festschreiben.

Bisher war die Gebühr nach Wohnungsgrössen gestaffelt. Daher und weil nicht klar war, ob die Kadaverentsorgung künftig verursachergerecht verrechnet werden kann, war das Geschäft umstritten. Es sei nicht ausgereift, hiess es. In der Abstimmung wurde der Tarif mit 52 zu 51 Stimmen knapp angenommen. Doch später rügte ein Votant: Es sei bloss für oder gegen das Reglement abgestimmt worden, nicht aber über einen Rückweisungsantrag. Gemeindepräsident Hirschi und Gemeindeschreiber Max Sterchi gingen über die Bücher, wiederholten die Abstimmung - und siehe da: Jetzt wurde das Geschäft mit 55 zu 54 Stimmen an den Gemeinderat zurückgewiesen.

Keine Steuererleichterung
Das Budget rechnet bei einem Aufwand von rund 8,5 Millionen Franken mit einem Defizit von 331000 Franken. Es wurde ohne Gegenstimme genehmigt, obwohl Signau trotz des neuen Finanz- und Lastenausgleichs den Steuerzahlern keine Erleichterung weitergeben kann. Die Steueranlage sinkt zwar auf 1,84, die Signauerinnen und Signauer werden aber im gleichen Rahmen zur Kasse gebeten wie bisher, weil auf der anderen Seite die Kantonssteuern steigen. Bis in fünf Jahren, prognostizierte Gemeinderat Anton Feller, werde Signau seine Finanzen wieder im Lot haben.

Der Kredit von 110000 Franken für den Einbau einer Bibliothek in der bisherigen Abwartswohnung wurde einstimmig genehmigt. Die Versammlung sagte auch Ja zum Zusammenarbeitsvertrag im Zivilschutz.


Kommentar - Verloren
BZ 10.12.01

Stephan Künzi

Die SVP Signau hat über den von ihr dominierten Gemeinderat einen Kraftakt versucht, und sie hat verloren. Verzweifelt versuchte sie, das Organisationsreglement in zwei zentralen Punkten zu torpedieren. Ein kleinerer Gemeinderat schwäche die Aussenbezirke, behauptete sie - und sah wohl im Geheimen bereits die Basis ihrer Macht schwinden, falls die Kräfteverhältnisse im Dorf neu aufgemischt würden. Urnenabstimmungen schwächten die Gemeindeversammlung, fuhr sie fort - und dachte wohl wieder an ihre Macht. Denn es ist bekannt, dass sich an Gemeindeversammlungen Druck aufbauen und damit der Gang der Dinge umso besser lenken lässt.
Die SVP wird sich damit abfinden müssen, dass Signau längst Züge einer modernen Agglogemeinde angenommen hat, in der auch andere etwas zu sagen haben. Die Zeit ihrer uneingeschränkten Macht ist vorbei.

E-Mail: skuenzi@btm.ch


Neues Reglement gibt zu reden
WZ 01.11.01

Frühschoppen der FDP Signau-Schüpbach

Am letzten Sonntagvormittag lud die FDP Signau-Schüpbach zu einem Frühschoppen ein. Dabei diskutierte man über das neue, umstrittene Organisations- und Verwaltungsreglement der Gemeinde Signau.

In regelmässigen Abständen organisiert die FDP Signau-Schüpbach überparteiliche und öffentliche Frühschoppen, um aktuelle Themen der Gemeindepolitik zu diskutieren. Am letzten Sonntag stand das neue Organisations- und Verwaltungsreglement ab 1. Januar 2003 zur Debatte. Dabei erörterten die 23 Anwesenden die Fragen, ob man in Zukunft sieben statt neun Gemeinderäte will, und ob die Signauer Stimmberechtigten bei Geschäften über 500'000 Franken an die Urne gehen sollten. Bereits im Vorfeld der Veranstaltung hatten die Parteien ihre Position bezogen. Die FDP steht hinter dem Entscheid des vorbereitenden Ausschusses. Sie ist daher für eine Reduktion auf sieben Gemeinderäte und für Urnenabstimmungen. Die Mehrheit des Gemeinderates (SVP) hingegen will in diesen beiden Punkten am Status quo festhalten. Die Version des Gemeinderates wird an der nächsten Gemeindeversammlung zur Abstimmung kommen.

Effizient genug
Gegen die (FDP-) Opposition trat am Frühschoppen SVP-Gemeindepräsident Hans Hirschi an. In der Frage der Anzahl Gemeinderäte machte er geltend, dass nebst der Ratstätigkeit auch noch Aufgaben im sozialen Umfeld einer Gemeinde erledigt werden müssten. Zudem seien die momentanen Verhältnisse effizient genug. Die Gegner waren aber der Ansicht, die Arbeiten könnten auch mit sieben Personen erfüllt werden. Ausserdem müssten auch weniger Leute gesucht werden, welche dieses Amt ausführen wollen. Bezüglich der Urnenabstimmung meinte Hirschi, dass mit der Gemeindeversammlung eine Kommunikationsplattform geschaffen würde, und der Gemeinderat damit ein Feed-back erhalte. Auf der anderen Seite unterstrich man die Rechte des Stimmbürgers. Schliesslich sei das Ergebnis der Einwohnerversammlung aus verschiedensten Gründen selten repräsentativ. Ausserdem würden bereits im Vorfeld der Abstimmung genügend Anlässe (Frühschoppen, Polterabend) stattfinden, an denen die Bürger ausreichend kommunizieren könnten. Zum Schluss bedankte sich FDP-Präsident Alex Fabel für die Diskussion. "Wir sind hart in der Sache. Als Menschen bleiben wir aber Freunde." Von einem Streit zwischen den Parteien war auf jeden Fall nichts zu spüren.



Die Stunde der Lobbyisten
BZ 27.10.2001

Gibts nun Urnenabstimmungen? Und nur noch sieben Gemeinderäte? Die Fragen haben in Signau Hektik ausgelöst.

Stephan Künzi

"Ein Kampf ist angesagt", orakelte die BZ vor einem Monat. Eben war bekannt geworden, dass in Signau zwischen der SVP auf der einen und der FDP und der SP auf der anderen Seite ein mächtiges Seilziehen in Gang gekommen war. Anlass bot das Organisationsreglement, mit dem sich Signau ab 2003 neue Leitplanken setzen will: FDP und SP war in die Nase gestochen, dass die Behörden auf Betreiben der SVP - sie hat im Gemeinderat die Mehrheit - zentrale Elemente aus einem ersten Reglementsentwurf gekippt haben.

Klare Worte
Was genau? Im ersten Entwurf war von sieben statt neun Gemeinderäten die Rede, zudem sollten Vorlagen, die teurer als 500000 Franken sind, an der Urne und nicht mehr an der Gemeindeversammlung beschlossen werden. Nun liegt das Reglement in einer aktuellen Fassung vor - und plötzlich soll Signau wieder von neun Gemeinderäten regiert werden und auf Urnenabstimmungen verzichten. FDP und SP reagierten gereizt. Der Gemeinderat habe den Ausschuss, den er für die Vorarbeiten am Reglement selber eingesetzt habe, "völlig desavouiert", gab SP-Präsident Toni Feller vor Monatsfrist der BZ zu Protokoll. Und Alex Fabel, sein Kollege von der FDP, stellte in Aussicht, man werde "alles in unserer Macht Stehende unternehmen", um dem Reglement in seiner ursprünglichen Form zum Durchbruch zu verhelfen.

Ein Brief
Das wiederum war der SVP zu viel. Sie fühlte sich an die Wand gespielt und schrieb der BZ einen Brief, in dem sie erstens ihre Argumente wiederholte und zweitens klar machte, wie wenig Freude ihr das Lobbying "unserer politischen Freunde" macht. Auch die Gegenseite bleibt nicht untätig. Morgen Sonntag bringt die FDP an ihrem Frühschoppen das Thema aufs Tapet, wohl wissend, dass in zwei Wochen am so genannten Polterabend des Gemeinderats nochmals ausführlich debattiert wird. Und die alles entscheidende Gemeindeversammlung findet sowieso erst in sechs Wochen statt.

So viel Umtriebigkeit zu einem so frühen Zeitpunkt - ob die Signauer Parteien am Ende ein bisschen nervös sind?

Nein, behaupten FDP, SP und SVP unisono. "Klar", erklärt FDP-Präsident Alex Fabel, "wir kämpfen, sonst aber sei das neue Reglement ein Geschäft wie jedes andere auch. In der SP will Toni Feller ebenfalls "keine grosse Nervosität" ausgemacht haben, und sehr selbstsicher gibt sich zum Schluss die SVP. Seine Partei, sagt Präsident Marcel Sallin, wisse nach wie vor die Mehrheit der Bevölkerung hinter sich. Sonst hätte sie im Gemeinderat nicht so viele Sitze.



Sieben oder neun Gemeinderäte? Die SVP will nicht so wie FDP und SP
BZ 27.09.2001

In Signau gibt das Organisationsreglement zu reden. Oder besser der Gemeinderat. Denn der will nicht so wie der vorberatende Ausschuss: Die Exekutive hält an der Zahl von neun Gemeinderäten fest.

Susanne Graf

Die SP in Signau ist enttäuscht, die FDP gar empört. Was ist passiert? Wie in vielen Gemeinden landauf, landab wird auch in Signau das Organisationsreglement überarbeitet. Der Gemeinderat hat einen Ausschuss mit der Aufgabe betraut. Vor fast einem Jahr erfuhr die Bevölkerung, welche Änderungen die Gruppe ausgeheckt hatte: Der Gemeinderat sei von heute neun auf sieben Sitze zu reduzieren, Kredite von über einer halben Million Franken seien an der Urne zu bewilligen. Neben der Absicht, verschiedene Kommissionen aufzuheben oder zu fusionieren, waren das die zentralen Punkte. Aber auch die umstrittenen. Als im Frühling eine Vernehmlassung für Parteien und Kommissionen stattfand, markierte insbesondere die SVP Distanz. Der Ausschuss ging über die Bücher und entsprach einem Grossteil der Eingaben auch. In zwei Punkten blieb er aber bei seiner ursprünglichen Haltung. Er wollte weiterhin die Gemeinderatssitze auf sieben reduzieren und über wichtige Sachgeschäfte an der Urne entscheiden lassen.

Knappe Entscheide
In Signaus Gemeinderat hat allerdings die SVP mit 6 von 9 Sitzen das Sagen. Deshalb liegt jetzt ein Reglement zur Vorprüfung beim Kanton, das nicht mehr dem entspricht, was der Bevölkerung vor einem Jahr vor-gestellt wurde. Es sieht auch in Zukunft neun Gemeinderatssitze vor, ebenso werden Urnenabstimmungen für Sachgeschäfte nicht eingeführt. Die Entscheide fielen offenbar knapp. "Wenn ich nicht mitgestimmt hätte", sagt Gemeindepräsident Hans Hirschi (SVP) heute, "hätte ich wohl meist den Stichentscheid geben müssen. "

Die SP kritisiert
"Wir sind enttäuscht", reagiert SP-Präsident Toni Feller, der übrigens ebenfalls im Gemeinderat sitzt. "Der Gemeinderat hat den Ausschuss, den er selber eingesetzt hat, völlig desavouiert. " Anders als sonst üblich, so Feller weiter, sei hier das Kollegialitätsprinzip nicht angewandt worden. Was Feller meint: Hans Hirschi präsidierte jenen Ausschuss, der die umstrittenen Änderungen beschlossen hat. Im Gemeinderat vertrat er nun aber nicht die Meinung des Ausschusses, sondern jene der SVP. "Ich habe mich von allem Anfang an klar gegen die beiden Punkte gestellt", hält Hirschi dem entgegen. Das Gros der SVP wolle die Reduktion und die Urnenabstimmungen nicht.

Der Ausschuss habe mit seiner "multivalenten Zusammensetzung" halt den politischen Stärken nicht ganz Rechnung getragen, so Hirschi weiter. Wie die Mehrheit der SVP wehre er sich dagegen, dass die Arbeit im Gemeinderat auf weniger Köpfe verteilt werde. Zudem bestehe die Gefahr, dass die Aussenbezirke nicht mehr vertreten wären. Gegen Urnenabstimmungen kämpft Hirschi, weil diese die Gemeindeversammlungen entmachten würden. "Wenn ein brennendes Geschäft ansteht, gehen die Leute nämlich schon hin", ist er überzeugt.

FDP will mobilisieren
Die Dezemberversammlung dürfte tatsächlich einen Grossaufmarsch mobilisieren. Denn dann wird über das Organisationsreglement abgestimmt. Die FDP will "alles in unserer Macht Stehende unternehmen", dass dieses nicht, wie vom Gemeinderat verabschiedet, angenommen wird. Das stellt Präsident Alex Fabel in Aussicht.

Fabel kann die Arbeitsbelastung des Gemeinderates ja auch nicht beurteilen. "Aber wenn im Gemeinderat beide FDP-Vertreter, der SP-Vertreter und auch ein Mitglied der SVP der Meinung sind, bei einer geschickten Verteilung könnte die Arbeit auch von sieben Leuten ebenso gut gemacht werden, kann ich diese Meinung auch zu meiner machen. " Bernhard Steinmann, Mitglied der Geschäftsprüfungskommission, stimmt da mit ein: "Gewisse Ressorts liessen sich zusammenfassen. "

Es kommt zum Kampf
Simon Hofstetter, der als junger Bürger zur Mitarbeit im Ausschuss eingeladen war, geht mit den Kritikern einig. Desavouiert fühlt er sich allerdings nicht. "Es hat nie geheissen, dass der Rat alles akzeptieren würde, was wir vorschlagen. " Die Änderungen nimmt er gelassen: "Ich gehe davon aus, dass noch nicht das letzte Wort gesprochen ist. "

Mit welchen Schritten nun konkret gegen den vorliegenden Entwurf vorgegangen wird, ist offen. Aber ein Kampf ist angesagt.



100 Kilometer Ufer in der Obhut
WZ 21.06.2001

Am traditionellen Frühschoppen der FDP Signau-Schüpbach gab Hanspeter Wüthrich, Präsident der Schwellenkorporation, einen Einblick in die vielseitigen Aufgaben dieser Organisation. Die Schwellenkorporation hat in der Gemeinde Signau 50 Kilometer Bäche oder 100 Kilometer Ufer in ihrer Obhut. In den letzten 15 Jahren wurden an diesen Gewässern Investitionen von zirka neun Millionen Franken getätigt.



Nicht alle Schüler haben samstags frei
WZ 15.03.01

Petition und offener Brief können Volksschulkommission nicht umstimmen

In einer Petition forderten 232 Personen die versuchsweise Einführung der Fünftagewoche auf der Volksschulstufe in Signau. In der Sekundarschule läuft bereits ein entsprechender Versuch. Die Volksschulkommission will trotzdem nicht darauf eingehen, was die Initianten in einem offenen Brief bemängeln.


von Silvia Ben el Warda-Wullschläger

Das Thema Fünftagewoche gibt in Signau viel zu diskutieren. An der Sekundarschule läuft seit vergangenen August ein entsprechendes Pilotprojekt. Anders auf der Volksschulstufe, dort gehen die Kinder nach wie vor an sechs Tagen zur Schule. Diese Situation fanden die FdP und die SP Signau-Schüpbach unhaltbar, sie lancierten eine Petition und sammelten 232 Unterschriften. Die Volksschulkommission lehnte aber deren Bitte um versuchsweise Einführung der Fünftagewoche ab August 2001 ab. Dieser Entscheid, aber auch die Äusserungen des Präsidenten der Volksschulkommission in einem Radiointerview, entrüstete die Unterzeichner, so dass FdP und SP einen offenen Brief verfassten.

Alleingang der Sekundarschule
Er habe nie bezweckt, sich abfällig über die Petition und die Unterzeichner zu äussern, betont Urs Engel, Präsident der Volksschulkommission. Auch bedeute die ablehnende Haltung nicht, dass sich die Kommission Neuem gegenüber verschliesse. Die Fünftagewoche sei auch bei ihnen ein Thema. "Klar war allerdings schon immer, dass wir keinen Versuch durchführen werden", erklärt Urs Engel. "Das bringt nichts, denn noch niemand ist zur Sechstagewoche zurückgekehrt." Schade sei, dass sich die beiden Schulkommissionen nicht vorgängig abgesprochen hätten. Die Sekundarschule habe das Gespräch nicht gesucht, sondern im Alleingang entschieden. Die Volksschulkommission werde nun den Versuch an der Sekundarschule weiterverfolgen, die Ergebnisse abwarten und allenfalls mitziehen. "An unserer Juni-Sitzung werden wir konkret darüber diskutieren", stellt Urs Engel in Aussicht.

Fakten und Erfahrungen sammeln
An der Sekundarschule, deren Verband aus den Gemeinden Signau, Bowil, Eggiwil und Röthenbach besteht, werde Ende Jahr entschieden, ob die Fünftagewoche ab August 2002 definitv eingeführt wird oder nicht, erklärt Daniel Brechbühl, Präsident der Sekundarschulkommission und FdP-Gemeinderat. Der Versuch diene dazu, Fakten und Erfahrungen zu sammeln, damit wir saubere Grundlagen haben. "Bisher erhielten wir weder von Eltern noch von Kindern oder Lehrern negative Rückmeldungen." Es werde aber noch eine detaillierte Auswertung mit Fragebogen an alle Beteiligten gemacht.

Dass die beiden Schulkommissionen vor Beginn des Versuchs nie offiziell zusammengekommen seien, bestätigt Daniel Brechbühl. "Das hätte die Sache kompliziert und verzögert. Zudem weise ich darauf hin, dass Urs Engel Mitglied der Sekundarschulkommission ist." Den Entscheid der Volksschulkommission könne er akzeptieren. Es sei nur bedauerlich, dass die Signale aus der Bevölkerung mit den 230 Unterschriften nicht beachtet worden seien.

Öffentlich darüber diskutieren
Dass es besser gewesen wäre, wenn die beiden Kommissionen von Beginn weg gemeinsame Sache gemacht hätten, sieht auch FdP-Präsident Alex Fabel so. Doch die beiden Gremien seien halt unabhängig. Er respektiere den Entscheid der Volksschulkommission zwar, "finde es aber persönlich schlecht, wenn die einen Kinder am Samstag morgen zur Schule müssten und die anderen nicht. Diesen Zustand wollten wir mit unserer Petition verhindern." Alex Fabel würde es begrüssen, wenn in nächster Zeit öffentlich über die Vor- und Nachteile der Fünftagewoche diskutiert würde.



Die 5-Tage-Woche ist noch nicht vom Tisch
BZ 05.01.2001

Vielleicht wird die Fünftagewoche an Signaus Primarschulen doch noch Tatsache - derzeit laufen Abklärungen.

Die Diskussionen um die Fünf- beziehungsweise Sechstagewoche an Signaus Schulen werden langsam, aber sicher zum Dauerthema. An der Sekundarschule wurde die verkürzte Woche im letzten Sommer eingeführt, die Volkschulkommission beschloss jedoch, dass in der Primar- und Realschule weiterhin sechs Tage unterrichtet werden soll.

Nun wird das Thema neu lanciert: Gemäss Urs Engel, Präsident der Volkschulkommission, will sich Signau möglichst bald mit Eggiwil und Röthenbach zusammensetzen. Die Kinder aus diesen beiden Gemeinden besuchen nämlich die Sekundarschule in Signau, an der Primar- und Realschule zu Hause wird aber noch sechs Tage unterrichtet. "Wir werden versuchen, mit Eggiwil und Röthenbach eine einheitliche Lösung zu finden", sagt Engel. Es ist also durchaus möglich, dass man sich einigt und die Fünftagewoche tatsächlich auch an der Prim einführt. Als frühesten Termin dafür siehtEngel jedoch erst das Jahr 2002.

"Das ist kein Zustand"
Urs Engel ist überzeugt, dass ein schulfreier Samstag Nachteile bringen würde. "Einigen Kindern wäre es nicht mehr möglich, den fakultativen Unterricht zu besuchen", sagt er. Zudem brauche ein Kind nicht nur am Wochenende Freizeit. Für ihn ist deshalb klar: "Die Fünftagewoche bringt den Eltern mehr Vorteile als den Kindern. " Probleme würden seiner Meinung nach auch beim Schulsport entstehen. "Gingen die Kinder fünf Tage zur Schule, würde eine Turnhallenknappheit entstehen. Am Samstagvormittag würden die Hallen hingegen nicht genutzt. "

Auf der Signauer Volksschulkommission lastet derzeit ein nicht geringer Druck. Im Herbst hat die SP-Ortspartei Unterschriften für die Fünftagewoche an Prim und Sek gesammelt - auch die FDP half dabei mit (die BZ berichtete). Nicht weniger als 232 Stimmberechtigte unterschrieben diese Petition. "Ich hoffe nicht, dass man so viele Unterschriften einfach übergeht", erklärt Signaus FDP-Präsident Alex Fabel. Man werde die Sache deshalb weiterhin im Auge behalten. Denn für ihn ist klar: "Fünf Tage an der Sek und sechs Tage an der Prim - das ist doch einfach keinZustand. "

Erfahrungen auswerten
So einfach will sich die Volksschulkommission dem Druck allerdings nicht beugen. "Wir werden nun schauen, welche Erfahrungen die Sek mit der Fünftagewoche gemacht hat, und die Vor- und Nachteile gegeneinander abwägen", sagt Engel. Man wolle nicht nur für die Eltern, sondern auch für die Kinder eine gute Lösung finden. maz